Sparkurs für Merkel – britischer Premier macht es vor
Udo Schulze
Ein eigenes Büro, ein hübsches Schlafzimmer, eine Menge Mitarbeiter – und das alles in einem Flugzeug. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das auf ihren Flügen um die Welt alles schon Routine. Da gibt es wohl keinen Menschen weit und breit, der nicht so komfortabel reisen möchte. Doch, gibt es. Der Mann heißt David Cameron, kommt aus England und ist dort Premierminister.
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Cameron, der vor wenigen Wochen das Amt des britischen Premierministers übernommen hat, verzichtet bei seinen Reisen auf teuren Pomp. Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung online flog der Politiker jüngst zu seinem Antrittsbesuch in die USA. Doch die Regierungsmaschine ließ der Brite in London stehen. Stattdessen setzte er sich in einen Linienflieger von British Airways – Businessklasse, Platz 14a. Und ab ging’s Richtung Washington. Unterwegs, so die NZZ, habe Cameron in seinem Sitz gut geschlafen und die sieben Stunden Flugzeit bestens überstanden. Und da ein gutes Gewissen bekanntlich auch ein gutes Ruhekissen ist, sei dem Premier das gegönnt. Immerhin hat er den britischen Steuerzahlern damit rund 300.000 Pfund erspart.
Zudem hatte Cameron endlich auch einmal Gelegenheit, mit dem Volk in Kontakt zu
kommen. Beim Boarding in der Wartehalle kam man gleich ins Gespräch. Wichtigstes Thema: Der Sparkurs der Regierung, bei dem David Cameron mit gutem Beispiel vorangehen wollte. Und auch innerhalb der USA blieb der Brite sparsam. Statt mit dem Flugzeug vom Weißen Haus in Washington nach New York zu düsen, setzte sich Cameron mit seinen Sicherheitsleuten in den Zug, genoss den Ausblick und ein Tässchen Tee. Das wäre doch etwas für Angela Merkel. Anstelle des Hubschraubers könnte sie innerhalb Deutschlands doch den ICE nehmen und eventuell nebenher noch 500 Euro Hitzeprämie bei ausgefallenen Klimaanlagen bekommen. Natürlich kämen auch die Auslandsflüge billiger – zum Beispiel nach Kapstadt. Dahin flog Merkel ja bekanntlich, um das WM-Viertelfinalspiel der deutschen Elf gegen Argentinien zu sehen. Für rund 200.000 Euro. Sollte noch einmal eine Reise nach Südafrika anstehen, wir haben für Frau Merkel mal nachgesehen: Einen Flug nach Kapstadt gibt es von Berlin aus schon für 952,79 Euro, mit Umsteigen in London. Weiter geht es dann – mit British Airways.
Bilder (2): Wikipedia
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