Bioterrorismus befürchtet: Mit Anthrax versetztes Heroin tötet Süchtige – Opfer auch in Deutschland
Udo Schulze
Europas Heroinsüchtige sorgen derzeit bei Politikern, Gesundheits- und Sicherheitsbehörden für Panik. Grund ist eine mysteriöse Todesserie unter den Fixern, die durch ein Heroin-Anthrax-Gemisch hervorgerufen wird. Noch halten die Behörden Einzelheiten zu den zahlreichen Fällen geflissentlich zurück, weil sie hinter der Epidemie Testläufe zu größeren Anschlägen durch Bioterroristen vermuten. In Deutschland wurde bisher mindestens ein Süchtiger Opfer der Anthrax-Droge. Gefährdet sind auch Polizisten und Sanitäter, die mit den infizierten Junkies in Berührung kommen.
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Wie die Polizei in Aachen auf Anfrage von Kopp online bestätigte, wurde bereits im Dezember vergangenen Jahres ein 42 Jahre alter Drogensüchtiger mit mysteriösen Hautveränderungen in eine Klinik eingeliefert. Kurz darauf verstarb der Mann. Polizeisprecher Paul Kemen: »Die Todesursache war multiples Organversagen. Weitere Untersuchungen der Leiche erregten bei den Medizinern den Verdacht, Anthrax sei mit im Spiel gewesen.« Nachdem das Krankenhaus das örtliche Gesundheitsamt verständigt hatte, begannen die Recherchen. Dabei stellten sich erschreckende Details heraus. Offenbar hatte das kontaminierte Heroin über Schottland seinen Weg in die
Bundesrepublik gefunden. In Großbritannien infizierten sich binnen zwölf Monaten 47 Menschen mit dem Milzbranderreger, 16 von ihnen sind bereits daran gestorben. Angesichts dieser Zahlen schlug die europäische Seuchenbehörde ECDC heimlich Alarm und sprach von einer drohenden Epidemie unter den Heroinsüchtigen Europas. Mitte März 2010 erkrankte in Nordrhein-Westfalen ein weiterer Süchtiger an Milzbrand, konnte aber gerettet werden. Da der Stoff illegal in die Länder eingeführt wird, ist eine Kontrolle absolut unmöglich. So kann sich der Erreger auch unter Nichtsüchtigen rasend schnell ausbreiten. Weil es eine natürliche Verunreinigung von Heroin mit Anthrax noch nie gegeben habe, gehen zahlreiche Sicherheitsexperten inzwischen von Anschlägen aus, die zu »Übungszwecken« von Bioterroristen ausgeführt werden. Immerhin gilt Afghanistan, gefördert durch die CIA, weltweit als größter Heroinproduzent. Einerseits ist nicht auszuschließen, dass die von dort stammende Droge zum Teil mit Anthrax versetzt und nach Westeuropa geschmuggelt wird. Andererseits könnten allerdings auch in den Drogenhandel verstrickte US-Soldaten das Heroin nach Europa gebracht haben. Nicht nur in Afghanistan, auch im Irak ist die Zahl der drogensüchtigen Soldaten seit Beginn des Krieges sprunghaft angestiegen. Und die irakische Hafenstadt Basra gilt inzwischen im Bereich Rauschgift als einer der Hauptumschlagsplätze der Welt.
Angesichts dieser alarmierenden Nachrichten sind jetzt Abgeordnete im österreichischen Parlament aktiv geworden und fordern ihre Regierung zum Handeln auf. Sie möchten beispielsweise wissen, ob die Herkunft der Erreger auf ein Labor schließen lässt oder ob besondere Maßnahmen zum Schutz von Ärzten Rettungskräften und Polizisten ergriffen worden sind. Vom Deutschen Bundestag war zu diesem Thema bislang nichts zu hören.
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