Abszess am Gesäß: Ist Okan Y. deswegen schuldunfähig?
Udo Schulze
Possenspiel vor einem Gericht in Frankfurt/Main: Weil er unter einem Abszess am Gesäß leidet, will ein Angeklagter auf Schuldunfähigkeit plädieren. Das Geschwür habe sich aus psychosomatischen Gründen gebildet, gibt Okan Y. an.
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Das seien die Auswirkungen eines Unfalls, den Y. mit einem 80.000 Euro teuren BMW verursachte. Der Wagen, in dem außer ihm noch sein Cousin Ugur B. und die beiden Mädchen Leandra B. und Amra H. (damals beide 17) saßen, schoss bei einer nächtlichen Spazierfahrt durch Offenbach in den Main und ging unter. Während sich die beiden jungen Männer retteten, kamen ihre Begleiterinnen auf dem Rücksitz des Autos ums Leben. Erst nach elf Stunden konnte das Wrack mit den Leichen geborgen werden. Jetzt wird dem jungen Mann, der seinen Führerschein für 400 Euro in Tschechien erwarb, der Prozess gemacht. Doch scheint ihn das nicht groß zu stören. Der deutschen Justiz gegenüber gibt sich der Hartz-IV-Empfänger zerknirscht und beteuert, das alles tue ihm wirklich Leid. So sehr, dass er unter dem bleibenden Eindruck des schrecklichen Unfalls zu einem kranken Mann geworden sei. Beweis dafür sei das Geschwür an seiner Rückseite. Okan Y. brach eine Lehre als Einzelhandelskaufmann ab und kam schon häufiger wegen Verkehrsverstößen mit dem Gesetz in Konflikt: Im Jahr 2004 wegen Unfallflucht, zwei Jahre später wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, 2007 missachtete er eine rote Ampel. Zudem wurde er wegen Diebstahls und Missbrauchs von Notrufen verurteilt.
Unterdessen scheint der Bürgermeister der Stadt Königstein, die nur wenige Kilometer von Frankfurt/Main entfernt liegt, für solche Eskapaden offenbar ein gewisses Verständnis zu haben. Nach einem Bericht der Frankfurter Neue Presse sprach Leonhard Helm (CDU) nach dem 60. Königsteiner Burgfest, bei dem sich Migranten an Schlägereien und Raubüberfällen beteiligten, von einem »ruhigen Verlauf« der Feierlichkeiten. Im Gegensatz dazu meldete eine Lokalzeitung: »Noch bevor das 60. Burgfest (…) zu Ende geht, steht eines fest: Der Wunsch von einer friedvollen Party in Königstein ist ein Traum geblieben.« So sieht das auch die örtliche Polizei, die einem Behördensprecher zufolge die Lage nicht mehr allein bewältigen konnte und Unterstützung aus Bad Homburg anfordern musste.
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