Donnerstag, 8. Dezember 2016
11.07.2011
 
 

Die Wahrheit über die Euro-Krise: Die EZB ist jetzt pleite

Udo Ulfkotte

Die Schuldenkrise greift jetzt auch mit großen Schritten auf Italien über. Und die Folgen kann auch die Europäische Zentralbank (EZB) wohl nicht mehr abfedern. Für die Abonnenten von Kopp Exklusiv ist das keine Neuigkeit. Auch die Leser des Wirtschaftsbestsellers Europa vor dem Crash konnten sich rechtzeitig darauf vorbereiten. Für all jene, die diese Informationen verpasst haben, fassen wir nachfolgend noch einmal einige wichtige Fakten zusammen.

Britische Wirtschaftswissenschaftler haben vor mehreren Monaten schon die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) in Zusammenhang mit der Euro-Krise in einer großen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind schockierend. Denn sie lauten: Die Europäische Zentralbank (EZB), angeblicher Hort der Geldwertstabilität des Euro, ist bankrott. Sie hat nur noch 82 Milliarden Euro an stillen Reserven in ihren Tresoren, aber Schulden, die mehr als 23 Mal (!) so hoch sind. Die Nachricht schlug Mitte Juni 2011 an den Finanzmärkten wie eine Bombe ein. In ihrer Studie weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass die EZB den Bankrott erklären muss, wenn auch nur ein weiteres EU-Land größere Summen aus dem Rettungsschirm benötigt. Es geht jetzt nicht mehr um die Frage, »ob« die EZB pleite ist, sondern nur noch um die Frage, »wann« diese Pleite öffentlich erklärt werden muss.

Nigel Farage, ein britischer EU-Abgeordneter, hatte den EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso, daraufhin öffentlich gefragt, ob dieser anerkenne, dass die EZB jetzt faktisch pleite sei. Die Antwort Barrosos lautete ausweichend: »Die Glaubwürdigkeit der EZB liegt in der Entschlossenheit der nationalen Regierungen, alles zu tun, was zur finanziellen Stabilität des Euro erforderlich ist. Ich habe keinen Zweifel an der Nachhaltigkeit der EZB, [...]. Und außerdem befinden sich andere Notenbanken in der EU in einer viel, viel schwierigeren und verwundbareren Situation als die EZB.« Im Klartext heißt das: Andere Notenbanken in EU-Staaten sind noch bankrotter als die EZB. Wer sich als Unternehmer so in Deutschland verhält, der begeht den Straftatbestand der Insolvenzverschleppung.

Die EZB hat Staatsanleihen im Wert von fast 450 Milliarden Euro aufgekauft, die völlig wertlos sind (»Schrottpapiere«). Sie ist damit selbst zu einer »Bad Bank« geworden. Deutschsprachige Medien haben bislang nicht über die absehbare Pleite der EZB berichtet, weil die deutschen Steuerzahler wieder einmal dafür gewonnen werden sollten, neue Unterstützungen in Milliardenhöhe für Griechenland bereitzustellen. Die EZB kaufte allein von Griechenland Schrottpapiere im Nennwert von mehr als 190 Milliarden Euro, für die sie (im Klartext: die Steuerzahler) nun haftet. Die EZB selbst geht intern davon aus, dass sie nur einen Bruchteil des Nennwertes der von ihr in vielen EU-Staaten aufgekauften Staatsanleihen wiedersehen wird. Damit ist klar, dass es eine reine Frage der Zeit ist, bis sie den Bankrott erklären muss. Denn die EZB hat nur noch 82 Milliarden Euro an Reserven. Völlig unabhängig von den vielen weiteren bankrotten EU-Staaten würde allein die Griechenland-Umschuldung die EZB zur Pleite-Bank machen, die ihren eigenen Bankrott nicht länger verstecken kann. Hinzu kommt: Allein die Deutsche Bundesbank hat derzeit offene

Forderungen in Höhe von 335 Milliarden Euro an die EZB. Sie steigen seit dem Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 (damals 40 Milliarden Euro offene Forderungen) von Monat zu Monat weiter an. Fallen die Forderungen aus, so bleibt nicht die Bundesbank, sondern der deutsche Steuerzahler darauf sitzen. Niemand spricht offen darüber. Und ein einziges weiteres bankrottes EU-Land wird genügen, um den Bankrott der EZB für jeden sichtbar zu machen.

Das passiert gerade im Falle Italiens. Die italienische Regierung hat 1,8 Billionen (!) Euro Staatsschulden und braucht dringend 300 Milliarden Euro, weitere 300 Milliarden brauchen italienische Banken. Das kann keine Regierung mehr bereitstellen. Und wie reagieren die verantwortlichen europäischen Politiker? Sie wollen Maulkörbe verhängen. So sollen etwa Ratingagenturen die Wahrheit nicht mehr sagen dürfen. Man verhält sich da so wie einst der Diktator Josef Stalin. Der ließ 1946 in der früheren Sowjetunion Intelligenztests verbieten, weil ihm die Ergebnisse nicht passten und bestimmte Bevölkerungsgruppen deutlich besser abschnitten als Georgier (Stalin war Georgier).

Jeder, der intelligent ist und sehen kann, muss nun erkennen, dass die EZB faktisch pleite ist. Daran ändern auch Verbote, darüber zu sprechen, nichts mehr. Nun ist der Bankrott der EZB in den Statuten der EU aber nicht vorgesehen. Er wird nie offen erklärt werden. Man erkennt ihn an den zwei Möglichkeiten, die der EZB verbleiben: Sie kann die Zentralbanken der EU-Staaten öffentlich dazu auffordern, ihr Geld zu überweisen, weil diese (also die Steuerzahler) eine Nachschusspflicht haben. Oder sie kann die Notenpresse anwerfen und Geld drucken. Für den Bürger hat das alles Folgen. Er muss sich darauf vorbereiten. Wie man das macht, das erfahren Sie im neuen Kopp Exklusiv.

 


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