Monday, 21. May 2012
11.04.2011
 

Deutschlands künftige Wachstumsbranche: Suppenküchen? Was ein Autor des Manager-Magazins nicht im Manager-Magazin schreibt…

Udo Ulfkotte

Die Vielfalt der Menschen und ihrer Gedanken sind eine der unabdingbaren Voraussetzungen dafür, dass es Fortschritte der Menschheit gibt. Wo Pluralismus brutal unterdrückt wird und Unfreiheit herrscht, da wird auch der Fortschritt abgewürgt. So ist es denn geradezu wünschenswert, dass nicht alle Menschen jubelnd etwa hinter jedem Artikel des Kopp Verlages oder dessen Autoren stehen. Denn die kritische Auseinandersetzung und das Hinterfragen von Zusammenhängen mit Themen gehören eben selbstverständlich auch zum Fortschritt. Es ist durchaus willkommen und auch gewünscht, dass kritische Menschen Berichte etwa auf den Web-Seiten des Kopp Verlages lesen und nach reiflicher Überlegung nicht mit dem Inhalt eines Artikels übereinstimmen. Wichtig ist vor allem die geistige Auseinandersetzung. Nur wer seine eigenen Standpunkte ständig mit neuen Ideen konfrontiert, kann einen Erfahrungsschatz anlegen und innerlich reifen. Bei eben diesem Überprüfen meines eigenen Standpunktes habe ich jetzt eine schockierende Erfahrung gemacht.

Der Kopp Verlag veröffentlicht auch Sachbücher, die bei manchen Menschen wegen ihrer mitunter politisch nicht korrekten Aussagen umstritten sind. Dazu gehören ganz sicher Bestseller wie Der Staatsbankrott kommt, Europa vor dem Crash oder Die Billionen-Dollar-Verschwörung. Allein die Buchtitel suggerieren, dass die Zukunft für Menschen wie Sie und mich offenkundig nicht eben positiv sein wird. Manche Menschen halten solche Aussagen für obskure Verschwörungstheorien. Und auch wenn renommierte Wirtschaftswissenschaftler wie Professor Max Otte mit Prognosen wie Der Crash kommt und Die Krise hält sich nicht an Regeln – nachträglich betrachtet – schlicht Recht behalten haben, dann verdrängt man das gern auf breiter Front.
Es gibt ja viele politisch korrekte Medien wie das renommierte manager magazin, die uns mit positiven Schlagzeilen berauschen. Wo Kopp-Autoren wie Michael Grandt mahnen: »Der Staatsbankrott kommt«, da frohlocken die Fachleute des manager magazins über ein boomendes Deutschland. Und wo Kopp-Autoren vor dem Crash der Lebensversicherungen warnen, da berichtet das manager magazin: »Lebensversicherungen: Experten sehen keinen Grund zur Panik«.
Bei näherer Betrachtung reibt man sich allerdings verwundert die Augen. Denn renommierte Autoren des manager magazins glauben offenkundig selbst nicht an den verbreiteten Optimismus. Nehmen wir nur Markus Gärtner, der regelmäßig aus Kanada und den Vereinigten Staaten auch für das manager magazin berichtet. Markus Gärtner ist Blogger.

Was er vor wenigen Tagen als mögliche Prognose für unser aller Zukunft abgegeben hat, das geht wohl eher noch über das hinaus, was man in »umstrittenen« Veröffentlichungen des Kopp Verlages finden kann. Da heißt es etwa in einem Gärtner-Stück über den möglichen finanziellen Zusammenbruch:

»Davor kämen im schlimmsten Fall noch ein oder mehrere Kriege, weil Länder in überwältigenden Krisen den Hang zeigen, mit Agressionen gegen andere Länder von der Misere daheim abzulenken. Mit inzwischen drei Kriegen schießen sich die USA sozusagen schon einmal warm und halten die entsprechende militärische Kapazität bereit. Was würde das für den Rest der Welt bedeuten? Natürlich den totalen Finanz-GAU, zerstörte Ersparnisse, beschlagnahmte Goldbestände, Hunger, Sklavenarbeit, Kriege. [...] Das Export-Desaster wäre natürlich auch für die Deutschen und ihre gefeierte Sonderkonjunktur ein massiver Schock. [...] Die ARD könnte ihr Programm einstellen, weil die Nachrichten sowieso keiner mehr glaubt und die Leute auch keine Zeit mehr hätten, vor der Glotze zu sitzen. Die meisten wären auf Schwarzmärkten, in den letzten offenen Supermärkten oder im Krieg unterwegs. Die größte Wachstumsbranche wären Suppenküchen. Der sicherste Ort wären Grundstücke auf dem Land mit eigener Wasserversorgung. Die Regale wären plötzlich leer, die Tankstellen geschlossen, die Banken zugenagelt – zum Schutz gegen vandalierende Kunden. Die Manager wären rechtzeitig mit ihren Privatjets ausgebüchst [...]«


Wenn einer der renommiertesten Autoren des manager magazins in seinem privaten Blog die mögliche Entwicklung wie oben zitiert skizziert, warum darf er das dann nicht auch auf den Seiten des manager magazins veröffentlichen? Es wäre doch im Interesse des kritischen Hinterfragens von möglichen Entwicklungen schön, wenn auch das manager magazin seine Leser auf die mögliche Entwicklung vorbereiten würde. Die aber müssen den Blog von Markus Gärtner lesen und Bücher aus dem Kopp Verlag.

Und wenn Sie jetzt den ersten Schock überwunden und erkannt haben, dass es sich keinesfalls um einen Aprilscherz oder eine üble Verschwörungstheorie handelt, dann bedenken Sie bitte auch, dass Markus Gärtner nicht nur für das manager magazin schreibt, sondern beispielsweise auch für die Börsen-Zeitung, die Euro am Sonntag und den Immobilienmanager. Und jetzt suchen Sie dort einmal nach der politisch nicht korrekten Auffassung, wie sie oben zitiert ist. Viel Erfolg!

 

 


 

 

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