Sunday, 29. May 2016
28.11.2014
 
 

Platzmachen für Flüchtlinge: Günter Grass hält Zwangseinquartierungen für eine Option

Torben Grombery

Es gab einst Zeiten, da wurden Schnapsideen als das qualifiziert, was sie sind, und damit war das Thema erledigt. Nicht so heute, wo die vereinigte Linke in Deutschland allüberall ihre Helfer und Helfershelfer positioniert hat. Da bekommt der Schriftsteller Günter Grass eine breite Bühne dafür, dass er Zwangseinquartierungen von Flüchtlingen bei Deutschen für eine Option hält und darf sogar frei von Häme die Nachkriegssituation mit der heutigen Flüchtlingsproblematik vergleichen.

 

Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass hat sich am Rande eines Treffens der Autorenvereinigung PEN dafür ausgesprochen, Flüchtlinge notfalls auch zwangsweise einzuquartieren. Zwar seien die Deutschen bereit zu helfen. Sollte es aber Notfälle bei der Unterbringung von Flüchtlingen geben, hält er auch Zwangseinquartierungen für eine Option.

 

Günter Grass erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass dies nach dem Zweiten Weltkrieg auch gemacht wurde − teilweise unter Murren. Aber die 14 Millionen Deutschen und Deutschstämmigen aus dem Osten seien so wieder schnell auf die Beine gekommen.

 

Ohne diese Menschen, wie später auch die Gastarbeiter, hätte es das deutsche Wohlstandswunder nicht gegeben, so die Meinung des Schriftstellers, der auch gerne als »Hausmeister der Deutschen« bezeichnet wird.

 

Um die gutmenschliche Idee der Zwangsunterbringung von Flüchtlingen in deutschen Haushalten umzusetzen, dürfte dann die 2011 abgehaltene »ZENSUS« Volks- und Immobilienbefragung (wegen der rund 50 Fragen auch Datenkrake genannt) zur wertvollen Datenbasis werden.

 

Es gehört schon einiges dazu, die Situation direkt nach dem Zweiten Weltkrieg mit der heutigen Flüchtlingsproblematik zu vergleichen. Unerhört ist es allemal. Grass‘ letzte Äußerungen zu Israel ließen bereits Zweifel daran aufkommen, ob er die gegenwärtige Politik sachlich einzuschätzen vermag. Daran dürften spätestens jetzt keine Zweifel mehr bestehen.


Allerdings hat auch der Rest der Autorenversammlung und sonstigen PEN-Clubmitglieder ganz schicke Ideen. So hat man sich dort jetzt zu einem Aufruf zusammengeschlossen. Ein Appell an die Politik in Deutschland und Europa, endlich die Flüchtlingspolitik der EU grundlegend zu ändern.

 

Das Dublin II Abkommen soll, so der Appell der PEN-Clubmitglieder an die Politiker, durch eine menschenwürdige Konvention ersetzt und die Aufteilung der Flüchtlinge auf die Länder Europas gerechter werden. Die Drittstaatenregelung, nach der die geflohenen Menschen in die vermeintlich sicheren Länder an den EU-Außengrenzen abgeschoben werden dürfen, muss reformiert und ein Fonds geschaffen werden, der den Menschen das Ankommen im Exil tatsächlich möglich macht.

 

Das alles dürfte die Erklärung dafür sein, warum diesen Schnapsideen so breiter Raum im Mainstream eingeräumt wird.

 

 

 

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Leser-Kommentare (135) zu diesem Artikel

30.09.2015 | 02:27

Peter Andritzke

Zuerst mal einen Satz für unsere Juristen. Meine Meinung ist durch das Grungesetz geschützt und darf auch von nototrischen "Gutmenschen" nicht gegen mich verwendet werden!Ich gehe mal davon aus, dass sich bei Herrn Grass auf Grund seines doch recht hohen Alters so langsam Senilität breit macht. Ich werde auf KEINEN Fall eine Zwangszuweisung in meinem Wohneigentum hinnehmen. Dieses Recht werde ich mit meinem Leben verteidigen! Wer Leute aufnehmen möchte, bitte sehr. Ich...

Zuerst mal einen Satz für unsere Juristen. Meine Meinung ist durch das Grungesetz geschützt und darf auch von nototrischen "Gutmenschen" nicht gegen mich verwendet werden!

Ich gehe mal davon aus, dass sich bei Herrn Grass auf Grund seines doch recht hohen Alters so langsam Senilität breit macht. Ich werde auf KEINEN Fall eine Zwangszuweisung in meinem Wohneigentum hinnehmen. Dieses Recht werde ich mit meinem Leben verteidigen! Wer Leute aufnehmen möchte, bitte sehr. Ich will es nicht! Alleine der Satz von Herrn Gromberry: Niemand hat die Absicht, ... STOP Dejavue ... eine Mauer zu errichten? Da war doch was. Wer an mein Eigentum will, der muss mich umbringen! Unter dem mache ichs nicht. Auch nicht für Geld.

Grüße Peter


20.08.2015 | 18:33

Joseph Breitenbach

Die gegenwärtige Asylantenwelle ist Ausdruck kollektiven Irrsinns. Und bei Irrsinn sind nicht Politiker zuständig sondern Irrenärzte mit Zwangsjacken, und es sind auch keine Zelte und Turnhallen vonnöten sondern Gummizellen. Die meisten Asylforderer kommen übrigens aus den ehemaligen Kolonien und Mandatsgebieten der abgetakelten Siegermächte. Ist denen denn von den Kolonialmächten keine Demokratie beigebracht worden - zum Beispiel im Senegal, in Gambia und Sierra Leone? Ich warte...

Die gegenwärtige Asylantenwelle ist Ausdruck kollektiven Irrsinns. Und bei Irrsinn sind nicht Politiker zuständig sondern Irrenärzte mit Zwangsjacken, und es sind auch keine Zelte und Turnhallen vonnöten sondern Gummizellen. Die meisten Asylforderer kommen übrigens aus den ehemaligen Kolonien und Mandatsgebieten der abgetakelten Siegermächte. Ist denen denn von den Kolonialmächten keine Demokratie beigebracht worden - zum Beispiel im Senegal, in Gambia und Sierra Leone? Ich warte schon darauf, dass auch Asylforderer aus Puerto Rico, Guam, den Philippinen und von den Amerikanischen Jungferninseln kommen!


18.12.2014 | 22:18

Manfred

Dem haben sie wohl ins Gehirn geschi...... ich sage immer, sollen doch all diese Typen, bei sich zu Hause Flüchtlinge aufnehmen. Wird Zeit das die Volksverräter endlich verschwinden. Ja, 2015 da wird es richtig zur Sache gehen, 2014 war noch einmal ein ruhiges Jahr. Der Ami hat alles erreicht was er wollte, hätte unsere Kanzlerin mal einen Ar..... in der Hose gehabt, dann hätte sie dem Ami die Stirn gezeigt und sich Russland zugewandt das wäre uns besser bekommen, jetzt hat die...

Dem haben sie wohl ins Gehirn geschi...... ich sage immer, sollen doch all diese Typen, bei sich zu Hause Flüchtlinge aufnehmen. Wird Zeit das die Volksverräter endlich verschwinden. Ja, 2015 da wird es richtig zur Sache gehen, 2014 war noch einmal ein ruhiges Jahr. Der Ami hat alles erreicht was er wollte, hätte unsere Kanzlerin mal einen Ar..... in der Hose gehabt, dann hätte sie dem Ami die Stirn gezeigt und sich Russland zugewandt das wäre uns besser bekommen, jetzt hat die Tante alles erreicht, dass sie für alle Zeiten negativ in die Geschichte eingeht und wir durch sie mit unter gehen werden


18.12.2014 | 11:52

Olli

Jetzt mal ehrlich. Wem interessiert denn noch was er sagt? Laßt ihn sich wichtigtuen, sonst hat er ja nix mehr.


11.12.2014 | 22:27

Wolfgang Werner

Wie verkalkt muss der Mann eigentlich sein, wenn man deutsche Flüchtlinge, die nach dem Krieg aus Pommern, Schlesien , Ost- Westpreußen in den Westen kamen, mit schwarzhäutigen Afrikanern aus völlig anderen Kulturkreisen, fremden Sprachen, Religionen, Ess- und Lebensgewohnheiten, und deutsche Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Strebsamkeit, Disziplin uva., nie kennen gelernt haben, vergleicht. Der einzige Unterrschied zwischen Königsberg und Aachen bestand darin, dass in Königsberg die...

Wie verkalkt muss der Mann eigentlich sein, wenn man deutsche Flüchtlinge, die nach dem Krieg aus Pommern, Schlesien , Ost- Westpreußen in den Westen kamen, mit schwarzhäutigen Afrikanern aus völlig anderen Kulturkreisen, fremden Sprachen, Religionen, Ess- und Lebensgewohnheiten, und deutsche Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Strebsamkeit, Disziplin uva., nie kennen gelernt haben, vergleicht. Der einzige Unterrschied zwischen Königsberg und Aachen bestand darin, dass in Königsberg die Sonne etwa 1/2 Std. früher aufgeht als in Aachen.

Der PEN und alle Autoren und Schriftsteller sind sich einig, dass er seinen Nobelpreis keineswegs für seine lliterarischen Werke erhielt, sondern aus Mitleid. Ehrlich gesagt, auch mir tut er leid.


11.12.2014 | 15:39

HG

Kratzt er wieder an Netanjahu´s Tür?

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