Sonntag, 4. Dezember 2016
21.09.2011
 
 

Westerwälder Vogelschredder: Rot-grüne Energiepolitik zu Lasten der Natur

Torben Grombery

Die rot-grüne rheinland-pfälzische Landesregierung steht nach eigener Auffassung für den Naturschutz. Und sie fördert alternative Energien wie die Windkraft. Im hohen Westerwald kann man in der Kurstadt Bad Marienberg jetzt sehen, was das in der Realität bedeutet: Da soll nun offenbar in aller Eile ein großer Windpark um eine Greifvogel-Station und mitten ins Brutgebiet selten gewordener Eulen, Falken, Bussarde, Fledermäuse und des Roten Milan gebaut werden. Die Bürger wissen dort noch nichts von den neuen Vogelschreddern der angeblichen Naturschützer. Es wird bislang über ihre Köpfe hinweg geplant.

Seit dem Atomausstieg der Bundesregierung ist klar, dass auf die Bürger beim Thema Energie nicht nur erheblich höhere Stromkosten zukommen werden. Schließlich brauchen wir auch Energiesicherheit. Und wo Atomkraftwerke abgeschaltet werden, da muss die Energie anderweitig beschafft werden – und zwar schnell. Bis dahin sind sich alle Parteien und Bürger einig. Der Streit beginnt immer erst dann, wenn Bürger, die Steckdosen haben und wie selbstverständlich Strom beziehen, vor ihrer eigenen Haustüre mit der Produktion von Energie konfrontiert werden. Wenn

Menschen erfahren, dass Windparks direkt neben ihren Häusern gebaut werden, dann bilden sich häufig sofort Bürgerinitiativen. Deshalb warten die Planer mit der Information der Öffentlichkeit bis zur letzten Sekunde, um den möglichen Unmut von Bürgern nicht schon früh hochkochen zu lassen. Mitunter aber führt das zu Schildbürgerstreichen wie jetzt im Westerwald.

Die Westerwaldgemeinde Bad Marienberg ist eine Kurstadt, deren Umgebung von Wiesen und Wäldern geprägt ist. Naturfreunde finden dort noch viele vom Aussterben bedrohte Tiere wie den Roten Milan (Gabelweihe), von dem es in ganz Europa nur noch etwa 19.000 Exemplare gibt. Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg hat Glück, denn sie hat (noch) viele seltene Greifvögel in den umliegenden Wiesen und Wäldern: Neben dem Roten Milan sind auch Eulen, Uhus, Bussarde und Falken heimisch. In den letzten kalten Wintern sind einige der seltenen Tiere verhungert, aber die Bestände erholten sich wieder, weil es Naturschützer gibt, die sich liebevoll um die Tiere kümmern. Eine Greifvogelstation zählt inmitten eines idyllischen Tierparks zu den großen Touristen-Attraktionen der Verbandsgemeinde Bad Marienberg.

Jetzt aber konkurriert der Energiehunger der Westerwälder mit den Lebensinteressen der selten gewordenen Greifvögel. Und es ist klar, wer den Kürzeren ziehen wird: die Tiere. Ein Windrad tötet pro Jahr statistisch gesehen 1,3 große Greifvögel (und etwa 80 Kleinvögel). Nun gibt es Regionen (etwa an Nord- und Ostsee), wo es zwar viele Windräder, aber wenig Greifvögel gibt. Damit ist klar, dass Windräder in waldreichen Regionen wie dem Westerwald erheblich mehr Greifvögel töten. Trotzdem brauchen wir natürlich Energie. Das ist unbestritten.

Auf der Bad Marienberger Höhe wird gerade um den Wildpark herum, in unmittelbarer Nähe der Falknerei und nur wenige Meter von einem der letzten Bruthorste des Roten Milans entfernt, an den Wolfsteinen einer der großen neuen Windparks in Rheinland-Pfalz geplant. Die Windmessungen auf dem Gebiet der Gemeinde haben ergeben, dass die größte Windenergieausbeute genau dort im Landschaftsschutzgebiet stattfindet, wo sich die letzte große Population von Greifvögeln zurückgezogen hat. Pech für die Greifvögel.

Ebenso verheerend sind die Planungen für die ebenfalls vom Aussterben bedrohten Fledermäuse, die in den alten Basaltbrüchen um Bad Marienberg herum nisten und von Windkraftanlagen magisch angezogen werden, weil sich abends um die Rotoren viele Insekten versammeln: Für die Fledermäuse ist der geplante neue Windpark eine gigantische Todesfalle, denn die Population wird dort an dem von den Windflügeln verursachten Barotrauma sterben. Der Unterdruck in der Umgebung zerfetzt ihnen die Lungen. Sie fallen dann einfach tot vom Himmel. Und zwar ohne die geringste Berührung mit den Flügeln der Windräder. Viele Menschen wissen halt nicht, dass Windräder solchen Tieren im Vorbeiflug die Lungen zerfetzen. Man spricht auch besser nicht darüber. Schließlich gelten Windräder als naturfreundlich.

Im rot-grünen Rheinland-Pfalz haben viele vom Aussterben bedrohte Tiere wie seltene Greifvögel oder Fledermäuse jetzt offenbar keine Lobby mehr. Sonst würde man einen Windpark nicht direkt neben einen Greifvogel-Park und in eines der letzten großen Brutgebiete von Fledermäusen, Eulen, Bussarden und Falken planen (mal ganz abgesehen vom Roten Milan).

In den Feuchtwiesen der Verbandsgemeinde Bad Marienberg hatten unlängst sogar Störche auf dem Weg nach Afrika Rast gemacht. Das zeigt, wie intakt die Natur dort noch ist. Bei einem der nächsten Flüge über Bad Marienberg wartet dann vielleicht schon der neue Vogelschredder-Park auf die letzten Störche. Ebenso wird es den Kranichen ergehen, die zweimal im Jahr über die Region fliegen. Noch weitaus seltener ist der Eisvogel, der ganzjährig in der Nähe der Wolfsteine an einem Gewässer nistet und sogar zum Westerwälder Star einer eigenen Fernsehsendung wurde. Man wird jetzt in Bad Marienberg sehen, ob diese seltenen Tiere noch eine Lobby haben.

Es ist erstaunlich, dass die Bürger der Umgebung bis zur Veröffentlichung dieses Berichts nirgendwo (nicht einmal in der Westerwälder Zeitung) darüber informiert worden sind, was von der Politik geplant wird. Dafür muss man heute allerdings Verständnis haben. Was ist schon eine intakte Kolonie vom Aussterben bedrohter Tiere gegen den Anspruch der Bürger, jederzeit Strom aus der Steckdose beziehen zu dürfen? Schließlich können sich die Menschen die Greifvögel und Störche ja auch im Fernsehen anschauen (mit Strom, den sie aus den Vogelschreddern beziehen).

Uhu und Eule sind Inbegriff für Klugheit. Seit zehn Jahren nistet die Eule wieder am Rande von Bad Marienberg. Die Klugheit wird nun geschreddert. Das ist jetzt politisch und ökologisch korrekt. Am Mittwoch, dem 21. September 2011, will die Verbandsgemeinde Bad Marienberg bei einem Treffen eine Vorentscheidung über den Vogelschredder-Park treffen. Und die Bevölkerung hat bislang nicht die geringste Ahnung davon. Auch die Nachbargemeinden Daaden und Hachenburg planen neue große Windparks. Pech für die Greifvögel. Die in Bad Marienberg vorgesehenen dreizehn Großanlagen werden angeblich etwa die Höhe des Kölner Doms haben.

Das alles ist auch Pech für die Touristen: Denn dort, wo die Windräder nach den bisherigen Planungen stehen sollen, gibt es im Winter Langlauf-Loipen. Nun gibt es in der Umgebung von Windrädern den bekannten Eisschlag. Werden die Windräder dort tatsächlich gebaut, dann kann man auch die Langlauf-Loipen wohl getrost vergessen. Doch irgendwo muss die Energie für die Westerwälder schließlich herkommen. Der Westerwald hat viel Wald. Und mit Holzpellets könnte man CO2-neutral Strom erzeugen. Und zwar immer dann, wenn er benötigt wird. Denn die geplanten Windräder werden in windstillen eisigen Frostnächten garantiert keinen Strom produzieren. Man darf also gespannt sein, ob und welche Schildbürgerstreiche man nun im hohen Westerwald verwirklichen wird. Und wann man die Bürger darüber auch offiziell informiert. 

Am Rande sei erwähnt, dass Greif- und Großvögel Nahrung nur inmitten einer intakten Natur vorfinden. Sie brauchen Feuchtwiesen etwa mit Mäusen, Fröschen und Würmern. In Monokulturen mit Raps und Maisfeldern finden sie die nicht mehr. Und obwohl die EU-Kommission Biokraftstoffe in einem internen Papier inzwischen für extrem umweltschädlich hält, werden im Umkreis von Bad Marienberg immer mehr solcher Anlagen genehmigt und auch die dazu gehörenden Felder mit Monokulturen angelegt. Bioenergie verschlimmert aber nach neuesten Erkenntnissen die Erderwärmung. Neben den Windrädern unternimmt man im Westerwald einzig aus Gründen der politischen Korrektheit alles, um den letzten seltenen Vögeln die Lebensgrundlagen weiter zu entziehen und das Klima zu schädigen. Auch wenn man in Brüssel längst weiß, welcher Wahnsinn das offenkundig ist. So sind sie die Gutmenschen. Beim Euro haben sie uns auch gesagt, alles werde gut. Bis zum großen Knall.

 

Weitere Informationen gibt es hier:  verbandsgemeinde@bad-marienberg.de

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Neues Mittel gegen Schlaganfall
  • Preisdrückerei beim Autobau: Dünnes Blech
  • Wissenschaft: Lügendetektor überflüssig
  • Vorsicht Bestatter:Todsichere Geschäfte

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Windräder: Todesfalle für Fledermäuse

Edgar Gärtner

Windräder sind politisch und ökologisch korrekt. Gefährdete Tierarten wie Fledermäuse sehen das völlig anders. Ihnen zerreißen die Rotoren mit Unterdruck im Vorbeifliegen auch ohne Berührung die Lungen.  mehr …

Ein Weißstorch sagt allen Rettern: DANKE

Redaktion

Am Mittwoch haben wir an dieser Stelle auf einen Weißstorch aufmerksam gemacht, der offenkundig Hilfe benötigte. Er wurde von seinem Zugvogelschwarm, der Richtung Afrika zog, im Westerwald zurückgelassen. Die Reaktion unserer Leser war überwältigend. Nachfolgend ein Bericht über den aktuellen Stand. Und vorab schon einmal ein großes DANKE an alle  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Folgen der Zuwanderung: Leberkrebs aus der Döner-Bude

Udo Ulfkotte

Lepra, Tuberkulose, Cholera, Dengue-Fieber und Hepatitis B sind nur einige von vielen Krankheiten, die uns offene Grenzen in Zentraleuropa bescheren. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt jetzt Alarm: Wegen unserer Sorglosigkeit sind viele der eingeschleppte Krankheitserreger inzwischen resistent. Der GAU ist programmiert.  mehr …

Ifo-Institut: Die Konkurswahrscheinlichkeit Deutschlands liegt schon bei zehn Prozent!

Michael Grandt

Es ist kaum zu glauben, wie die Bundesregierung ihre Bürger betrügt und belügt. Die Haftung der deutschen Steuerzahler für die Euro-Rettung ist eigentlich DOPPELT so hoch, wie offiziell angegeben und treibt unser Land immer mehr in Richtung Zahlungsunfähigkeit.  mehr …

Arbeitslos und kein Feigling? Es lockt ein neues Leben als deutscher Diplomat

Christine Rütlisberger

Millionen Deutsche sind arbeitslos. Dabei gibt es extrem gut bezahlte Stellen, für die verzweifelt Menschen gesucht werden. Das Auswärtige Amt hat beispielsweise ein gewaltiges Problem.  mehr …

Deutschland: Warum die aktuelle Frauenpolitik links liegen gelassen wird

Birgit Kelle

Was ist eigentlich mit den Linken los? Genauer, mit den linken Frauen und ihrer Frauenpolitik? Vielleicht haben sie den Unterschied zwischen Gleichheit und Gleichwertigkeit nicht verstanden? Oder den Unterschied zwischen Gleichheit und Gleichmacherei? Oder sie kennen den Unterschied doch, aber es ist ihnen egal? Das wäre die unelegante, aber  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.