Castor-Transport: Polizei bereitet sich auf »Bürgerkrieg« vor
Udo Schulze
Seit Freitag-Mittag rollt ein von mehreren hundert Polizeibeamten gesicherter Zug im Schritttempo vom französischen Elsass nach Norddeutschland – der »Castor«, beladen mit hochgiftigem Atommüll. Polizei und Bundeswehr haben sich auf einen Bürgerkrieg vorbereitet. In Gorleben erwarten am Wochenende etwa 30.000 zum Teil gewaltbereite Demonstranten den Zug. Wer trifft da eigentlich auf wen? Hier die Hintergründe:

Bereits im Vorfeld haben Polizei und Verfassungsschutz die linke Szene in Deutschland, aus der viele der in Gorleben erwarteten Demonstranten stammen, beobachtet und analysiert. Ihre Einschätzung: Es wird möglicherweise zu Auseinandersetzungen kommen, wie sie in den 1980-er Jahren bei Demonstrationen gegen die Startbahn West am Frankfurter Flughafen an der Tagesordnung waren. Damals standen sich hochgerüstete Polizisten und Startbahn-Gegner zu Hunderten gegenüber. Die Gewalttaten gingen sogar soweit, dass zwei Polizisten getötet wurden. Außerdem haben sich bereits Wochen vor dem Castor-Start die Anführer linker Chaoten-Gruppen immer wieder getroffen, um ihre Strategie gegen die Polizei zu beraten und sich körperlich fit zu machen. Besonders befürchtet sind bei den eingesetzten Beamten sogenannte Autonome aus dem »Schwarzen Block«. Dabei handelt es sich um vermummte, schwarz gekleidete Gewalttäter, die zu allem bereit sind. Immer wieder tauchen sie bei großen Demonstrationen auf und machen aus friedlichen Protestkundgebungen bürgerkriegsähnliche Schauplätze. Ob in Berlin, dem Hamburger Schanzenviertel oder in Leipzig – die gut organisierten Gewalttäter sind dabei!
Für das Wochenende, so die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, haben sich rund 600 Angehörige des »Schwarzen Blocks« aus ganz Deutschland in Richtung Gorleben aufgemacht. Bereits vor Tagen sind ihre ersten Späher dort eingetroffen, um die Bewegungen der anrückenden Polizei zu beobachten und eine darauf abgestimmte »Kampfstrategie« zu entwerfen. Andererseits versucht der Staatsschutz, durch Quellen innerhalb der Gruppe an Informationen über Planung und Bewaffnung des Blocks zu gelangen. Die bevorzugten Angriffswaffen der Chaoten sind Zwillen, mit deren Hilfe Stahlkugeln abgeschossen werden, die selbst Helme und Schilde der Polizeibeamten durchschlagen können, Baseballschläger, Gas- und Signalschusswaffen sowie Steine, die meistens aus dem Gleisbett stammen, über das der Castor-Transport rollt. Dabei sind die Demonstranten mit ähnlicher Schutzkleidung versehen wie die Hundertschaften auf der anderen Seite. Sie tragen Helme, besonders feste Handschuhe und Schienbeinschoner zu Fallschirmspringerstiefeln.
Rund 16.000 Polizisten, unterstützt von Tornados der Bundeswehr zur Luftaufklärung, werden für die Sicherheit der friedlich demonstrierenden Bürger sorgen. Um sich entwickelndes Gewaltpotenzial während der Demonstration rechtzeitig zu erkennen, schickt die Polizei als Chaoten getarnte Beamte zu Fuß (Polizeijargon: »Füße«) unter die Protestierenden. Die Aufklärer kommen so hautnah an die gewaltbereiten Störer heran und können ihre Erkenntnisse der Einsatzzentrale mitteilen. Zusätzlich sollen Drohnen zur Beobachtung eingesetzt werden.
Interesse an mehr Hintergrundinformationen?
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!
Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.
In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:
- Randale in Großstädten? Horrorszenario für die deutsche Polizei
- Elektro-Fahrzeuge: von wegen umweltfreundlich
- Wie Deutschland die Sozialsysteme anderer EU-Staaten finanziert
- Gebrochene Versprechen: Großbritannien schnüffelt weiter
- Der Crash der Pflegeversicherung

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!
© 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.