Mittwoch, 7. Dezember 2016
15.09.2014
 
 

Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen: Deutliche Absage an die Politik

Torben Grombery

Die vorläufigen amtlichen Endergebnisse der Landtagswahlen im Bundesland Brandenburg und im Freistaat Thüringen stehen nun fest – die traurige Bilanz: Die Menschen haben der Politik insgesamt eine deutliche Absage erteilt! Mit einer Wahlbeteiligung von 47,9 Prozent (minus 19,1) in Brandenburg und 52,7 Prozent (minus 3,5) in Thüringen muss die »Demokratie« eine deutliche sowie historische Niederlage verbuchen. Die erstmalig angetretene Alternative für Deutschland (AfD) wurde unter diesen Vorzeichen Wahlgewinner des Abends.

 

Wie schon bei der kürzlich abgehaltenen Landtagswahl im Freistaat Sachsen setzt sich der Sinkflug der Wahlbeteiligung auch im Bundesland Brandenburg und im Freistaat Thüringen fort und markiert einen weiteren, historischen Tiefpunkt.

 

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis im Bundesland Brandenburg haben von insgesamt 2 094 455 Wahlberechtigten gerade einmal 1 002 800 Menschen ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Das ist eine offizielle Wahlbeteiligung von 47,9 Prozent – ein Minus von 19,1 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl im Jahre 2009.

 

Davon haben dann noch 15 501 Menschen oder 1,5 Prozent ihren Stimmzettel ungültig in die Wahlurne gegeben. Davon ausgehend, dass auch diese Menschen zumeist nicht zu dämlich sind, Kreuze in Kreise zu malen, und somit ganz bewusst ungültig gewählt haben, verbleiben 987 299 gültige Stimmen oder eine Beteiligung von 47,1 Prozent.

 

Der sogenannte »Kuchen«, den die Parteien am Wahlabend unter sich aufteilen, umfasst alle gültigen Stimmen für die Parteien, die es über die umstrittene »Fünf-Prozent-Sperrklausel« geschafft haben.

Die künftig im neuen brandenburgischen Landtag vertretenen Parteien verbuchen somit einen Rückhalt von 905 944 Stimmen oder einen Anteil von rund 43 Prozent aller Wahlberechtigten. Im Verhältnis zu allen 2 094 455 Wahlberechtigten stellt sich das Ergebnis wie folgt dar:

SPD: 15,05 Prozent (315 177 Stimmen)
CDU: 10,83 Prozent (226 844 Stimmen)
Die Linke: 8,74 Prozent (183 172 Stimmen)
AfD: 5,73 Prozent (119 989 Stimmen)
Grüne: 2,90 Prozent ( 60 762 Stimmen)

Gesamt: 43,25 Prozent (905 944 Stimmen)

Im Vergleich dazu rechnen wir nun noch die Stimmen aller Wahlverweigerer, also der 1 091 655 Nichtwähler, sowie die 15 501ungültigen Wählerstimmen zusammen. So tritt folgendes Ergebnis zum Vorschein:

Verweigerer: 52,86 Prozent (1 107 156 Stimmen)

 

Deutlich mehr als die Hälfte der Brandenburger erteilt den Parteien somit eine klare Absage!

 

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis im Bundesland Thüringen haben von insgesamt 1 812 249 Wahlberechtigten ebenso nur 954 963 Menschen ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Das ist eine offizielle Wahlbeteiligung von 52,7 Prozent – ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl im Jahre 2009. Auch hier haben noch 13 271 Menschen ihren Stimmzettel ungültig in die Wahlurne gegeben, womit 941 692 gültige Stimmen verbleiben.

 

Der »Kuchen« und Rückhalt der im neuen thüringischen Landtag vertretenen Parteien umfasst 850 353 Stimmen oder entspricht einem Anteil von rund 47 Prozent aller Wahlberechtigten.

 

Im Verhältnis zu allen 1 812 249 Wahlberechtigten stellt sich das Ergebnis wie folgt dar:

CDU: 17,39 Prozent (315 096 Stimmen)
Die Linke: 14,64 Prozent (265 425 Stimmen)
SPD: 6,45 Prozent (116 889 Stimmen)
AfD: 5,49 Prozent ( 99 548 Stimmen)
Grüne: 2,95 Prozent ( 53 395 Stimmen)

Gesamt: 46,92 Prozent (850 353 Stimmen)

Auch für den Freistaat Thüringen rechnen wir nun noch die Stimmen aller Wahlverweigerer, also der 857 286 Nichtwähler, mit den 13 271ungültigen Wählerstimmen zusammen:

Verweigerer: 48,04 Prozent (870 557 Stimmen)

Also auch nahezu die Hälfte der Thüringer erteilt den Parteien somit eine klare Absage!

 

Der willfährige Mainstream hat uns im Laufe des Wahlabends wieder einmal unzählige Wahlgewinner der Politik mit freudestrahlenden Gesichtern der Politiker präsentiert. Angesichts der aufgeführten Zahlen eine weitere Farce.

 

Die Klientelpartei FDP hat sich getreu ihrem Motto »Keine Sau braucht die FDP« aus dem brandenburgischen Landtag mit erzielten 1,5 Prozent und aus dem thüringischen Landtag mit erzielten 2,5 Prozent verabschiedet. Die noch junge Partei Alternative für Deutschland (AfD) konnte der permanenten Medienhetze von linkslinker Seite trotzen und in beide Parlamente aus dem Stand mit einem zweistelligen Ergebnis einziehen – eine weitere, schallende Ohrfeige für die etablierte Politik!

 

Am selben Abend wurde auch in Schweden ein neuer Reichstag gewählt. Auch für die »etablierte Politik« unserer nördlichen Freunde lief der Wahlabend nicht so richtig rund. Die bis dato regierende »Vier-Parteien-Koalition« des als konservativ geltenden Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt konnte nur rund 39,4 Prozent der Stimmen erreichen (2010: 49,3 Prozent) und wurde vom linken Lager, bestehend aus Sozialdemokraten, Grünen und Linken, mit 43,6 Prozent überholt. Reinfeldt kündigte daraufhin seinen Rücktritt an.

 

Eine einfache Regierungsbildung im neuen schwedischen Reichstag gilt wegen des überdurchschnittlich guten Abschneidens der rechtskonservativen Schwedendemokraten (SD) – die ihr Ergebnis auf rund 13 Prozent mehr als verdoppeln konnten – als nahezu ausgeschlossen.

 

 

 

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Leser-Kommentare (35) zu diesem Artikel

16.09.2014 | 13:52

Brigitte Müller

Hallo ! Jetzt habe ich aber eine Stink Wut ,hat doch diese SPD Abdeordnete ( Partei Sekrätererin ) Yasmin Fahini die AfD eine braune Suppe genannt , was erlaubt sich diese nicht mal voll Deutsche die von den Steuergelder (auch von AfD Mitglieder ) lebt und das nicht schlecht . Am liebsten würde ich der mal so richtig ins Gesicht kotzen .Es sind doch die Parteien SPD .CDU , und Gruenen so wie der Gauck die Deutschland auf ganzer Ebene schaden . Steuerfresser , Kriegstreiber...

Hallo ! Jetzt habe ich aber eine Stink Wut ,hat doch diese SPD Abdeordnete ( Partei Sekrätererin ) Yasmin Fahini die AfD eine braune Suppe genannt , was erlaubt sich diese nicht mal voll Deutsche die von den Steuergelder (auch von AfD Mitglieder ) lebt und das nicht schlecht . Am liebsten würde ich der mal so richtig ins Gesicht kotzen .Es sind doch die Parteien SPD .CDU , und Gruenen so wie der Gauck die Deutschland auf ganzer Ebene schaden . Steuerfresser , Kriegstreiber und USAschleimer was anderes können die nicht .Aber der Tag der Abrechnung wird kommen und ihr habt nichts mehr zu sagen . Dan tritt das Volk auf euren Füssen rum .


16.09.2014 | 11:46

Franz Apfelkuchen

Wieso deutliche Absage an die Politik? Auch die AfD macht Politik. Auch die AfD schielt nach der "EU". Nationalstaatlichkeit und EU sind bis dato Widersprüche. Ob es der AfD gelingt, die "staatliche" Autorität der Nationen zu erhalten und die EU Diktatoren in ihre Schranken zu verweisen? Ich lass mich überraschen. Wird nicht einfach, zumal die BRD völkerrechtlich gesehen kein Staat, also auch keine Nation ist sondern ein Unternehmen zum Zwecke der Verwaltung...

Wieso deutliche Absage an die Politik? Auch die AfD macht Politik. Auch die AfD schielt nach der "EU". Nationalstaatlichkeit und EU sind bis dato Widersprüche. Ob es der AfD gelingt, die "staatliche" Autorität der Nationen zu erhalten und die EU Diktatoren in ihre Schranken zu verweisen? Ich lass mich überraschen. Wird nicht einfach, zumal die BRD völkerrechtlich gesehen kein Staat, also auch keine Nation ist sondern ein Unternehmen zum Zwecke der Verwaltung des Deutschen Reiches.


16.09.2014 | 11:27

Gesocksbremse

Volkswillen aus Wahlergebnis? Ist eine echte Demokratie erwünscht? Nein! Eine durchs Volk bestimmende DIREKTE DEMOKRATIE wohl eher nicht. Wo steuert Deutschland hin? Die Nichtwähler bilden die Mehrheit, aber die volksfernen Volksparteien tun sich trotz Verluste und der geringen Wahlbeteiligung stets als Wahlgewinner hervor! Die AfD ist das hervorgehende berechtigte Produkt der arroganten Volksparteien inkl. der Lobbyistischen EU die, die Bürger immer mehr sekkieren...

Volkswillen aus Wahlergebnis? Ist eine echte Demokratie erwünscht? Nein! Eine durchs Volk bestimmende DIREKTE DEMOKRATIE wohl eher nicht. Wo steuert Deutschland hin? Die Nichtwähler bilden die Mehrheit, aber die volksfernen Volksparteien tun sich trotz Verluste und der geringen Wahlbeteiligung stets als Wahlgewinner hervor! Die AfD ist das hervorgehende berechtigte Produkt der arroganten Volksparteien inkl. der Lobbyistischen EU die, die Bürger immer mehr sekkieren drangsalieren und deren Lebens Standard generell verschlechtern. Fazit! Die Meisten haben es satt, um immer wieder festzustellen, dass die Politiker nicht mehr zum Wohle IHRER Bürger agieren, voran die Kanzlerin als Gallionsfigur der Unglaubwürdigkeit, die zuerst verspricht und im nächsten Augenblick, ihr Wort bricht!!!


16.09.2014 | 01:32

Dirk Breitinger

Eine Anti-Nationale Politik zeigt wieder einmal, daß Demokraten weder Toleranz noch Kompromissbereitschaft zeigen. Genaugenommen wurden die etablierten Demokraten ja auch in der Weimarer Republik demokratisch abgewählt. Ohne, daß ich hier behaupten möchte, daß bei Hitler alles ideal lief, kann man grundsätzlich mal Fragen, ob die Demokratie tatsächlich das Beste System ist, neben dem Kommunismus selbstverständlich. Daß hier noch einiges an Verbesserungsbedarf besteht, erscheint...

Eine Anti-Nationale Politik zeigt wieder einmal, daß Demokraten weder Toleranz noch Kompromissbereitschaft zeigen. Genaugenommen wurden die etablierten Demokraten ja auch in der Weimarer Republik demokratisch abgewählt. Ohne, daß ich hier behaupten möchte, daß bei Hitler alles ideal lief, kann man grundsätzlich mal Fragen, ob die Demokratie tatsächlich das Beste System ist, neben dem Kommunismus selbstverständlich. Daß hier noch einiges an Verbesserungsbedarf besteht, erscheint vielen denke ich, ohne Zweifel. Man denke hier einmal an zwei Weltkriege, seit der Einführung der Demokratie, Oder die demokratische Flächenbombardierungen von Zivilisten im 2. Weltkrieg. Oder die sozialistischen Flächenenteignungen und Flächenvertreibungen aus den Ostgebieten. So democracy works ? Alles voll sozial und demokratisch ? Oder alles voll (demo-)krass ? Was wir tatsächlich benötigen ist meiner Meinung nach mehr Rechtsstaatlichkeit in der Demokratie. Z.B. durch bessere Gerichte, wie z.B. einen Menschenrechtsgerichtshof, einen Völkerrechtsgerichtshof, und einen Bürgerrechtsgerichtshof. Bei denen die Bürger auch gegen die Politiker wegen Menschenrechts, Bürgerrechts, Völkerrechtsverstößen oder Haushaltsrechtsverstößen klagen können.


15.09.2014 | 22:46

Artus

Tja, und es gäbe noch sooooooooooooooo viel über die Parteienvielfalt und deren Philosophien zu sagen oder zu schreibenhabe ich auch gemacht (auf meiner HP)Leider jedoch erlaubt mir Kopp nicht, darauf hinzuweisenschade! $aber ich azeptiere deren Entscheid.Ich jedoch habe Kopp auf meiner HP verlinktmit ein bisschen Glück schaffe ich es trotzdem noch, so hoffe ich, irgendwann einmal, dass ich es schaffe,mir ein bisschen, ein kleines bisschen, ein ganz kitzekleines Bisschen Gehör...

Tja, und es gäbe noch sooooooooooooooo viel über die Parteienvielfalt und deren Philosophien zu sagen oder zu schreiben

habe ich auch gemacht (auf meiner HP)

Leider jedoch erlaubt mir Kopp nicht, darauf hinzuweisen

schade! $aber ich azeptiere deren Entscheid.

Ich jedoch habe Kopp auf meiner HP verlinkt

mit ein bisschen Glück schaffe ich es trotzdem noch, so hoffe ich, irgendwann einmal, dass ich es schaffe,
mir ein bisschen,
ein kleines bisschen,
ein ganz kitzekleines Bisschen Gehör zu verschaffen.
denn nur lesen und hier Kommentare zu schreiben reicht ganz einfach nicht,
es braucht mehr
vielleicht ein bisschen Zivielcourage
so wie ich es tu.

Nun denn:sei´s drum!

LG Artus


15.09.2014 | 21:38

Henning B.

Nachtrag: Die AfD ist nicht politisch korrekt, daher das Verunglimpfen von den politisch Korrekten.

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