Friday, 1. July 2016
02.12.2015
 
 

Studie: Rentner akut von Altersarmut bedroht

Torben Grombery

Das deutsche Rentensystem lässt nicht nur immer mehr Geringverdiener im Stich, wie eine Studie der OECD jetzt anprangert. Auch Menschen mit kurzer Erwerbsbiografie, darunter besonders Frauen – die lieber für ihre Kinder da waren anstatt zu arbeiten – werden künftig häufiger von akuter Altersarmut bedroht sein. Aktuell liegt das Risiko für Lebensältere, ihr Dasein in Armut fristen zu müssen, in der BRD bei 9,4 Prozent.

 

Das Ziel der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), ein Zusammenschluss vorwiegend wohlhabender Industriestaaten, ist es, eine Politik zu fördern, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert.

 

Die OECD bietet Regierungen ein Forum zur Zusammenarbeit an, indem sie Erfahrungen austauschen und Lösungen für gemeinsame Probleme suchen können – wenn man denn daran interessiert wäre. Das Fazit der aktuell von der OECD zur Gefahr der Altersarmut veröffentlichten Studie lautet für viele Ältere in Deutschland kurz vorab: Arbeit, Arbeit, Arbeit!

 

Demnach müssen unsere Rentner mit einem deutlich höheren Armutsrisiko leben als die Rentner in anderen EU-Ländern. Fast jeder zehnte Rentnerhaushalt (exakt 9,4 Prozent) in Deutschland verfügt schon jetzt über weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens. Im Vergleich zu unseren direkten Nachbarstaaten: Die Niederlande liegen bei 2 Prozent, die Franzosen bei 3,8 Prozent und für Dänemark wird die Zahl mit 4,6 Prozent beziffert.

 

Das Rentensystem in Deutschland sichert vor allem Geringverdiener sowie Menschen mit einer verkürzten Erwerbsbiografie in keinster Weise ausreichend gegen Altersarmut ab. Menschen mit geringen Verdienstmöglichkeiten – und die gibt es tagtäglich mehr – müssen hierzulande mit einer gesetzlichen Rentenleistung rechnen, die nur etwa zu einem Viertel dem Durchschnittseinkommen entspricht. Auch die staatliche Grundsicherung, die für arme Rentner als zusätzliche Absicherung gezahlt wird, ist im direkten Vergleich mit anderen reichen Volkswirtschaften nur unterdurchschnittlich.

 

Als Geringverdiener gilt bei der veröffentlichten OECD-Studie, wer die Hälfte des nationalen Durchschnittseinkommens erzielt oder darunter liegt. In vielen OECD-Ländern ist es das erklärte sowie avisierte Ziel der Politiker, dass die Rente von ihren Geringverdienern, gemessen an dem Einkommen, welches sie zu erwirtschaften in der Lage waren, sehr hoch ausfällt – offenkundig nicht so in Deutschland. Personen mit einem geringen Einkommen in Ländern wie beispielsweise Großbritannien, Luxemburg und sogar in der Türkei dürfen demnach mit einer Rentenleistung rechnen, die nur marginal unter ihrem Einkommen während der Berufstätigkeit liegt.

 

In Dänemark, den Niederlanden sowie in Irland würde der Staat heutigen Geringverdienern sogar eine Rente ausbezahlen, die höher ist als ihr Verdienst während der Berufstätigkeit. In den aufgeführten Staaten entspricht die tatsächliche Rentenauszahlung an den beschriebenen Personenkreis damit ungefähr der Hälfte des Einkommens vom Durchschnitt.

 

Insbesondere für die Menschen in Deutschland, die nur sehr wenig Einkommen erarbeiten können, offenbart die Studie aber eine noch düstere Zukunft. Denn sie basiert in Teilen auf der unrealistischen Annahme, dass die Menschen mit geringen Verdienstmöglichkeiten in Deutschland privat Vorsorge betreiben, um sich vor der drohenden Altersarmut abzusichern – doch das können sich die meisten Menschen mit schwachen Einkommen nicht einmal im Ansatz leisten.

 

Die Studie offenbart auch, dass ältere Menschen hierzulande schon jetzt immer länger in Lohn und Brot stehen. Waren es im Jahre 2004 noch 42 Prozent der 55- bis 64-Jährigen, die einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sind, stieg ihr Anteil bis zum Jahre 2014 um rund ein Drittel auf 66 Prozent – was naturgemäß auch dem deutschen Rentensystem zugutekommt. In diesem Sektor liegt Deutschland damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt.

 

Demnach liegt das tatsächliche Renteneintrittsalter in Deutschland mit 62,7 Jahren aktuell zwar unter dem Durchschnitt der OECD-Länder, parallel dazu sei aber auch der Anteil der Älteren im Job nirgendwo so stark angestiegen wie hierzulande. Bei den über 65-Jährigen in Arbeit landet unser Land wieder unter dem Durchschnitt – noch.

 

Erst kürzlich haben wir darüber berichtet, dass sich auch die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die am Allernötigsten wie warmen Mahlzeiten oder Heizkosten sparen müssen, um Miete oder Rechnungen für Versorgungsleistungen begleichen zu können, innerhalb der letzten zwölf Monate auf insgesamt 1,07 Millionen Menschen erhöht hat.

 

Hinzu kommt der sich wegen des anhaltend unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Armutseinwanderern stetig zuspitzende Verteilungskampf vor den Hilfseinrichtungen für die Armen wie den Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern oder Gebrauchtmöbelbörsen. Vorsicht Bürgerkrieg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Akute Armut unter Arbeitslosen: Wenig Interesse in der Politik

Torben Grombery

Der deutsche Sozialstaat bringt tagtäglich mehr Menschen hervor, die sich nicht einmal mehr jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten können. Die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die am Allernötigsten wie warmen Mahlzeiten oder Heizkosten sparen müssen, um Miete oder Rechnungen für Versorgungsleistungen begleichen zu können, hat  mehr …

Die große Enteignung: Jetzt wird das Geld eingetrieben

Redaktion

Deutschland, die EU und die gesamte westliche Welt stehen vor einem Scherbenhaufen. Überall brennt es, in der Flüchtlingspolitik, in der Wirtschafts- und Währungspolitik und in den Regierungen, die teils wie in Deutschland zerfallen. Janne Kipp hat ein neues Buch vorgelegt, das zeigt, in welche Richtung wir steuern. Die große Enteignung nennt ein  mehr …

Platzmachen für Flüchtlinge: Rentenalter rauf und Mindestlohn abschaffen

Torben Grombery

Die selbsternannten Eliten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bereiten die Öffentlichkeit jetzt Scheibchenweise darauf vor, wie sie die Finanzierung der Masseneinwanderung samt Neben- und Folgekosten künftig gestalten wollen. Nach Meinung von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sind radikale Sozialreformen das Gebot der Stunde: »Wir sollten den  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

TTIP-Krimi: Setzt dieser EU-Vietnam-Vertrag die USA unter Druck?

Janne Jörg Kipp

Geht es nach den jüngsten Berichten in Massenmedien, sind TTIP-Gegner in Deutschland angstgesteuert. Deutschland verweigert am liebsten alles: TTIP, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Olympia. Wir sind nicht veränderungswillig genug. Jetzt hilft der Spiegel den letzten Gegnern auf die Sprünge.  mehr …

Hurra: Neuer Service für faule Journalisten

Udo Ulfkotte

Journalisten haben es in unseren gleichgeschalteten Medien schwer. Zumindest sehen sie das selbst so. Denn sie müssen immer wieder Seiten oder Programme füllen und sich dann auch noch mit nervenden Bürgern herumschlagen. Doch jetzt gibt es die Erlösung.  mehr …

Der Krieg in unseren Städten: Atommächte sind hilflos gegen muslimischen Terror

Stefan Schubert

Auch deutsche Städte werden schon bald zu Kriegsgebieten. Es wird Zeit, dass unsere Regierung den Bürgern endlich offen sagt, dass Muslime des Islamischen Staates uns einen Krieg aufgezwungen haben. In Frankreich und Belgien wissen das die Menschen schon.  mehr …

Menschheit steht multiresistenten Keimen hilflos gegenüber

David Gutierrez

Immer häufiger erweisen sich Infektionen als resistent gegenüber den herkömmlichen Medikamenten. Mehr und mehr Menschen werden deshalb mit sogenannten Reserveantibiotika behandelt, warnt ein neuer Bericht von Public Health England, einer Behörde des britischen Gesundheitsministeriums. Außerdem heißt es dort, dass eine wachsende Zahl von Menschen  mehr …

Werbung

Zitat des Tages

"TEST Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld."
Aristoteles Onassis
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Das Tal der unsterblichen Meister

Eine Reise ins ewige Wesen aller Dinge

Im Sommer 2006 unternimmt der Seher und spirituelle Lehrer Aaravindha Himadra eine abenteuerliche Reise in ein unzugängliches, mythisches Tal im Himalaja. Dort trifft er die legendären Amartya-Meister, höchst verwirklichte menschliche Wesen. Sie sind die Hüter von geheimem spirituellem Wissen einer uralten Tradition, das sie befähigt, die Begrenzungen des Todes zu überwinden. Unter der Anleitung der Meister erfährt Aaravindha, wie die Naturgesetze ihre Gültigkeit verlieren; er reist durch die Zeit, macht Erfahrungen außerhalb seines physischen Körpers und gewinnt tiefe Einsichten in das ewige Wesen aller Dinge.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Deutschland vor dem Kollaps

Wie Sie Ihr Erspartes rechtzeitig in Sicherheit bringen können

Der Finanzexperte und Bestsellerautor Michael Grandt stellt in seinem neuen Buch zwei provokante Behauptungen auf: Deutschland droht der Staatsbankrott.Die bittere Wahrheit: Ein Staat, der vor der Pleite steht, wird alles tun, um an das Privatvermögen seiner Bürger zu kommen. Nutzen Sie deshalb den Informationsvorsprung aus diesem Buch, um Ihre Ersparnisse zu retten. Sie erhalten viele Praxistipps und Hintergrundinformationen, wie Sie sich schon im Vorfeld gegen den drohenden Staatsbankrott schützen können.

mehr ...

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.