»Loveparade«: Sind die 21 Toten Opfer politischer Machtspiele?
Udo Schulze
Die Bilder der Massenpanik von Duisburg sind längst durch Presse und TV gelaufen. Öffentliche Beileidsbekundungen gab es. Gegner und Befürworter der Loveparade haben ihre Argumente ausgetauscht. Jetzt sollte es konzentriert an die Analyse des Unglücks gehen. Doch tatsächlich hat sich daraus eine Katastrophe nach der Katastrophe ergeben. Offensichtlich sind die 21 Toten Opfer politischer Machtspiele geworden.

Der tödliche Raver-Umzug vom 24. Juli war noch nicht beendet, da schoben sich Veranstalter, Stadt Duisburg und Polizei bereits gegenseitig die Verantwortung zu – mit höchst unangenehmen Fortsetzungen. Im Fadenkreuz der Kritik: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU). Ihm wird vorgeworfen, sämtliche Sicherheitsbedenken unbeachtet gelassen zu haben, nur um die Parade aus Prestigegründen in seine Stadt zu holen. Schützenhilfe bekam der Oberbürgermeister von seinem Parteifreund Thomas Mahlberg, damals Bundestagsabgeordneter und heute noch Vorsitzender der CDU-Duisburg . Der hatte im Februar 2009 einen Brief an den damaligen NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) geschrieben und online gestellt. In dem Schreiben greift Mahlberg Duisburgs Polizeipräsidenten Rolf Cebin an und fordert dessen Absetzung. Grund: »Am vergangenen Wochenende lies (sic! ) die Duisburger Polizei nunmehr erklären, eklatante Sicherheitsmängel stünden einer Durchführung der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 entgegen.« Und weiter empört sich Thomas Mahlberg: »Während der Veranstalter der Loveparade noch nicht einmal eine Strecke angemeldet hat und die Gespräche zwischen Stadt und Veranstalter geführt werden, sagt Herr Cebin die Loveparade für Duisburg ab. Eine Negativberichterstattung in der gesamten Republik ist die Folge. Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium (…) zu wagen.«
Gesagt, getan – Rolf Cebin erlebte die Todesparade nicht mehr als Polizeipräsident, sondern als Rentner. Sind Mahlberg und Sauerland somit für den Tod der 21 Parade-Besucher deutlich mit verantwortlich? Während die Pressestelle im Duisburger Präsidium noch immer davon spricht, Cebin sei »ganz normal in den Ruhestand gegangen«, scheint dessen Pensionierung offensichtlich aufgrund politischer Ränkespiele erfolgt zu sein. Dafür, dass der seit Jahrzehnten an der Spitze der Duisburger Polizei (selten glücklich) agierende Rolf Cebin zwar pünktlich zum 65. Lebensjahr, aber dennoch unter Druck abgesetzt wurde, spricht die Tatsache, dass Duisburg seitdem keinen wirklichen Polizeipräsidenten mehr hat. Nachfolger Detlef von Schmeling steht der Behörde nämlich nur »kommissarisch« vor, was bedeutet, dass die wahre Führung der Polizei politisch in ganz anderen Händen liegt.
Da kann es nur reiner Zufall sein, dass nach Angaben von Spiegel-Online kurz nach der tödlichen Parade von Duisburg sämtliche auf die Loveparade bezogenen Daten von den Computern der Beamten verschwunden sein sollen. Von Schmeling reagierte schnell und ließ über seine Pressestelle ein Dementi verbreiten. Doch der Blaublüter kam in diesem Fall so manchem verdächtig schnell vor…
Bilder: CDU, dpa
Interesse an mehr Hintergrundinformationen?
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!
Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.
In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:
- Zukunftsforscher Gerald Celente: Ab 2012 Kriege in Europa möglich
- Alt und arm – so werden Rentner zukünftig leben
- BP: Konzession für Ölbohrungen in Libyen gegen Freilassung von Lockerbie-Attentäter
- »Made in Germany« - deutsche Technik verliert weltweit an Ansehen
- Vertraulich: Immer mehr Beinahe-Zusammenstöße im deutschen Luftraum

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!
© 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.