Sunday, 29. May 2016
17.03.2016
 
 

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer kauft Gold und hortet Bargeld, um sich gegen die Negativzinsen zu wehren

Tyler Durden

Die deutsche Münchener Rück kündigte am 16. März an, angesichts der negativen Strafzinsen, die vor einiger Zeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) verhängt wurden, ihre Goldreserven zu erhöhen und Gold einzukaufen. Der Konzern ist mit einem Nettovolumen seiner Rückversicherungsprämien von knapp 31,2 Milliarden Dollar nach der Swiss Reinsurance der zweitgrößte Rückversicherer der Welt und damit fast doppelt so groß wie Berkshire Hathaway Re, das den dritten Platz in dieser Rangfolge einnimmt.

 

Mark OʼByrne verwies auf der Internetseite GoldCore auf diesen Artikel von Thomson Reuters und erklärte dann, der zweitgrößte Rückversicherer sei bei Weitem nicht das einzige Unternehmen, das nach alternativen Anlagestrategien suche, um sich vor den Folgen der Nullzins- und Negativzinspolitik zu schützen. Diese schmälert die Einkünfte der Versicherungskonzerne, aus denen die Auszahlungen auf ihre Policen bestritten werden.

 

Seit einiger Zeit schon lagert die Münchener Rück Gold und seit Kurzem auch Bargeld in einer zweistelligen Millionenhöhe in ihren Tresoren, erklärte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.

 

»Wir testen das jetzt mal. Daran sehen Sie, wie ernst die Situation ist«, sagte er.

 

In der vergangenen Woche hatte die EZB ihren Leitzins auf null Prozent gesenkt und die Negativzinsen, die auf die Einlagefazilität, also die Möglichkeit der Geschäftsbanken im Euroraum, kurzfristig nicht benötigtes Geld bei der Europäischen Zentralbank anzulegen, von -0,3 Prozent auf -0,4 Prozent erhöht.

 

Mark OʼBryne schreibt weiter:

»Die Münchener Rück gehört zu den größten Rückversicherern weltweit und kontrolliert Investitionen in Höhe von 231 Milliarden Euro. Würde man nur drei Prozent davon in Gold umschichten, entspräche dies einem Goldkauf im Umfang von 8,19 Milliarden Dollar. Bei einem Spotpreis von 1130 Dollar pro Feinunze entspräche dies 7,2 Millionen Feinunzen oder 225,4 Tonnen physischen Goldes.

Dies sind interessante Neuigkeiten. Unserer Ansicht nach werden es andere Institutionen dem Rückversicherer gleichtun und ihre Anlagen in Richtung Gold diversifizieren, um sich gegen die Negativzinsen zu schützen. Uns liegen bisher keine konkreten Informationen dazu vor, dass andere Institutionen oder Unternehmen außerhalb der Zentralbanken ihre Anlagen in Richtung Gold umschichten. Aber es liegt nahe, dass ein kleiner Prozentsatz in die Fußstapfen der Münchener Rück treten wird.«

Aber nicht nur Gold ist gefragt. Der Rückversicherer bestätigte: Sollten die Negativzinsen eine bestimmte Höhe erreichen, gewinne Bargeld zunehmend an Bedeutung.

 

Wie Bloomberg berichtet, will der deutsche Konzern Bargeld im Wert von mindestens zehn Millionen Euro in zwei Währungen einlagern, sodass man für diese Summe bei sofortiger Verfügbarkeit keine Strafzinsen zahlen müsse, erklärte von Bomhard auf der Pressekonferenz am Mittwoch in München. »Wir werden genau verfolgen, wie andere reagieren, um die Zahlung von Negativzinsen zu vermeiden.«

 

Bloomberg weiter:

»Institutionelle Anleger wie Versicherer, Sparkassen und Rentenfonds denken darüber nach, ob sich die Versicherungs- und logistischen Kosten für die Einlagerung physischen Goldes rechnen würden, wenn die Zinsen für täglich fällige Einlagen noch tiefer unter null sinken und die negativen Erträge die Anlagerenditen schmälern.«

»Wenn die Zinsen einmal tief genug gesunken sind, könnte [eine solche Umschichtung] durchaus zu einem Massenphänomen werden – die Frage ist nur, wann genau dieser Punkt erreicht ist«, sagte Christoph Kaserer, Professor für Finanzwissenschaft an der TU München. »Für große institutionelle Anleger dürfte dieser Zeitpunkt eher früher als später eintreten. Die EZB wird darauf mit Gegenmaßnahmen wie etwa der Begrenzung von Bargeld reagieren.«

Wie Bloomberg weiter anmerkt, könnte die Strategie der Münchener Rück, wenn sie von anderen Marktakteuren aufgegriffen wird, die Nullzins- oder Strafzinspolitik der EZB untergraben. Mit ihren Maßnahmen will die EZB die Kreditkosten senken und damit eine Ausweitung der Kreditvergabe bewirken. Das Bunkern großer Mengen von Bargeld könnte die Wirksamkeit dieser Politik der EZB auf die Realwirtschaft beeinträchtigen.

»›Die Münchener Rück, die insgesamt 231 Milliarden Euro an Investitionen kontrolliert, will nun austesten, ob die Einlagerung von Banknoten praktikabel ist, da der Konzern bereits einen Teil seiner Goldreserven in seinen Tresoren lagert‹, meinte von Bomhard. Gleichzeitig nutzen immer mehr Verbraucher Kreditkarten und Onlinebanking, um Transaktionen abzuwickeln. Der Vorstandschef der Deutschen Bank John Cryan geht davon aus, dass Bargeld innerhalb der kommenden zehn Jahre völlig verschwinden werde.

›Dies macht die Schwierigkeiten deutlich, mit denen die EZB beim Versuch der Ankurbelung der Realwirtschaft zu kämpfen hat‹, erklärte Andreas Öhler, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität im bayerischen Bamberg. ›Negativzinsen auf täglich fällige Einlagen wirken auf die langfristige Kreditvergabe nicht stimulierend, sondern verteuern nur die Kosten von Unternehmen und Institutionen für den Zahlungsverkehr.‹«

Wenn übrigens die Obsession der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, sich als planwirtschaftlicher Kontrolleur zu gebärden, scheitert und die wirtschaftliche Entwicklung in den USA die Form einer Abwärtsspirale einnimmt, dürften auch in den USA Negativzinsen auf der Tagesordnung stehen.

 

Dann werden Echtzeitexperimente, wie man sich am wirkungsvollsten den Auswirkungen einer repressiven Währungsordnung entzieht, besonders für diejenigen von großem Interesse sein, die ihre Vermögenswerte schützen wollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eine geheime Machtelite hat ein System der Finanzkontrolle geschaffen.

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