Wie Fischer und Westerwelle sich die NS-Zeit zurechtrücken
Udo Schulze
Das angeblich aufsehenerregende Buch Das Amt ist keinesfalls ein Jahrhundertwerk, sondern eine plumpe Auftragsarbeit, in der die Wahrheit verbogen wird. Die angeblichen Autoren haben es weder selbst geschrieben noch selbst recherchiert. Und das alles hat den Steuerzahler 1,5 Millionen Euro gekostet.
.jpg)
Noch unter der Führung von Ex-Außenminister Joseph »Joschka« Fischer (Grüne) wurde im Auswärtigen Amt eine Historiker-Kommission eingesetzt, die die Geschichte des Hauses während der Nazizeit aufarbeiten sollte. Dabei hatte die Auftragsarbeit zwei Ziele: Einerseits wollte sich der Ex-Steinewerfer Fischer mit dem Einsetzen der Kommission als angeblich »lupenreiner Demokrat« darstellen. Und zudem musste die Auftragsarbeit von vornherein die angeblich erhebliche Verstrickung von Diplomaten des Auswärtigen Amtes unter Hitler bei der Vernichtung der europäischen Juden herausarbeiten. Wer bezahlt, der bestimmt auch den Inhalt. Im vorliegenden Fall verschlang die Arbeit 1,5 Millionen Euro an Steuergeldern. Fünf Jahre lang wurde angeblich geforscht. Und nun wird bekannt: Die Mitglieder der Kommission Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann haben nicht eine Zeile des Buches selbst geschrieben. Alle in dem 1,5 Millionen Euro teuren Manuskript enthaltenen Texte stammen von zwölf »Mitautoren«, denen ein ganzes Heer an Rechercheuren und Hilfskräften zur Verfügung stand. Eine kritische Überprüfung dessen, was von dort zusammengetragen und geschrieben wurde, blieb offensichtlich aus.
Zudem stellte sich nun heraus, dass die Autoren das politische Archiv des Ministeriums in den vielen Jahren ihrer Arbeit nur an einem einzigen Tag besucht hatten, obwohl sie sich laufend über das Archiv beschwerten und so taten, als wollten die Archivare etwas vor ihnen verbergen.
Inhaltliche Zuspitzungen dort, wo es dem Lektor der Arbeit angemessen schien, sollen ferner dazu beigetragen haben, dass Kommissionssprecher Conze von einer »verbrecherischen Organisation« des Auswärtigen Amtes unter Hitler sprechen konnte – Auftrag erledigt! Ob das allerdings der Wahrheit entspricht und nicht »störende« Fakten einfach beiseite gelassen wurden, diese Frage will Conze nicht beantworten.
Zudem, so Historiker, werden in dem Buch geschickt verpackte Erkenntnisse als völlig neu dargestellt, obwohl sie in Fachkreisen längst bekannt seien und in ihrem Gewicht in der Realität eher belanglos seien. Zudem enthält das Buch eine Reihe fachlicher und methodischer Fehler. Das alles scheint auch Fischer-Nachfolger Guido Westerwelle (FDP) nicht zu stören. Der umstrittene FDP-Außenminister machte Das Amt jetzt zum festen Bestandteil der Ausbildung künftiger deutscher Diplomaten. Für den kommenden März, wenn das Auswärtige Amt 60 Jahre alt wird, fordern die Kritiker des Buches eine Aufarbeitung der zahlreichen Fehler. Dann könnten »Mitautoren« und Historiker-Kommission sogar erstmals an einem Tisch sitzen. Es dürfte ein peinliches Treffen werden – für Fischer, Westerwelle und die offenkundig extrem faulen Autoren, die eine Menge Geld gekostet haben.
Interesse an mehr Hintergrundinformationen?
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!
Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.
In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:
- Ethisch bedenklich: Heizen mit Weizen
- Empörte EU-Staatschefs: Ist Angela Merkel luxussüchtig?
- Sex auf Kosten der Steuerzahler: Die Bordellbesuche unserer Politiker
- EU empfiehlt Mitarbeitern: Tauschen Sie Euro gegen Edelmetalle
- Rückkehr der Blockwarte: Die Denunziation beginnt in Großbritanien schon im Kindergarten

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!
© 2011 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.