Wednesday, 28. September 2016
02.10.2011
 
 

Bürger in der finanziellen Saftpresse: Wird das Undenkbare Realität?

Udo Ulfkotte

Können Sie sich vorstellen, dass unsere Regierungen insgeheim gerade darüber nachdenken, den Bürgern einen Teil ihrer Ersparnisse, Lebensversicherungen, Immobilien und sonstigen Werte wegzunehmen, sie also teilweise zu enteignen? Nein? Dann lesen Sie die nachfolgenden Zeilen und bilden Sie sich selbst eine Meinung. Prüfen Sie einfach jede Aussage per Mausklick nach. Kaum haben die deutschen und österreichischen Abgeordneten dem erweiterten Euro-Rettungspaket zugestimmt, da ist die Katze aus dem Sack: Statt Milliarden sollen jetzt Billionen (!) Euro aus uns Bürgern herausgepresst werden – und das alles ganz ohne weitere Zustimmung der Abgeordneten. Und die weltweit führende Wirtschaftsberatung Boston Consulting Group (BCG) berät gerade unsere Regierungen in der Frage, wie man uns Bürger künftig kräftig weiter auspressen kann, um das alles zu finanzieren.

Sobald sich die ständig neuen Rettungsschirme gegen die Euro-Schuldenkrise als wirkungslos erwiesen haben, werden in Europa radikalere Lösungen kommen müssen, beispielsweise eine Vermögensabgabe auf sämtliche Privatvermögen (Ersparnisse, Lebensversicherungen, Edelmetalle, Immobilien) und zugleich die Streichung von Teilen der privaten und öffentlichen Schulden. Nein, das ist keine Verschwörungstheorie oder Spekulation: Das alles bereitet seit September 2011 die weltweit führende Wirtschaftsberatung Boston Consulting Group (BCG) in Studien schon einmal vor. Niemand kann derzeit sagen, ob das alles genau so kommen wird, aber man sollte es wissen und sich darauf vorbereiten.

BCG hat sich Gedanken darüber gemacht, was aus den Schulden Europas wird, wenn die aktuellen Lösungsversuche ihr absehbares Scheitern erleben. Boston Consulting rät den Regierungen dazu, sich an antike Sitten zu erinnern: Im alten Mesopotamien gab es mit jedem neuen Herrscher einen Schuldenerlass für die Bevölkerung. Und auch im alten Testament wird empfohlen, der Bevölkerung alle 50 Jahre die Schulden zu streichen. Zurück nach Mesopotamien? (Back to Mesopotamia?) So heißt denn auch die entsprechende BCG-Studie, die man im Internet nachlesen kann. Soweit die guten Nachrichten.

Und nun zu den schlechten Nachrichten: In der gleichen Studie wird beispielsweise der Bundesregierung empfohlen, den deutschen Bürgern elf Prozent ihres Eigentums in Form einer Sondersteuer wegzunehmen (zusätzlich zu den regulären Steuern).  Die Franzosen sollen 19 Prozent ihres Privatvermögens abgeben, die Italiener 24, die Griechen 47 Prozent, die Spanier 56 und die Portugiesen 57 Prozent. Und das alles nur, um die Staatsschulden so weit zu senken, dass man beim finanziellen Monopoly so weitermachen kann wie bisher. Im Klartext: Die Enteignung reicht keinesfalls, um alle Staatsschulden abzubauen. Es geht nur darum, dass man einige Zeit wieder weitermachen kann wie bisher.

Auch Roland Berger hat gerade erst ein Programm zur Euro-Rettung entwickelt. Schließlich braucht auch der deutsche Mittelstand bis 2013 angeblich weitere 50 Milliarden Euro.

Die gewaltigen Summen, für die deutsche Steuerzahler jetzt im Euro-Raum unwiderruflich bürgen, muss irgendwer irgendwann zurückzahlen. Oder es müssen noch radikalere neue Lösungen gefunden werden - mit absehbaren Verlusten für jene, die jetzt noch Vermögen haben (zumindest auf dem Papier). Zumindest die Zinsen der Schulden müssen bedient werden. Bislang hat allerdings noch niemand die Frage konkret beantworten können, wer den immer größeren Schuldenberg und die Rettungspakete in der Realität bezahlen soll. Denn in Deutschland leben derzeit 82 Millionen Menschen. Von ihnen sind 26 Prozent älter als 60, zwanzig Prozent älter als 65 und fünf Prozent älter als 80.

Im Klartext: Ein großer Teil der in Deutschland lebenden Menschen interessiert sich eher nicht für die Euro-Rettungsschirme, weil sie (völlig abgesehen von Millionen Hartz-IV-Empfängern) im Rentenalter sind und für den Rest ihres Lebens keine Steuern mehr bezahlen werden. Das Durchschnittsalter der Deutschen beträgt derzeit 44 Jahre und steigt in den nächsten Jahren auf 51 Jahre an. Ein Land mit einer immer älter werdenden Bevölkerung und einer rapide zurückgehenden Zahl von Steuerzahlern soll die Rettung Europas finanzieren? Wohl kaum. Und jene, die aus fernen Ländern nach Deutschland zuwandern, sind in großer Zahl ebenfalls auf unsere dauerhafte Unterstützung angewiesen und werden mit ihrem geringen Kenntnisstand und ihren unzureichenden Fähigkeiten ganz gewiss keine Entlastung, sondern eine weitere große Belastung für uns sein. Bei wem also wird man finanziell in einem der künftigen Schritte zugreifen? Bei jenen Privatleuten, die jetzt noch Vermögen haben. Ohne erhebliche Eingriffe in ihre Ersparnisse wird es nicht funktionieren - so Boston Consulting. Wenn den Deutschen elf Prozent ihres Privatvermögens von der Regierung genommen wird, dann kann man weitermachen wie bisher. Im Gegenzug erlässt man Immobilieneigentümern auch einen Teil ihrer Schulden - so die Planungen. 

Schauen wir nach Griechenland: Wie sollen die Griechen ihre Staatsschulden oder die Zinsen auf Kredite jemals zurückbezahlen? Sie haben schließlich das gleiche Problem wie die Deutschen: Im Jahre 1950 war die Hälfte der griechischen Bevölkerung jünger als 24 Jahre. Heute sind 25 Prozent aller Griechen älter als 60. Länder wie Griechenland, Deutschland, Italien und Spanien vergreisen jetzt schnell und werden in naher Zukunft riesige Altenheime. Und die statistische Lebenserwartung der Menschen in diesen Altenheimen steigt. Nicht eine einzige virtuelle Sekunde kann ein Mensch, der bei klarem Verstand ist, ernsthaft daran glauben, dass die derzeit für Rettungsschirme beschlossenen Summen jemals wieder zurückbezahlt werden können. Weder können die Bürgen (allen voran die Deutschen) ihre Verpflichtungen erfüllen, noch können die Schuldner ihre Schulden in Schwindel erregender Milliardenhöhe zurückzahlen. Es sei denn, man nimmt den Griechen auf einen Schlag 47 Prozent ihres Privatvermögens.

Es geht ja schließlich jede Woche um immer mehr Geld: Kaum waren 24 Stunden seit der Euro-Abstimmung vergangen, da schockte die BILD-Zeitung mit der Schlagzeile „US-Geheimdienst-Akte: Griechen-Pleite kostet 2 Billionen Euro“. In anderen EU-Staaten wussten die Bürger da schon längst, was geplant war: Der Londoner Telegraph schrieb schon vor Tagen, der Rettungsschirm werde nach der deutschen Abstimmung schnell auf zwei Billionen (!) Euro aufgestockt. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes spricht sogar von 3,72 Billionen Euro (5 Billionen Dollar), von denen die deutschen Steuerzahler für 27 Prozent bürgen müssten. Im Klartext: Deutsche Steuerzahler sollen für eine weitere Billion (!) Euro bürgen (27 Prozent von 3,72 Billionen Euro), die ohne weitere Zustimmung von Abgeordneten in den Rettungsschirm gepumpt werden sollen. Viele Abgeordnete wussten bei der Abstimmung am vergangenen Donnerstag nicht, um was es eigentlich ging – geschweige denn, was da in Zukunft auf die Steuerzahler zukommt. Sie haben halt zum erweiterten Rettungsschirm brav »ja« gesagt, weil sie nun einmal »Ja«-Sager sind und ihre kognitiven Fähigkeiten nicht überfordern wollen (siehe ab Minute 8 in diesem Beitrag). Im Bundestag sitzen offenkundig viele Menschen, die keine Ahnung haben – das ist jetzt auch dem Handelsblatt aufgefallen.  

Deutsche Politiker hätten nach seriösen Studien bei der Abstimmung im Bundestag auf den Notknopf drücken müssen – und die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms damit verhindern können Der verlogene Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wirbt nun schon mal für die nächste finanzielle Erweiterung und will mit allerlei Tricks den Rettungsschirm immer weiter aufstocken. Am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, beraten die EU-Finanzminister darüber, wie sie den noch nicht von allen EU-Staaten abgesegneten Milliarden-Pakt nun zum Billionen-Schirm machen können. Führende EU-Politiker bestätigen jetzt schon einmal: „Wir reden über Billionen“.

In Griechenland kann man derzeit sehen, wohin wir steuern: Ginge es nach Recht und Gesetz, dann müsste die EU-Troika jetzt sofort erklären, dass Athen alle geforderten Sparziele weit verfehlt hat und einfach nicht mehr zu retten ist. Denn nicht eine der Voraussetzungen für die Auszahlung weiterer Hilfsgelder ist erfüllt. Seit dem letzten Besuch der EU-Troika hat sich (trotz Rentenkürzungen) das Defizit allein bei der griechischen Rentenkasse auf 3,06 Milliarden Euro erhöht. Es ist nur einer von vielen Posten, wo die Löcher trotz aller Milliarden-Rettungsversuche immer größer werden. Obwohl die EU-Troika dieses Mal in Athen überall mit Blockaden und wütenden Protesten empfangen wurde und die Rückschritte in Griechenland nicht zu übersehen sind (Griechenland hat seit zwei Wochen kein Geld mehr für Steuerformulare und kann keine neuen Steuern mehr eintreiben), will sie in den kommenden Tagen grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Milliardenhilfen geben. Wie auch CNN berichtet, werden die Griechen trotz aller Rückschritte weitere Milliarden erhalten. Der Sender führt weiter aus, dass dieses Vorgehen den GAU für die anderen EU-Länder bedeutet.

Den meisten Deutschen ist wahrscheinlich nicht klar, dass sie neben den Rettungs-Milliarden, die nun zu Billionen mutieren, auch noch immer mehr Geld in die EU-Kassen als Beiträge zur Finanzierung des EU-Molochs bezahlen müssen: Verglichen mit 2009 stieg der deutsche Nettobeitrag um mehr als 1,1 Milliarden Euro und lag mit 9,2 Milliarden Euro netto so hoch wie noch nie seit der Jahrtausendwende (der deutsche Bruttobeitrag beträgt 28,3 Milliarden Euro). Die Deutschen zahlen also 9,2 Milliarden Euro mehr in die EU-Kassen ein, als sie herausbekommen und subventionieren auch auf diesem Gebiet andere EU-Staaten mit einem finanziellen Rettungsschirm.

Doch es geht immer weiter mit dem Wahnsinn: Die Deutschen bekommen gerade Druck von der EU-Kommission, ihre Sozialsysteme sofort für Bürger aus allen anderen EU-Staaten zu öffnen. Jeder Bürger soll innerhalb der EU ab sofort entscheiden können, in welchem Land er lebt und wo er Sozialleistungen beantragt. Das bedeutet neue Milliardenlasten für deutsche Steuerzahler. In Großbritannien erhebt sich gegen das Diktat aus Brüssel gerade ein Protest-Sturm – in Deutschland wissen die Bürger noch nicht einmal, was da schon wieder an neuen finanziellen Belastungen auf sie zurollt.

Die Europa-Befürworter befinden sich derzeit in einer Lage wie die Kommunisten nach dem Fall der Mauer – sie wissen, dass es bald mit ihnen zu Ende geht. Und sie wissen, dass sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Selten hat in der Geschichte der Politik eine Bewegung einen so überwältigenden Sieg genossen wie die Europa-Skeptiker. Ihnen gehört zukünftig das Feld. Sie hatten nicht nur Recht hinsichtlich der Euro-Einheitswährung, sie sahen den Verfall voraus. All jene, die den Euro-Wahn unterstützt haben, werden ganz sicher irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden. Nicht anders wird es jenen ergehen, die uns Zuwanderung aus sozial schwachen Ländern als angebliche Bereicherung verkauft und uns noch immer weiter in die Krise getrieben haben.

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Wird Seefisch bald zur Rarität?
  • Vitaminpillen: Schädlicher Schwindel oder Heilmittel?
  • Strafsteuer auf Ersparnisse?
  • Windkraft: 612 Millionen Euro für Nichts

  

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

 

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Kauf Dir einen Griechen: Geheimdienstskandal erschüttert Athen

Udo Ulfkotte

Schmiergeld und Vetternwirtschaft gehören zu Griechenland wie die Akropolis zu Athen. Griechenland ist eben eines der korruptesten Länder Europas. Das ist nichts Besonderes. Doch nun ist die Korruption ganz weit oben angekommen – im griechischen Geheimdienst. Peinlicherweise wurden gerade jetzt auch noch viele Einzelheiten bekannt. In Brüssel ist  mehr …

Schlachtfeld Europa? Polen und EU-Kommission erwarten Krieg um Geld bei Auseinanderbrechen der Euro-Zone

Udo Ulfkotte

Polen hat derzeit den Vorsitz in der EU-Ratspräsidentschaft. Hinter den Kulissen spielen sich bei der EU dramatische Szenen ab: Jacek Rostowski, Finanzminister Polens, sagte: »Europa ist in Gefahr. (…) Die Eurozone muss gerettet werden.« Die Schockwellen eines Scheiterns würde auch die EU nicht überdauern. In der Folge werde es Krieg um Geld  mehr …

Pleite-Griechen: 16 Millionen Euro aus dem EU-Rettungsfonds für Moscheebau

Udo Ulfkotte

Am 7. September 2011 hat das griechische Parlament mit überwältigender Mehrheit beschlossen, einen Teil der EU-Rettungsmilliarden jetzt sofort in den Moscheebau in Athen zu investieren. 198 von 300 Abgeordneten stimmten dafür.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Edelmetall- und Rohstoffpreise in steilem Sinkflug

Michael Grandt

Bei Gold und Silber gab es den größten Preisverfall seit 30 Jahren und die Preise für Rohstoffe brachen in nur wenigen Tagen dramatisch ein. Was sind die Gründe dafür, und wieso ist Gold plötzlich kein »sicherer Hafen« mehr?  mehr …

Bundestag erteilt Einzugsermächtigung – auch für Ihr Konto

Carlos A. Gebauer

Vor wenigen Tagen ist geschehen, was zu befürchten war: Der Deutsche Bundestag hat weitere Hilfen für Griechenland beschlossen. Deutschland soll mit weiteren 211 Milliarden Euro (anders gesagt: mit € 211.000.000.000,00) für Schulden anderer europäischer Länder haften. Alleine dies ergibt für jeden der derzeit rund 82 Millionen Einwohner  mehr …

Vielleicht haben die Banken schon Ihr Gold verpfändet, um an Dollar zu kommen

Valentin Petkantchin

In der Financial Times machte Jack Farchy unlängst darauf aufmerksam, dass einige europäische Banken, um an US-Dollar zu kommen, schon jetzt Goldbestände in Form von »gold swaps« verpfänden. Handelt es sich dabei nicht um das Gold der Kunden, das heißt um Ihr Gold?  mehr …

Bei welcher Bank Sie ab sofort kein Geld mehr anlegen sollten

Michael Grandt

Bei welcher Bank ist mein Geld derzeit noch sicher? Das fragen sich immer mehr verunsicherte Bürger. Nachfolgend eine Übersicht, wo Sie Ihr Geld besser nicht mehr anlegen sollten.  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.