Friday, 30. September 2016
01.09.2010
 
 

Philosophie-Professor: Deutsche fühlen sich bald als Minderheit im eigenen Land

Udo Schulze

In einem Leserbrief für die kommenden Montag erscheinende Ausgabe des »Spiegel« unterstützt der bekannte Philosoph Prof. Dr. Johannes Heinrichs die Thesen von Thilo Sarrazin, die der Bundesbank-Vorstand in seinem Buch Deutschland schafft sich ab vertritt.

Heinrichs schreibt: »Thilo Sarrazin untermauert mit seiner ökonomischen Kompetenz, was im Kern ein Kulturproblem ist und was seine Partei, zusammen mit den Grünen, unter schwammigem Multikulti-Gerede verdrängt hat, was aber auch die wirtschaftsorientierten Parteien nicht auf den Punkt brachten: Es gibt seit der Festigung der politischen Grenzen ein »jus culturae«, ein Recht der gewachsenen Kulturen, ihre Identität zu verteidigen, somit also einer klaren Erwartungshaltung an die Migranten. Was ich selbst 1994 in Gastfreundschaft der Kulturen ausgeführt habe, ohne Gehör zu finden. Die damals von Intellektuellen viel beschworene Alternative Recht des Blutes oder Recht des Bodens der Geburt war falsch, weil kulturblind. Nur bei klarem kulturellem (nicht bloß ökonomischem!) Integrationswillen der Migranten ist zu vermeiden, dass wir uns in wenigen Jahrzehnten als Minderheit im eigenen Land fühlen. Die Unterscheidung von Integration und Assimilation ist heuchlerische Haarspalterei. Dass es nach der chauvinistischen Erdogan-Rede von 2008, in der er die türkischen Einwanderer aufrief, Türken zu bleiben, keine eindeutige Stellungnahme unserer Bundesregierung und einen allgemeinen Aufschrei gab, zeigt nur, wie weit unser Land geistig-kulturell erpresst und heruntergewirtschaftet ist. Sarrazin zeigt, dass es dabei nicht allein um Schöngeistiges geht, sondern um Ausbeutung des deutschen Sozialstaates für unseren eigenen Untergang.«

Professor Heinrichs, geboren 1942, trat 1962 dem Jesuitenorden bei, studierte Philosophie und Theologie mit den Stationen München und Paris und erhielt seine Priesterweihe im Kaiserdom zu Frankfurt/Main. Doch schon bald trat er wegen grundsätzlicher Kritik an der katholischen Kirche aus dem Jesuitenorden aus. Im Jahr 1981 erklärte der brillante Querdenker auch seinen Austritt aus der katholischen Kirche und übernahm eine Professur an der Universität Bonn. Schon in seinen wissenschaftlichen Abhandlungen ging Heinrichs hart mit der Alltagspolitik ins Gericht. So macht er den Dogmatismus der heutigen Einheitsparteien (im Sinne von nicht mehr deutlich vorhandener Unterscheidbarkeit) hauptverantwortlich für die Krise der gegenwärtigen Demokratie.

Er setzt sich für ein Entgegenkommen gegenüber Migranten nur dann ein, wenn diese gleichzeitig den Vorrang der einheimischen Kultur beachten. Außerdem sind Heinrichs der Schutz der Muttersprachen und der Nation wichtig.

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