Sunday, 24. July 2016
16.02.2014
 
 

Westerwälder Vogelschredder – Fortsetzung eines Schildbürgerstreichs

Torben Grombery

Vor zweieinhalb Jahren haben wir an dieser Stelle über einen Westerwälder Schildbürgerstreich berichtet, bei dem sich eine Kurgemeinde mit letzter Kraft den Ast absägen will, auf dem sie sitzt. Nun spuckt man dort abermals in die Hände und hofft wohl darauf, dass die Bevölkerung jubelt, wenn es weiter abwärts geht.

Viele Hunderttausend Menschen haben vor 30 Monaten einen Bericht über eine Gemeinde gelesen, die einen großen Windpark um eine Greifvogelstation und mitten ins Brutgebiet selten gewordener Eulen, Falken, Bussarde, Fledermäuse und des Roten Milan bauen will. Die Bürger wussten dort bis dahin nichts von den geplanten neuen Vogelschreddern der angeblichen Naturschützer. Es wurde aus der Sicht der Bevölkerung einfach über ihre Köpfe hinweg geplant.

 

Auf der einen Seite werden dort mit Steuergeldern Greifvögel geschützt, aufgezogen und liebevoll umsorgt. Die gleichen Gemeindevertreter, die sich so für die Natur einsetzen, haben nun in dieser Woche einstimmig beschlossen, den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass in der Nähe der Greifvogelstation ein großer Windpark geplant werden darf.

 

Wie überall bei solchen Projekten treibt der Windpark nun einen Keil in die Bevölkerung: Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Selbst der örtliche NABU teilt auf Anfrage mit, dass man in die Planungen nicht eingreifen werde, weil der Ortsverband der Vogelschützer spätestens jetzt gespalten sei. Die einen dafür, die anderen dagegen. Dabei gibt es einen Aspekt, welcher Gegner

und Befürworter von Windparks gemeinsam an einen Tisch bringen könnte: die Finanzen. Schließlich werden Windparks von bankrotten Gemeinden vor allem deshalb (meist zähneknirschend) genehmigt, weil sie doch angeblich Geld in die leeren Kassen spülen. Diese Hoffnung dürfte in Bad Marienberg bei den Schildbürgern im Gemeinderat wohl nicht anders sein.

 

Nachdenklich machen sollten deshalb die Nachrichten der vielen Firmenpleiten jener Windparkbauer, welche Gemeinden und Bürgern finanzielle Vorteile oder gar Gewinne aus Windkraft versprochen haben. Erst ging Prokon in die Insolvenz und jetzt steuerte auch Windwärts in die Pleite. Wenn man also über den Tellerrand hinausschaut, dann geht es beim Thema Windkraft nicht in erster Linie um Energie – sondern ums Geld. Und wenn man Berichte von Anlegern liest, die aus innerster Überzeugung in Windkraft investiert – und dabei als ausgewiesene Windkraftbefürworter viel verloren haben, dann wird man als unbeteiligter Dritter unweigerlich nachdenklich.

 

Die rheinland-pfälzische Kommune Weisenheim am Berg stand unlängst vor der gleichen Entscheidung wie die Westerwaldkommune Bad Marienberg. Und sie hat nachrechnen lassen, was ihr ein Windpark finanziell bringen würde. Die Ergebnisse hat man – weil die Studie mit Steuergeldern erstellt wurde – auch veröffentlicht. Und die Bilanz ist – aus der Sicht der Bürger – erschreckend. Die Gemeinde Weisenheim wird die ungeschönten Zahlen zu den Belastungen, welche Windkraft für die Kommune bringen werden, noch im Februar 2014 auf ihrer Webseite veröffentlichen (das wurde uns telefonisch bestätigt). Andere haben den gedruckten Flyer aus Weisenheim unterdessen schon als PDF veröffentlicht. Das Papier macht im Internet rasend schnell die Runde. Denn da steht schwarz auf weiß, wer wie viel an Windkraft verdient:

Hersteller der Windräder, Baufirmen, Projektentwickler, Service-Unternehmen und Banken erhalten zusammen 97% der Erlöse. Allen zehn Ortsgemeinden zusammen bleiben nach 15 Jahren aus den Pachteinnahmen, dem Steueranteil, dem Gewinn/Verlust-Saldo sowie abzüglich der Zinsen für die Finanzierung des Eigenkapitals magere 213 Tsd. EUR oder 0,7% der Einnahmen. Dafür trägt sie das gesamte Risiko bis hin zur Insolvenz.

Dem kompletten Insolvenzrisiko stehen also gerade einmal 0,7 Prozent der Profite gegenüber – ist das die grüne Energiewende, die wir Bürger fördern sollen?

 

Nun ist Weisenheim am Berg allerdings weit von Bad Marienberg im Westerwald entfernt. Und deshalb sollte man nach Windprojekten in der Region suchen, um einen Einblick über die möglichen finanziellen Erträge oder Verluste von Windanlagen zu bekommen. Der Bürgerwindpark Hilchenbach liegt aus der Vogelperspektive nur wenige Kilometer von Bad Marienberg entfernt. Dessen Betreiber gehen sehr offen mit Ertragsdaten um und veröffentlichen diese. Klar ist – vorsichtig ausgedrückt – dass dort in den letzten Jahren die angestrebten Ziele nie erreicht werden konnten. Man begründet das damit, dass der Wind in der Region halt nicht so geweht habe, wie es in den bunten Gutachten rosig prognostiziert worden war. Die dahinter stehende Aussage erinnert ein wenig an Banker, die Anlegern Schrottimmobilien oder Schiffsfonds mit unrealistischen Renditeversprechen verkauft hatten.

 

Nimmt man nun den aktuellen Flyer des Bürgermeisters aus Weisenheim zur Windkraft in Rheinland-Pfalz zur Hand, dann gibt es dort eine Karte, auf der farblich markiert ist, ob ein Gebiet in Rheinland-Pfalz extrem gute Winderträge bringen wird oder nicht. Und danach sollten Investoren im Westerwald nicht auf prognostizierte Renditeverheißungen, sondern auf die dort kartierten Fakten schauen. Die sehen bei näherer Betrachtung keineswegs so rosig aus, wie das möglicherweise demnächst beim Verkauf der Windräder über Genossenschaften an ahnungslose Westerwälder Bürger auch im Raum Bad Marienberg angepriesen werden wird.

 

Selbst die linke Tageszeitung taz warnt vor Geldanlagen in Windparks – und zwar vor Totalverlusten des investierten Geldes. Wer in Windkraft investiert, der ist bei näherer Betrachtung nicht anders als ein Zocker, ein Spekulant. Jene, die Windkraftanlagen verkaufen, gestehen ja inzwischen flächendeckend ein, dass die von ihnen ausgegebenen Renditeprognosen sich nicht erfüllt haben.

 

Vom Bund der Energieverbraucher gibt es einen Ratgeber für Windkraft-Anleger, den man sich im Hohen Westerwald vielleicht einmal in Ruhe anschauen sollte, bevor man um die Greifvogelstation ins Brutgebiet selten gewordener Eulen, Falken, Bussarde, Fledermäuse und des Roten Milan nun einen weiteren Windpark baut. Auch der Spiegel hat schon 1999 vor Windparks gewarnt (»Gefahr für Gutmenschen«), wenn diese von Kommunen oder Bürgern als Einnahmequellen betrachtet werden. Ingo Ermel, Fachmann für die Beurteilung des finanziellen Ertrages von Windparks, stellt heute klar:

Häufig werden bei mangelnder Expertise die Renditen zu optimistisch dargestellt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Dummerweise haben die künftig an den (noch gar nicht gebauten) Windparks um die Bad Marienberger Greifvogelstation beteiligten Gemeinden das Geld wohl schon virtuell ausgegeben, bevor auch noch der erste Bagger geordert wurde. Da wird schon über die künftige finanzielle Förderung von Vereinen und die Renovierung von Gemeindebauten gesprochen, noch bevor sich der erste Windflügel dreht. Das könnte allerdings ganz böse ins Auge gehen. Denn nach Angaben der zuständigen Naturschutzbehörde in Montabaur, welche vor allem die im geplanten Windpark unbestritten ansässigen und extrem seltenen Fledermauspopulationen schützen muss, dürfen die Windmühlen juristisch betrachtet zwar ganz sicher erst einmal errichtet werden.

 

Dummerweise bekommen sie vor der Inbetriebnahme aber ebenso sicher einen Algorithmus (eine Software), der von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang je nach Temperatur und Windstärke die Anlagen immer dann komplett zwangsabschaltet, wenn Fledermäuse aktiv sind. Für jene, die nun demnächst als Bürger Anteile an den Genossenschaften kaufen und damit die finanziellen Risiken des Windparks übernehmen sollen, ist das so, als ob sie an der italienischen Riviera in eine Pool-Anlage investieren sollen, die im Sommer nur dann betrieben werden darf, wenn es dort tagsüber regnet. Im Klartext: Die Anlagen werden wohl (wie in vielen ähnlichen Fällen zuvor) als Genossenschaftsanteile an die Bürger mit künftigen Ertragsprognosen verkauft, die in der Realität nicht zu erreichen sind. Denn die Anlagen werden ganz sicher zu bestimmten Zeiten zwangsabgeschaltet. Die Anlagen dürfen also nach dem Flächennutzungsplan gebaut werden, aber sie dürfen nach dem Naturschutz ebenso sicher nicht so betrieben werden, wie es die Rentabilität erfordern würde.

 

Vor diesem Hintergrund sei an die jüngste Windpark-Pleite von Windwärts erinnert. Diese Firma hatte auch an fast alles gedacht – bis auf den Roten Milan. Und den auf der Roten Liste stehenden Greifvogel gibt es dummerweise auch an jedem der Standorte, für den die Bad Marienberger Schildbürger nun neue Windparks ausgewiesen haben. Dabei hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz längst schon entschieden, dass im Umkreis von Horsten des Roten Milans keine Windkraftanlagen in Betrieb genommen werden dürfen, eine Zeitung berichtet:

Tatsächlich hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz bereits einmal einer Gemeinde Recht gegeben, die wegen einer Rotmilanpopulation das Einvernehmen für einen geplanten Windpark verweigert hatte. Das Gericht sah die Gefahr, dass insbesondere erwachsene Rotmilane während der Brutzeit auf Nahrungsflügen an den umstrittenen Windenergieanlagen zu Tode kämen. Schon der Verlust einzelner erwachsener Rotmilane während der Brutzeit bleibe indessen nicht ohne Auswirkung auf den Fortbestand der lokalen Gesamtpopulation der seltenen Vogelart.

Es ist ein Schildbürgerstreich: Man darf also Anlagen bauen, sie aber wegen der Fledermäuse und des Roten Milans garantiert nicht rentabel betreiben.

 

Die Gemeinde Bad Marienberg selbst könnte also mit guten juristischen Argumenten gegen den geänderten Flächennutzungsplan in einem klaren Augenblick vorgehen und ihn noch einmal stoppen – und auch die ansässigen Bürger könnten es. Vier Wochen lang haben sie dazu – ab heute – Zeit. Aber wahrscheinlich werden sich die meisten Bürger in Reih und Glied aufstellen und begierig darauf warten, dass sie Genossenschaftsanteile für die neuen Westerwälder Vogelschredder kaufen können. Was scheren sie die Erfahrungen aus Weisenheim oder von anderen Windkraft-Anlegern? Was interessieren sie der Rote Milan, die Fledermäuse oder der Naturschutz? Am Ende werden ihre Renditeerwartungen – wie fast überall – ganz sicher nicht erfüllt werden (können), sie werden die Natur ein wenig mehr zerstört haben und natürlich wird für alle Bürger der Strompreis weiter steigen.

 

Denn mit jedem weiteren subventionierten Windrad legen wir schließlich beim Strompreis alle drauf. Wir Deutschen zahlen ja derzeit schon fast 50 Prozent mehr für Energie als der EU-Durchschnitt. Und die Westerwälder Vogelschredder werden diesen Prozentsatz wieder ein klein wenig nach oben treiben. Das ist politisch so gewollt. Wer das anders sieht, der ist politisch nicht korrekt. Es war übrigens der Kopp-Verlag – und nicht etwa die Lokalpresse – der vor 30 Monaten zum ersten Mal auf den dreisten Schildbürgerstreich in Bad Marienberg hingewiesen hat. Wer wirklich gut informiert sein will und über die politischen Korrektheiten der medialen Einheitspresse hinausschauen will, der sollte die Lokalzeitung abbestellen und sich einen seriösen Informationsdienst zulegen. Die meisten Westerwälder um Bad Marienberg herum werden jedenfalls noch immer nicht wissen, was da um sie herum eigentlich vor sich geht.

 

Ach, übrigens: Bad Marienberg wird mit dem Bau des Schildbürger-Windparks wahrscheinlich auch den Zusatz »Bad« streichen und als Kurstadt einpacken können. Die Schildbürger werden auch das noch gar nicht wissen.

 

Nun gibt es natürlich noch das Argument, dass Windräder »alternativlos« seien, weil wir doch gar keine andere saubere Energiequelle haben. Das ist der Schenkelklopfer der Schlechtinformierten schlechthin. Denn wie schlecht die Bürger da draußen trotz Internet etc. informiert sind und politisch korrekt in eine Richtung (vor allem zum Bezahlen teurer Windkraft) gedrängt, ja getrieben werden, das sieht man derzeit am aktuellen Urteil des Berliner Kammergerichts zu zukunftsweisenden Technologien. Wir waren ja früher mal in Deutschland das Land der Dichter und Denker (aber das ist lange her). Und da entwickelt das Berliner Institut für Festkörper-Kernphysik jetzt einen bahnbrechenden neuen Reaktor für die Energiegewinnung, der garantiert keine atomaren Gefahren hat, weil er technisch völlig anders als ein Atomreaktor funktioniert. Es gibt nicht einen Menschen, der behauptet, das Ding sei auch nur theoretisch unsicher. Der wurde mit Steuergeldern entwickelt und hat letztes Jahr dann auch den renommierten Preis »Green Tech Award« gewonnen. Das aber passte natürlich nicht in die politisch korrekte Landschaft und so wurden nachträglich schnell die Kriterien der Preisvergabe verändert, damit bloß keine die Pfründe bedrohende Alternative zu Wind etc. auf den Markt in Deutschland kommt.

 

Dagegen hat das Institut (siehe hier das Urteil vom Februar 2014) erfolgreich geklagt. Das ist typisch für das Deutschland der Gegenwart im großen Spiel von Politik und Medien, wie die Bürger für dumm verkauft werden, damit sie bloß brav glauben, Windenergie etc. seien »alternativlos«. Ja, es gibt heute umweltfreundliche, ungefährliche und billige Kernenergie – und das auch höchstrichterlich bestätigt. Aber wir Bürger (auch Gemeinderäte) haben davon nicht die geringste Ahnung, werden manipuliert, belogen und betrogen, damit wir schön brav in der Herde mitlaufen. Und derweilen macht die grüne Windindustrie dicke Gewinne und lässt den Gemeinden 0,7 Prozent und das gesamte Insolvenzrisiko. Die Massenmedien verschweigen uns das.

 

Nun mag es sein, dass sich die Schildbürger im hintersten Winkel des Westerwaldes bislang mit den finanziellen Realitäten des Baus von Windrädern in ihrer Region nicht wirklich auseinandergesetzt haben. Denn vielleicht steht für sie ja der Umweltschutz an erster Stelle. Schließlich gelten Windräder bei Öko-Aposteln als »umweltfreundlich«. Den trolligen Politikern müsste dann allerdings entgangen sein, dass nach der Rodung der Zufahrtsschneisen für den neuen Windpark, der mitten in einem dicht bewachsenen Wald stehen wird, nicht wiederaufgeforstet werden darf. So will es die rot-grüne Landesregierung. Nur FDP-Politiker haben das bislang in der Öffentlichkeit zu kritisieren gewagt. Die Westerwälder Schildbürger werden also Wald abholzen, den sie offenbar nicht wiederaufforsten dürfen. Und sie werden Windräder bauen, die sich dann aber – wegen der schon beschriebenen juristisch zwingend erforderlichen Algorithmen - nicht immer dann drehen dürfen, wenn Wind kommt. Als ob das nicht genug wäre, fördern sie mit ihrem Windpark wohl auch noch die Erderwärmung. Wie bitte? Manch ein Leser wird sich spätestens jetzt verwundert die Augen reiben. Ich zitiere hier nur kurz aus einem umfangreichen aktuellen Text:

Laut Berechnungen der beiden US-Atmosphärenforscher Ron Prinn und Chien Wang vom Massachusetts Institute of Technology wirkt sich das immer zahlreichere Errichten großer Windkraftturbinen auf das Klima aus. Die Deckung von rund zehn Prozent des US-Energiebedarfs durch Windenergie würde demnach in den Staaten einen Temperaturanstieg um rund ein Grad Celsius nach sich ziehen. Physikalisch leicht zu verstehen: Die Energie des übers Land streichenden Windes wird von den Turbinen aufgenommen. Dadurch verringert sich die Windgeschwindigkeit, der horizontale Wärmeaustausch wird folglich blockiert und das Land erhitzt sich. Aus Großbritannien gibt es ebenfalls bemerkenswerte und unerwartete Erkenntnisse. Sie deuten darauf hin, dass große Windkraftwerke genauso viel Kohlendioxid freisetzen können wie die typischen, allgemein als fossilen Ursprungs klassifizierten Energieträger, die verrufenen schmutzigen Energien also.

Unabhängig davon behaupten britische Studien, dass Windkraft vor allem dazu diene, bei den Bürgern gleich mehrfach abzukassieren. Und darüber wird im Inselkönigreich jetzt auch in der Öffentlichkeit diskutiert. Prinz Philip, Gemahl der britischen Königin Elisabeth II., hat zudem politisch völlig unkorrekt erklärt, Windräder seien absolut »nutzlos« und die Geschichte vom kosteneffektiven Betrieb der Windräder sei ein erfundenes »Märchen«.

 

Die Schildbürger im Hohen Westerwald glauben allerdings noch ganz fest an Märchen. Und sie haben bei den Gemeinderatssitzungen für die Windräder tapfer öffentlich erklärt, nicht nach dem St.-Florians-Prinzip handeln und in der Bevölkerung auch unpopuläre Dinge durchziehen zu wollen. Vielleicht werden sie für diese tapfere Einstellung schon bald reich beschenkt werden. Denn man wird das alles auch in der fernen Landeshauptstadt mit Freuden gehört haben. Dort sucht man derzeit nicht nur händeringend nach Flächen für neue Windparks, sondern vor allem auch nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber. Schließlich gelten auch Asylbewerberheime wie Windräder politisch korrekt als »Bereicherung«. Nach offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamtes haben zwar 62 Prozent der nach Deutschland eingewanderten Zuwanderer noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss, aber sie gelten politisch korrekt als »Bereicherung«. Weil die Bad Marienberger nun eben nicht nach dem St.-Florians-Prinzip handeln und lieber brav alle politisch korrekten Vorgaben schlucken wollen, könnte die Landesregierung nun auf die Idee kommen, die hoch oben lebenden Bürger noch weiter »bereichern« zu wollen. Der Schildbürgerstreich wäre dann wohl nicht mehr zu toppen. Wir schlagen deshalb vor: Liebe Marienberger, subventioniert doch gleich freiwillig mit jedem neuen Windrad in eurem Wald auch gleich ein Asylbewerberheim vor eurer Haustüre. Nein, das ist ganz sicher nicht absurd. Schließlich sind Asylbewerberheime in Deutschland beliebter als Windräder. Aber vielleicht plant Schildbügermeister Jürgen Schmidt (SPD) das alles ja schon längst. Beim Windpark haben die Bürger schließlich von den Planungen ebenfalls zumindest in ihren Regionalmedien über Jahre schlicht nichts mitbekommen. Nur jene, die sich auch außerhalb der politisch korrekten Mitteilungsblättchen informiert haben, waren frühzeitig gut informiert.

 

Der schon weiter oben erwähnte aktuelle Flyer des Bürgermeisters aus Weisenheim zur Windkraft in Rheinland-Pfalz belegt eindrucksvoll, dass es auch Bürgermeister gibt, welche alle betroffenen Haushalte einer von projektierter Windkraft tangierten Gemeinde rechtzeitig über wirklich alle Facetten informieren. Wer die dort zusammengetragenen Fakten gelesen hat, der wird bei klarem Verstand nur noch den Kopf schütteln, wenn er an die hoch oben im hintersten Westerwald vor sich gehenden Dinge denkt. So ist es denn kein Wunder, wenn die Politverdrossenheit in der Bevölkerung weiter zunehmen wird. Wenn die Schildbürger das erreichen wollten, dann kommen sie ihrem Ziel gerade ein großes Stück näher.

 

73 Prozent der Deutschen haben nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage kein Vertrauen mehr in ihre Politiker. Woran das nur liegen mag? Wahrscheinlich an den Schildbürgern in der Politik. In Bad Marienberg heißt es nun von der Politik erst einmal bauernschlau, die Tatsache, dass man einen Windpark abgenickt habe, heiße ja noch nicht, dass dieser in der Realität auch gebaut werde. Das klingt so beruhigend wie einst die Worte »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.« Man weiß, was dann geschah.

 

Ein ehrlicher Stadtschreiber müsste für Bad Marienberg schon jetzt für nachfolgende Generationen den Satz festhalten: Über Deutschland lacht die Sonne, über Bad Marienberg die ganze Welt. Schließlich sägt sich die Stadt gerade munter selbst jenen Ast ab, auf dem sie sitzt.

 

Vielleicht aber gibt es da draußen aber auch irgendwo eine versteckte Kamera. Und der Bestseller von Henryk Broder »Hurra, wir kapitulieren!« wird gerade vor der Kulisse des (noch) idyllischen Westerwald-Städtchens für eine Satire verfilmt. Dann sollte man jetzt schnell Popcorn kaufen und beobachten, welch lustige Ideen die Trolle dort als Nächstes rauslassen werden.

 

 

 

 


 

 

 

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