Euro-Rettungsplan verpufft: Deutschland hat am Roulettetisch verloren
Udo Ulfkotte
Die Bundesregierung hat mit den Steuergeldern der noch nicht einmal gezeugten Kinder gebürgt und Roulette gespielt. Jetzt ist klar: Sie hat verloren. Überall beginnt nun die Flucht aus der neuen Weichwährung Euro.

Es gibt derzeit kaum noch eine Wirtschaftsnachricht, bei der nicht über die Flucht aus dem Euro berichtet wird. Europa ist finanziell am Ende. In Griechenland geht der stille Bankrun weiter. Allein im Mai haben die Griechen fünf Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben und ins sichere Ausland außerhalb der Eurozone geschafft. Italien hat ab September 2011 kein Geld mehr und steht dann da wie die Griechen vor dem letzten Euro-Rettungsgipfel. Und im Falle Spaniens zeichnet sich die gleiche Lage ab. Die Risikoprämien für Italiens und Spaniens Staatsanleihen steigen gerade auf ein absolutes Rekordhoch.
Jetzt zeichnet sich folgende realistische Lage ab: Irgendwann ab Mitte September werden Italien und Spanien als Geldgeber für Griechenland ausfallen. Und das wird für die Deutschen beim Euro-Rettungsschirm extrem teuer. Denn wir Deutschen bürgen ja für jene, die nicht mehr in die Euro-Rettungsschirme zahlen können (oder nicht mehr zahlen wollen). Je weniger Länder in den Rettungsfonds einzahlen, umso größer wird die finanzielle Belastung Deutschlands. Die Folge: Die Agenturen werden die Kreditwürdigkeit Deutschlands herabstufen.
Kaum scheint das amerikanische Schuldendrama vorübergehend gelöst, da kommt das europäische mit voller Wucht zurück. Es ist klar, dass der Schuldenschnitt für Griechenland unausweichlich ist. Die deutschen Steuerzahler werden dann zu den großen Verlierern gehören.
Die Ruhephasen, in denen die Politik die Märkte besänftigen kann, werden immer kürzer. Und die Schuldenkrise in Europa nimmt kurz nach dem Krisengipfel zu Griechenland schon wieder ernste Ausmaße an. Die Anleger flüchten in Gold, denn der Kurs des Euro sackt immer weiter ab. Und es wird auch für den Dümmsten sichtbar, dass Angela Merkel am Roulettetisch den deutschen Einsatz für die Rettung der Weichwährung Euro verloren hat. Zahlen müssen die Zeche dann die Steuerzahler. Vielleicht machen wir es wie die Isländer. Wir weigern uns einfach in einer Volksabstimmung, unsere Schulden zu begleichen und bürgen nicht mehr für andere. Denn der große Zusammenbruch in Europa ist jetzt ohnehin unvermeidlich.
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