Tuesday, 30. August 2016
14.12.2014
 
 

Deutsche Journalisten fallen beim Idiotentest durch

Udo Ulfkotte

»Männer sind Idioten« – behaupten derzeit viele deutsche Medien. Sie verkaufen ihren Kunden eine Satire als bare Münze. Und sie weigern sich, den Fehler zu korrigieren. Kronleuchter sind in den Redaktionen der deutschen Qualitätsmedien mittlerweile offensichtlich ausverkauft.

 

Es passt wunderbar in die rot-grüne Stimmung in deutschen Qualitätsredaktionen: »Männer sind keine Trottel, sondern Idioten« meldet die dpa in die Redaktionen. Und diese drucken den Unsinn fleißig und unkritisch nach, so wie etwa Spiegel Online und viele andere. Bei Spiegel Online heißt es etwa:

Männer sind Idioten und machen idiotische Sachen. Wer das bisher nur im Stillen gedacht hat, darf sich jetzt wissenschaftlicher Unterstützung erfreuen. Britische Wissenschaftler haben errechnet, dass der überwiegende Teil der Darwin-Award-Träger männlich ist. Dieser Preis wird – meist posthum – an Menschen vergeben, die sich auf besonders dumme Weise versehentlich selbst eliminiert haben.

Dass das renommierte British Medical Journal den eigenen Scherz längst offengelegt hat, stört die Spiegel-Journalisten genau so wenig wie die Tatsache, dass Wissenschaftsblogs über diesen Fake auch leicht verständlich und auf Deutsch berichten.

Dem Idiotentest sind deutsche Journalisten reihenweise zum Opfer gefallen. Seit dem 12. Dezember 2014 gibt es einen Aufruf von deutschen Wissenschaftlern, den Unsinn endlich zu beenden, da heißt es etwa:

Liebe Verantwortliche bei der dpa, denken Sie nicht, es ist jetzt genug, genug mit der Verbreitung dieser idiotischen Meldung, die Anja Garms zusammengeklaubt hat, dieser Meldung, die eine fast wörtliche Übersetzung einer Pressemeldung ist, die sich auf einen Satire-Beitrag im British Medical Journal bezieht. Finden Sie nicht, dass es notwendig ist, Personen wie Garms, die offensichtlich nur in homogenen Gruppen zu denken in der Lage sind, die denken, es gebe »DIE« Männer und die seien von »DEN« Frauen ganz verschieden, aus dem Betrieb zu entfernen? Wollen Sie als Nachrichtenagentur denn wirklich nicht mehr ernstgenommen werden?

Aber deutsche Qualitätsmedien machen nun einmal keine Fehler. Eine Korrektur und Entschuldigung an die Leser für die offensichtliche Fehlinformation ist offenkundig nicht vorgesehen. Im Gegenteil, die Artikel mit dem geballten Schwachsinn stehen weiter munter in Massen online. Und so einfach ist es, Themen in deutschen Qualitätsmedien zu platzieren. Es reicht, das dort vorherrschende Weltbild zu bedienen:

»Das Ergebnis, so die Autoren abschließend, sei im Einklang mit der Male Idiot Theory und unterstütze die Hypothese, dass Männer Idioten sind und Idioten idiotische Dinge tun«, berichtet Kritische Wissenschaft – science files: »Ein findiger Mitarbeiter der Presseabteilung des British Medical Journal hat den Beitrag in eine Pressemeldung übertragen, der er den Titel ›Study supports the theory that ›men are idiots‹‹ gegeben hat. Die Pressemeldung berichtet weitgehend die Ergebnisse, die hier bereits dargestellt wurden, und setzt noch einen on top, in dem die Autoren damit zitiert werden, wie sie sich über ihre Ergebnisse wundern und überlegen, ob sie einen Bias in ihren Daten haben, etwa dadurch, dass Frauen Männer häufiger als Idioten beim Darwin Award melden, als Männer dies umgekehrt für Frauen tun, oder das Ergebnis auf Unterschiede im Alkoholkonsum zurückzuführen ist.

Wie auch immer, die Ergebnisse seien verwirrend, und entsprechend wollen die Autoren die ›male idiot theory‹ im ›semi-naturalistic Christmas party setting (with or without alcohol)‹ weiter untersuchen.

Das ist der Idiotentest, denn die Studie von Lendrem, Lendrem, Gray und Issac ist natürlich nicht ernst gemeint. Sie ist ein Witz von Wissenschaftlern, denen die idiotische Angewohnheit, alles und jeden Blödsinn auf Geschlechtsunterschiede hin zu untersuchen, auf die Nerven geht. Sie ist eine offensichtliche Parodie auf einen wissenschaftlichen Beitrag, der mit prätentiös theoretischem Brimborium beginnt, um dann mit einer unglaublich schlichten und noch dazu ungeeigneten statistischen Prüfung fortgeführt zu werden und in monströsen Schlussfolgerungen zu enden«. Weiter heißt es: »Auch wer nicht in wissenschaftlichem Jargon zu Hause ist, dem sollten ganze Kronleuchter aufgehen angesichts einer Theorie, die behauptet, dass Männer Idioten sind und Idioten idiotische Dinge tun«, schließen die Autoren von sciencefiles.

Kronleuchter sind in den Redaktionen der deutschen Qualitätsmedien mittlerweile offensichtlich ausverkauft. Deutsche Wissenschaftler sind derzeit fassungslos und haben im Web völlig verzweifelt folgende Sätze dazu hinterlassen:

Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, wie es überhaupt passieren konnte, dass ein so offensichtlicher Scherz wie der Beitrag von Lendrem et al. als solcher nicht erkannt werden konnte. Die einzige Erklärung, die uns dazu einfällt, rekurriert auf niedere Instinkte und verbindet diesen Rekurs mit der Ethnomethodologie. Betrachtet man den Text von Lendrem et al. nämlich als Erschütterungsexperiment, mit dessen Hilfe es möglich ist, tiefsitzende kulturelle Ressentiments an die Oberfläche zu befördern, dann kann man feststellen:

  • In deutschen Redaktionen herrscht ein Männerhass, der erheblich ist.

  • In deutschen Redaktionen herrscht die Angst vor dem, was als »die Männer« angesehen wird.

  • Die Angst, die in deutschen Redaktionen vor »den Männern« herrscht, setzt eine Abwehrreaktion im Sinne von Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz in Gang, die Gegenreaktion des kleinen Lichtchens, wie man sagen könnte.

  • Die Gegenreaktion besteht darin, dass man sich diebisch freut, wenn man »den Männern«, die man als Hass- und Angstobjekt aufgebaut hat (obwohl es die Männer natürlich nicht gibt, sondern nur individuelle Männer), wenn man diesen Männern eine verpassen kann, sie degradieren, diffamieren, sie verleumden, beleidigen, entmenschlichen und entindividualisieren kann, so wie man das früher mit den Juden getan hat.

  • Kurz: Deutsche Redaktionen scheinen überzufällig häufig von Gestalten bevölkert zu werden, die von einer Mischung von Unkenntnis, niederen Motiven und Angst getrieben sind.

  • Es ist einfach nur widerlich.

 

Wer jetzt immer noch glaubt, dass deutsche Journalisten aufrichtige Menschen sind, welche der Wahrheit verpflichtet sind und nach ethischen Grundsätzen arbeiten, unbestechlich und politisch neutral recherchieren und die Menschen da draußen wahrhaftig informieren wollen, der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann. Der kann einem die Augen öffnen, wenn er den Bestseller Gekaufte Journalisten unter den Weihnachtsbaum legt...

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (18) zu diesem Artikel

21.12.2014 | 17:19

Wintersonnwende

Udo Ulfkotte im 94-minütigen Interview mit Ken Jebsen: https://www.youtube.com/watch?v=bm_hWenGJKg


15.12.2014 | 18:01

Aue

Wenn in den Augen von Feministinnen Männer Idioten sind, wieso wollen sie dann selbst nichts sehnlicher als Männer sein und hassen das Frausein? Verwundert es denn wirklich, wenn der CIA-Feminismus (Gloria Steinem wurde von der CIA bezahlt; woher etwa Alice Schwarzer ihre Gelder hatte, harrt ja noch der Enthüllung) induziertes Irresein bewirkt? Was die CIA mit ihrer "Frankfurter Schule" bei der europäischen Kultur, Politik und Geisteslandschaft angerichtet hat, das...

Wenn in den Augen von Feministinnen Männer Idioten sind, wieso wollen sie dann selbst nichts sehnlicher als Männer sein und hassen das Frausein? Verwundert es denn wirklich, wenn der CIA-Feminismus (Gloria Steinem wurde von der CIA bezahlt; woher etwa Alice Schwarzer ihre Gelder hatte, harrt ja noch der Enthüllung) induziertes Irresein bewirkt? Was die CIA mit ihrer "Frankfurter Schule" bei der europäischen Kultur, Politik und Geisteslandschaft angerichtet hat, das machte vor den Frauen, als einer der beiden Teile der Familie als Keimzelle und Trägerin jeder Kultur, natürlich keinen Halt. Im Gegenteil: das induzierte Irresein trägt gerade beim schwachen Geschlecht enorme selbstzerstörerische Züge, wie alle Statistiken zeigen. Von Depressionen, über Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bis zum Irrsinn, wonach das tägliche Verplempern von Lebenszeit hinter einer Supermarktkasse oder in einem Büro der Gipfel der Selbstverwirklichung sei, aber doch nicht das Schenken von Leben, Liebe, Geborgenheit und das Aufziehen und Erziehen von Kindern in einer Ehe mit einem Mann der außen kämpft und das Geld nach Hause bringt. Die CIA hat es geschafft, viele Frauen von sich selbst zu entfremden, sie dem Nutzen des Kapitals und Zinseszinses zuzuführen, und blind für die wirklich wichtigen Dinge im Leben einer Frau zu werden und die innere Stimme zu verleugnen. So gesehen darf man sich nicht wundern, wenn jene Weiber, denen man das Frausein ausgetrieben hat, irre genug sind Männer zu hassen, aber selbst nichts anderes anstreben als endlich keine Frau, sondern Mann sein zu wollen. Der Trost für alle geistig Gesunden: geisteskranke Gesellschaften sind biologisch nicht reproduktionsfähig.


15.12.2014 | 16:14

Wolfram Thorsten

Bewiesen – Wahlfälschung im vereinten Deutschland normal https://antilobby.wordpress.com/2013/09/09/bewiesen-wahlfalschung-im-vereintem-deutschland-normal/#


15.12.2014 | 16:05

Ex ABO-Leser

Der systemrelevante "Qualitaets-Journalismus" scheint den Zenit der Dummheit tatsaechlich ueberschritten zu haben. Dank Udo Ulfkotte wird dies nun auch einer breiten Oeffentlichkeit bewusst. Hier das Schock-Video (Sie werden Ihren Ohren nicht trauen!!) zum Thema "Gekaufte Journalisten": www.thailand-immobilien.org (Insider-Informationen, Buch-Tipps).


15.12.2014 | 01:22

Basil Geoffrey

Den Artikel findet man im Übrigen beim hier so hoch geschätzten russischen Staatsfunk: http://rt.com/uk/213947-men-darwin-stupid-death/


14.12.2014 | 23:23

Golix

An Holger Jahndel und sein Kommentar vom 14.12. 2014 / 21:27Ja Herr Jahndel, die Quellen in dem Buch "Gekaufte Journalisten" sind sauber angegeben. Ich habe das Buch gekauft und recherchiert, ist gar nicht so schwer, könnten Sie ja auch mal machen, dann würden Ihnen wohl erst einmal die Augen aufgehen, oder sind sie einer von denen (mit anderem Nahmen hier) die in dem Buch genannt werden? Dann haben Sie ruhig weiter Angst, denn Udo Ulfkotte ist nicht der Einzige der...

An Holger Jahndel und sein Kommentar vom 14.12. 2014 / 21:27

Ja Herr Jahndel, die Quellen in dem Buch "Gekaufte Journalisten" sind sauber angegeben. Ich habe das Buch gekauft und recherchiert, ist gar nicht so schwer, könnten Sie ja auch mal machen, dann würden Ihnen wohl erst einmal die Augen aufgehen, oder sind sie einer von denen (mit anderem Nahmen hier) die in dem Buch genannt werden? Dann haben Sie ruhig weiter Angst, denn Udo Ulfkotte ist nicht der Einzige der über dieses Thema schreibt. Das ZDF hatte es in seiner Satire-Sendung "Die Anstalt" ja auch schon auf den Punkt gebracht. Die Zeiten der Verarsche sind irgendwie vorbei, noch nicht gemerkt? Viel Spaß noch beim Ärgern.

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