Kommt nach der Reichensteuer auch noch die »Ausreisesteuer«?
Torben Grombery
Noch können Deutsche jederzeit ungehindert ins Ausland ziehen und ihr komplettes Vermögen mitnehmen. Doch alle im Bundestag vertretenen größeren deutschen Parteien diskutieren hinter verschlossenen Türen darüber, diesen Kapitalabfluss künftig teilweise zu verhindern.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bundesregierung trotz hoher Steuereinnahmen finanziell mit dem Rücken zur Wand steht. Denn es ist absehbar, dass sie mit den Steuergeldern der Bundesbürger für kaum vorstellbare Summen in bankrotten Pleitestaaten der EU nicht nur bürgt, sondern haftet. Und da gilt es, künftig möglichst alle finanziellen Wege der Besteuerung voll auszuschöpfen. Die Diskussion um Teilenteignungen von Menschen, die fürs Alter gespart und
etwas Vermögen gebildet haben, ist ganz sicher erst der Anfang. Schließlich fließen mit jenen, die aus Deutschland auswandern, jeden Tag Kapital und Intelligenz ab.
Die Realität lautet: Die Intelligenten sagen »Goodbye Deutschland«. Schon jeder vierte Deutsche spielt mit dem Gedanken, seine Heimat zu verlassen und auszuwandern. Allein im Jahr 2011 haben rund 175.000 Menschen Deutschland den Rücken gekehrt. Die meisten von ihnen sind jung und haben eine akademische Ausbildung. Sie sehen keine Zukunft mehr in ihrer Heimat. Das vom deutschen Steuerzahler mit ihrer Ausbildung in die Zukunft investierte Geld verschwindet nach Angaben einer Bundestagsstudie wie Schwarzgeld über die Landesgrenzen. Der Hintergrundinformationsdienst KOPP Exklusiv berichtete erst unlängst ausführlich darüber.Und auch nach einer Studie des ifo-Instituts zieht die Auswanderung hochqualifizierter deutscher Arbeiter und Angestellter eine erhebliche Belastung der öffentlichen Haushalte und der Sozialkassen nach sich. Und deshalb werden von allen Parteien nun Schritte erwogen, die man bislang nur aus kommunistischen Staaten kannte.
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