SWR-»Nachtcafé« mit Udo Ulfkotte: Therapiestunde für traumatisierte Schüler
Udo Schulze
Rund 90 Minuten, von 22 Uhr bis 23.30 Uhr, diskutierte KOPP-Autor Udo Ulfkotte am Freitag in der SWR-Sendung »Nachtcafé« zum Thema »Mit Muslimen auf der Schulbank – Zumutung oder Chance?«. Die unter anderem mit türkischstämmigen Vorzeigemigranten besetzte Talkshow wurde indes ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. Stellenweise glitt sie sogar ab.

Wäre der Titel der Sendung nicht immer wieder eingeblendet worden, viele Zuschauer hätten dahinter eine Therapiestunde vermuten können, in der ein Teil der Gäste über seine traumatisch wirkende Schulzeit berichtete. Allen voran das ehemalige Gang-Mitglied (verurteilt von der Jugendrichterin Kirstin Heisig) und jetzige Schauspieler Hüseyin Ekici, der sich in langen Monologen darüber beklagte, dass er in der Schule von seinen Lehrern nicht anerkannt worden sei. Das sei der Grund, warum er zunächst auf die schiefe Bahn geraten sei. Dass ihm die deutsche Gesellschaft es ermöglichte, von dort wieder herunterzukommen, berichtete der Berliner, für den alle Deutschen offensichtlich Blondschopfe sind, allerdings nicht. Dafür wusste die Berliner Lehrerin Sabine Espe aus ihrem Alltag an einer Hauptschule zu berichten, wo es immer wieder zu Bedrohungen durch Schüler mit Migrationshintergrund komme. Manche von ihnen, so Espe, glaubten sich offenbar auf einem arabischen Basar, weil sie ihre Noten nicht durch Leistung, sondern durchs Feilschen bestimmen wollten. Während die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Maria Böhmer, und der ebenfalls aus Berlin stammende Verfechter einer multikulturellen Gesellschaft, Hans Selle, zeitweise nur noch über das Verhältnis zwischen Lehrern und Eltern diskutierten, brachte Ulfkotte Beispiele aus Italien, Österreich und Dänemark im Umgang mit Schülern aus Migrantenfamilien. Verbunden mit der Anregung an die Bundesregierung, sich hier doch einmal Nachhilfeunterricht geben zu lassen.
Anlass für den deutsch-türkischen Kabarettisten Serdar Somuncu, die angesprochenen Länder und deren Bewohner in Bausch und Bogen als rechtsradikal zu bezeichnen. Auch an den Jugendlichen in Sachsen ließ der Mann kein gutes Haar. Mit ihm auf der Bühne hätten sie ihren ersten Ausländer gesehen. Dabei vergaß Somuncu, der Deutschland eigenen Angaben zufolge als seine Heimat betrachtet, dass schon in der ehemaligen DDR Menschen aus Ländern wie Vietnam oder Chile zum üblichen Straßenbild gehörten und die Bevölkerung in Sachsen von daher über Generationen hinweg an das Zusammenleben mit Migranten gewöhnt ist. Udo Ulfkotte war es, der kurz vor dem herbeigesehnten Schluss der Sendung die Debatte noch einmal in eine sinnvolle Richtung brachte, indem er davon berichtete, dass jährlich 175.000 gut ausgebildete Deutsche ihre Heimat verließen und die Bundesregierung rein gar nichts dafür unternehme, diesen Menschen einen Anreiz zu geben, wieder zurückzukommen. Stattdessen werde sich darum bemüht, qualifizierte Migranten nach Deutschland zu holen. Die Antwort der Runde: Schweigen.
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