Donnerstag, 8. Dezember 2016
21.04.2015
 
 

Absturz der Lügenpresse: Qualitätsjournalisten müssen zum Arbeitsamt

Udo Ulfkotte

Die massive Verschärfung der Stimmung in der Bevölkerung gegen manipulative und desinformierende Berichterstattung von Leitmedien zeigt sich jetzt auch im dramatischsten Auflagenverlust aller Zeiten. Es gibt weitere Massenentlassungen von Qualitätsjournalisten, die keiner mehr braucht.

 

Es ist noch nicht lange her, dass eine selbsternannte Jury das Wort »Lügenpresse« zum Unwort des Jahres wählte. Alle Qualitätsmedien berichteten darüber und forderten von ihren Konsumenten endlich wieder jene Treue ein, die man seit Jahrzehnten vom Bürger auf der Straße, der treudoof Tag für Tag eine Zeitung kaufte, gewohnt war.

 

Dabei sind jene Manipulationsvorwürfe, die im Wort »Lügenpresse« stecken, nicht aus der Luft gegriffen. Und sie sind auch keineswegs neu.

 

Franz Josef Strauß nannte Journalisten »jaulende Hofhunde«, Joschka Fischer bezeichnete sie als »Fünf-Mark-Nutten«, Oskar Lafontaine sprach vom »Schweinejournalismus«, Helmut Kohl war angewidert vom »Gesinnungsjournalismus«, Helmut Schmidt ärgerte sich bei Journalisten über »Wegelagerer« und FDP-Mann Otto Graf Lambsdorff ekelte sich vor »journalistischen Todesschwadronen«.

 

Klar ist: Auch Politiker fühlen sich von deutschen Leitmedien schon lange nicht mehr wirklich repräsentiert. Müssen sich die »jaulenden Hofhunde« da wirklich wundern, wenn ihnen die Leser in Scharen weglaufen?

 

Im ersten Quartal 2015 sind die Verkäufe der großen Tageszeitungen dramatisch eingebrochen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verlor im Vergleich zum ersten Quartal 2014 jedenfalls unglaubliche 39 210 Leser – das ist ein Minus von 12,4 Prozent. Die Bild-Zeitung verlor zeitgleich 206 000 Leser, die Süddeutsche Zeitung 26 100 Leser und die Welt mehr als 13 000 Leser.

 

Journalisten sagen von sich selbst, hinter gutem Journalismus müssten kluge Köpfe stecken. Die jetzt veröffentlichten Zahlen belegen, dass die Bürger die sich selbst für so klug haltenden Journalisten nicht länger finanzieren werden.

 

Klar ist: Es sind genau jene Medien, welche in den letzten Monaten in den Augen der Bürger im Ukrainekonflikt Kriegshetze gegen Russland betrieben haben, die da abgewatscht werden.

 

Wir Bürger zahlen einen hohen finanziellen Preis für die Manipulation durch Leitmedien. Auch der Blutzoll ist verheerend. Denn unsere Leitmedien haben ein klares Feindbild: Russland. Böser Russe, guter Amerikaner, so die vorherrschende Sichtweise. Diese ist Teil einer psychologischen Kriegsführung (PsyOp).

 

Früher wurden Kriege durch Soldaten geführt, heute vor allem durch Medien. Viele Menschen haben das von den Medien in unsere Gehirne transportierte Feindbild erkannt. Einst angesehene Zeitungsredaktionen wie die FAZ bekommen nach eigenen Angaben jetzt regelmäßig Kommentare wie »Hetzpresse« und »widerliche Kriegstreiber«.

 

Auch der österreichische Konfliktforscher Dr. Kurt Gritsch bezichtigt unsere bürgerlichen »Qualitätszeitungen« nach ausgiebigen Studien heute, »Kriegstreiber« zu sein. Er schreibt:

Lesen Sie gerne Zeitung? Und wenn ja, gehören auch Sie zu jenen, die bürgerlichen Qualitätsblättern wie FAZ, NZZ, Süddeutscher Zeitung oder Die Zeit die Stange halten? Ich bekenne: Ich gehöre nicht dazu. Nicht mehr, seit ich über viele Jahre feststellen musste, dass die publizistische Vorbereitung von Krieg dort Methode hat. (...) Das ist Kriegstreiberei und gehört auch als solche bezeichnet.

Diese Hetze und Kriegstreiberei zeigte sich in historisch bislang wohl einmaliger Deutlichkeit nach dem Absturz eines zivilen Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines (Flug MH-17) Mitte Juli 2014 im Osten der Ukraine. Die Wrackteile hatten kaum den Boden berührt, da verbreitete ein Meinungskartell schon die »Nachricht«, dass Russland dafür verantwortlich sei.

 

Bei der psychologischen Manipulation der Menschen ganz vorn dabei: Bild. »Steht ›EU‹ nur noch für ›Empörend Untätig‹?« fragte das Blatt Tage nach dem Absturz und behauptete, eine Rakete Moskaus habe 298 Menschen getötet, obwohl zu jenem Zeitpunkt ganz sicher nicht klar war, wem die eingesetzte Waffe gehörte oder von wem sie abgefeuert worden war.

 

Selbst amerikanische Geheimdienste erklärten an jenem Tag, an dem Bild (und andere deutsche Medien) die »Untätigkeit« der EU gegenüber Russland beklagte, sie hätten keinen Beweis dafür, dass es eine »russische Mitwirkung« an dem Flugzeugabsturz gebe. Die Hetzblätter bekommen nun die Quittung für ihre einseitige Berichterstattung.

 

Wer wissen will, warum unser Nachrichtenaufkommen so unendlich einseitig ist, der muss die Netzwerke im Hintergrund kennen, in denen jene Alpha-Journalisten eingebettet sind, welche es offenkundig teilweise kaum erwarten können, unsere Soldaten gleich wieder in den nächsten Krieg der Amerikaner zu schicken.

 

Bei Auslandseinsätzen, die unsere Leitmedien publizistisch vorbereitet haben, sind bislang mehr als 100 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

 

Was sagen jene deutschen Journalisten, welche so lautstark das Ende der »Feigheit vor dem Bürger« forderten, den Eltern des mit 21 Jahren in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten Georg Kurat, was den Eltern von Konstantin Alexander Menz (22) und den Angehörigen von mehr als 50 weiteren deutschen Soldaten, die allein in Afghanistan ihr Leben verloren haben? Und zwar für absolut nichts. Denn weder Milliarden an Fördergeldern noch unser Blutzoll haben dort etwas verändert.

 

Haben unsere Leitmedien sich jemals öffentlich dafür entschuldigt, wie viel Leid und Blutzoll sie durch ihre tendenziösen Berichte, nicht nur in Afghanistan, mit zu verantworten haben?

 

Unsere Alpha-Journalisten schweigen da lieber. Wie schreibt doch Markus Wiegand, Chefredakteur von Wirtschaftsjournalist, so treffend über diese Kollegen: »Die Elite der Branche lebt in einer Blase, in der man sich gegenseitig nicht weh tut, sondern auf die Schultern klopft.« Diese Blase platzt nun. Und immer mehr Qualitätsjournalisten gehen nun gemeinsam auf einen Ausflug in eine ihnen bislang unbekannte Welt: zum Arbeitsamt. Dummerweise haben die meisten von ihnen nichts anderes gelernt als Propaganda und Desinformation. Vielleicht können sie ja als neuer deutscher Exportschlager nach Nordkorea vermittelt werden?

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (66) zu diesem Artikel

27.05.2015 | 20:43

Ixi

Mit der Erfindung von Tageszeitungen wurde den Menschen endlich eine saubere Sache gebracht, um das tägliche Toilettengeschäft hygienisch zu erledigen. Seit es Klopapierrollen gibt, brauchen wir keine Zeitung mehr. Das einzige auf Papier gedruckte, das der Wahrheit entsprechen MUSS, sind unsere Kontoauszüge. Das, was auf Zeitungspapier gedruckt wird, war immer schon nur für die Unterhaltung gedacht und hatte immer schon nur einen Zweck: Auflagenzahlen müssen erhöht werden, der...

Mit der Erfindung von Tageszeitungen wurde den Menschen endlich eine saubere Sache gebracht, um das tägliche Toilettengeschäft hygienisch zu erledigen. Seit es Klopapierrollen gibt, brauchen wir keine Zeitung mehr. Das einzige auf Papier gedruckte, das der Wahrheit entsprechen MUSS, sind unsere Kontoauszüge. Das, was auf Zeitungspapier gedruckt wird, war immer schon nur für die Unterhaltung gedacht und hatte immer schon nur einen Zweck: Auflagenzahlen müssen erhöht werden, der Preis für die Tageszeitung darf nicht sinken. Schlimm, dass es Klopapier gibt heutzutage. Klar, dass Reporter immer überflüssiger werden.


23.04.2015 | 16:28

Theo

Für den Auflagenverlust bei den Zeitungen gibt es ausser den bisherigen Erklärungen noch eine andere. Schauen wir uns mal die Altersklassen an. Die Jahrgänge die von 1930 - 1960 geboren wurden sind schon im höheren Alter. Die jüngeren Generationen die heute 20 - 60 sind fragen sich warum man eine Zeitung kaufen solle wenn man selbige informationen im Internet umsonst bekommt? Bei der Recherche stolpern sie auf Kopps Depeschen sowie das Compact-Magazin Russia Tody und Stimme...

Für den Auflagenverlust bei den Zeitungen gibt es ausser den bisherigen Erklärungen noch eine andere. Schauen wir uns mal die Altersklassen an. Die Jahrgänge die von 1930 - 1960 geboren wurden sind schon im höheren Alter. Die jüngeren Generationen die heute 20 - 60 sind fragen sich warum man eine Zeitung kaufen solle wenn man selbige informationen im Internet umsonst bekommt? Bei der Recherche stolpern sie auf Kopps Depeschen sowie das Compact-Magazin Russia Tody und Stimme Russlands mit kostenfreien Filmbeiträgen. Denzufolge ist es nicht mehr so einfach die Leute für blöd zu verkaufen. Selbst mit getricksten IT-Spielereien z.B. das Bei Google speziell für deutsche Sucher bewusst bestimmte Infos Herausgefiltert bzw. garnicht erst angezeigt werden. Alternativ sollte man andere Suchmaschinen wie ixquik.de oder hide my ass benutzen, damit google nicht merkt das ein deutschsprachiger vorm Terminal sitzt.


23.04.2015 | 15:34

Querdenker

Wie Spiegel Online soeben berichtet, hat der NSA mit Hilfe des BND jahrelang deutsche Rüstungsunternehmen und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland und Frankreich ausspioniert und seit Monaten die Bundesregierung bzw. das Kanzleramt nicht darüber informiert. Willy Brandt hatte wenigstens noch Ehre und trat wegen einem Spion zurück. Wie lange will Merkel, Maizere, Uschi, Gabriel und ihr restliches Kabinett noch am Sessel kleben? Rücktritt sofort und umgehend Neuwahlen!!!!


23.04.2015 | 13:19

eberhard

Nicht zu vergessen sind die stolzen Preise für solche seichten Druckerzeugnisse. Für Normalrentner und H4 nicht erschwinglich.


23.04.2015 | 11:35

LittleRat

Was mich immer wieder erschüttert, wütend macht ist, dass es so viele desinteressierte native Bundesbürger gibt, die die Sportnachrichten, Sport-"Events" (WM, Olympia, Wintersport etc.) für so viel wichtiger halten als das politische Geschehen um sie herum. Es interessiert sie einfach nicht und wenn, dann glauben sie tatsächlich der "Tagesschau" etc. Wenn man versucht sie mit anderen - tatsächlichen Begebenheiten - umzustimmen, dann ist man entweder...

Was mich immer wieder erschüttert, wütend macht ist, dass es so viele desinteressierte native Bundesbürger gibt, die die Sportnachrichten, Sport-"Events" (WM, Olympia, Wintersport etc.) für so viel wichtiger halten als das politische Geschehen um sie herum. Es interessiert sie einfach nicht und wenn, dann glauben sie tatsächlich der "Tagesschau" etc. Wenn man versucht sie mit anderen - tatsächlichen Begebenheiten - umzustimmen, dann ist man entweder "Verschwörungstheoretiker" oder hat sowieso nicht alle Tassen im Schrank. Oder es ist diesen Leuten einfach viel zu anstrengend, selber das Gehirn einmal einzuschalten und nachzudenken, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte. Diese - im wahrsten Sinn des Wortes - "Dumpfbacken" sind leider in der Überzahl und die Generation "Facebook" steht m. E. sowieso unter Einfluss von Ritalin oder irgendwelchen Partydrogen. Im übrigen wird der KOPP-Verlag und dessen Leser ja auch in den Mainstream-Medien völlig zerrissen ... das sind ja alles "irgendwelche braunen hirnverbrannten Irren". Hier im rot-grün versifften Bremen ist es beispielsweise immer wichtiger wie Werder gespielt hat, wenn ich mir die Leserkommentare in der Regionalpresse ansehe. Da gibt es seitenweise Auslassungen drüber. Allerdings habe ich auch meine großen Zweifel, dass kritische Meinigungen, die nichts mit Fußball zu tun haben, gar nicht erst veröffentlicht werden ...


22.04.2015 | 21:54

caesar4441

Also ich sehe da kein Problem für arbeitslose Qualitätsjournalisten: Das Wahrheitsministerium benötigt jede Menge neuer Mitarbeiter.Und für die Aufgabe ,jeden Tag die Wahrheit neu zu erfinden,sind sie hochqualifiziert.

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