Afghanistan: Die Deutschen machen die Drecksarbeit
Udo Schulze
Die Bundeswehr verliert in Afghanistan Männer, Material und Fahrzeuge. Für andere dagegen ist das Gebiet am Hindukusch unter deutschem Schutz ein Schlaraffenland. Man reibt sich erstaunt die Augen: Deutschland finanziert die Sicherheit chinesischer Unternehmen, die in Afghanistan gute Geschäfte machen. Die Chinesen streichen satte Gewinne ein – die Deutschen halten dafür zum Nulltarif den Kopf hin. Es ist politisch nicht korrekt, darüber zu sprechen. Wir verheizen unsere Soldaten doch gern, damit andere Profite machen können, oder?
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Ungeahnte Vorkommen an Bodenschätzen – vor allem in den Bereichen um Kabul und Kunduz – versprechen jenen, die die Schätze fördern, Reichtum über Jahrzehnte hinweg. Für die Deutschen
bleibt allerdings nur die Drecksarbeit übrig. Amerikanische Geologen hatten im vergangenen Jahr den Startschuss für den Wettlauf um die Bodenschätze Afghanistans gegeben: Afghanistans ist nach ihren Angaben eine Schatzkammer, die nur darauf wartet, ausgeräumt zu werden. Lithium, das für die Herstellung von Batterien ebenso wie in der Pharmaindustrie benötigt wird, kommt in Afghanistan häufiger vor als an jedem anderen Ort der Welt. Karsai vergab die Konzessionen an die Chinesen. Nun bauen Kolonnen chinesischer Arbeiter seit Monaten afghanische Bodenschätze ab. Und zwar nicht weit entfernt vom Lager der deutschen Bundeswehr im Raum Kunduz. Die deutschen Soldaten müssen nun chinesische Unternehmen schützen, damit Afghanen und Chinesen reiche Gewinne machen können. Für die deutschen Soldaten ist das kostspielig und gefährlich.
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