Saturday, 25. June 2016
21.08.2014
 
 

FAZ: Aus klugen Köpfen werden Verschwörungstheoretiker

Udo Ulfkotte

Es gibt keine Zeitungskrise. Es gibt nur eine Journalismuskrise. Man sieht das gut bei der einst so renommierten FAZ.

 

Wenn sich ein Produkt schlecht verkauft, dann gibt es viele Möglichkeiten, um darauf zu reagieren: Man kann die Qualität des Produktes verbessern. Man kann den Preis verändern. Man kann die Werbung neu gestalten. Und jetzt schauen Sie sich doch einmal jene Medien an, welche derzeit (wie etwa die FAZ) über ausbleibende Kundschaft klagen.

 

Haben Sie als Kunde auch nur ansatzweise den Eindruck, dass Tageszeitungen wie die FAZ (das gilt auch für andere Zeitungen mit ähnlichen Problemen) die Qualität verbessert haben? Nein, das hat man ganz sicher nicht. Wurde die Zeitung im Preis günstiger? Nein, auch nicht. Wurde die Werbung verändert? Nein, immer noch der uralte Spruch, wonach etwa hinter der FAZ angeblich immer ein kluger Kopf stecke. Die klugen Köpfe laufen allerdings massenweise weg.

 

Verheerender noch: Renommierte Kollegen wie Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart bezichtigen die FAZ inzwischen ganz offen der Kriegstreiberei. Richtig ist, dass unsere Leitmedien derzeit Kampagnenjournalismus machen. Vor allem gegen Russland. Und dass sie sich mehr und mehr Gegner unter ihren einstigen Lesern schaffen.

 

Es hat mich schlicht umgehauen, als ich mitbekommen habe, wie schlecht FAZ-Journalisten heute recherchieren. Offenkundig, so der Eindruck eines Kollegen, arbeiten jetzt Kiffer bei der FAZ. Und der Medienfachmann Stefan Niggemeier schreibt über die FAZ sogar in einem Stück, sie sei »zu einer unabhängigen, ausgewogenen, fairen Berichterstattung nicht willens oder fähig«.

 

Deutschlands größtes Mainstreamblatt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, beklagt die größte Zeitungskrise der Geschichte. Und die Journalisten jammern. Welche Folgen hat das alles? Der Hammer: Die FAZ, einst ein Hort der Seriosität, verbreitet jetzt Verschwörungstheorien.

 

Nein, das behaupte nicht ich, das behaupten renommierte Kollegen. Ja, die FAZ versucht jetzt, mit Kriegstreiberei und Verschwörungstheorien Auflage zu machen. Die FAZ folgt damit der FAZ-Sonntagszeitung, die sich schon seit geraumer Zeit mit absurden BILD-Zeitungsthemen um Auflage bemüht. Die Kriegstreiberei, basierend auf Verschwörungstheorien und Verschwörungstheorien, ist offenkundig Ersatz für die frühere Recherche geworden.

 

Journalismus ist aber kein Recht auf Faulheit. Die klugen Köpfe findet man jetzt jedenfalls anderswo. Wer sich seriös und unabhängig informieren will, der sollte auch öfters mal ein gutes Buch lesen.

 

Udo Ulfkotte auf Twitter: @UdoUlfkotte

 

 

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Leser-Kommentare (24) zu diesem Artikel

23.08.2014 | 09:00

dave

guten tag herr robert hartmanich bin nicht der meinung,daß die FAZ ein qualitätsprodukt ist.es ist alles eine frage der Sichtweise und des bewußtseins.nun zum kopp verlag...... ich möchte hier keine partei ergreifen allerdings möchte ich erwähnen ,daß ich seit ca. 12 jahren die angebotenen bücher des kopp-verlages konsumiere und es auchnicht bereue.zu 2012 muß ich eins fragen..... wieso denn immer gleich weltuntergang ??????ich denke dieses thema 2012 - weltuntergang wird oft...

guten tag herr robert hartman

ich bin nicht der meinung,daß die FAZ ein qualitätsprodukt ist.
es ist alles eine frage der Sichtweise und des bewußtseins.
nun zum kopp verlag...... ich möchte hier keine partei ergreifen allerdings möchte ich erwähnen ,
daß ich seit ca. 12 jahren die angebotenen bücher des kopp-verlages konsumiere und es auch
nicht bereue.
zu 2012 muß ich eins fragen..... wieso denn immer gleich weltuntergang ??????
ich denke dieses thema 2012 - weltuntergang wird oft falsch von den medien
interpretiert.
das thema 2012 ist für mich schon voll im gange !!!!!
man sollte nur mal dahinter schauen und gewisse dinge im moment genauer betrachten....
dann versteht man auch 2012 ;-)
das problem ist nur..... wie versteht der leser 2012 wenn er noch nicht mal
die (mit absicht ) oberflächlichen medien ( zeitungen ) erkennt ???


22.08.2014 | 22:54

cashca

Guter Artikel, Sehr gute Kommentare, war jetzt sehr aufschlussreich, das all es zu lesen, da ich genauso denke. Die bekannten Tageszeitungen lohne sich fast ncht mehr, sie zu lesen. Habe auch kein Abo mehr für diese Zeitungen , schade für das Geld.


22.08.2014 | 18:45

Eber

@ pedrobergerac Besten Dank für diesen fabelhaften Link zu Youtube !!! Zugegeben: obwohl ich sehr viel lese, war mir Holger Strohm bisher nicht bekannt - ich werde mich mit seinem Werk befassen.


22.08.2014 | 14:50

mnp

Ich selbst lese seit mehreren Jahren FAZ (gedrückte Ausgabe), mal mehr oder weniger gründlich, aber die Ausland Berichterstattung ist leider nicht gründlich durchleuchtet von den FAZ Journalisten. Nicht nur Berichte über Ukraine/Russland, es ist insgesamt die komplette Ausland Betrachtung der Politischer Ereignisse sehr einseitig. Ich würde Sagen einfach schlecht und schlampig gearbeitet. Es ist mit Sicherheit einfacher ein Bericht von dem Kollegen aus dem berichterstatteten Land...

Ich selbst lese seit mehreren Jahren FAZ (gedrückte Ausgabe), mal mehr oder weniger gründlich, aber die Ausland Berichterstattung ist leider nicht gründlich durchleuchtet von den FAZ Journalisten. Nicht nur Berichte über Ukraine/Russland, es ist insgesamt die komplette Ausland Betrachtung der Politischer Ereignisse sehr einseitig. Ich würde Sagen einfach schlecht und schlampig gearbeitet. Es ist mit Sicherheit einfacher ein Bericht von dem Kollegen aus dem berichterstatteten Land zu übernehmen als selbst zu Investigativ zu Arbeiten. Man hat so seine handlanger, es ist auch gut so, aber ob damit die korrekte und wahrheitsgetreue Beichterstattung an die Bevölkerung gebracht wird, das bezweifele ich zutiefst… Mein Fazit aus der Sache: Ich Lese den ersten Teil der FAZ nicht mehr, sondern nur noch Wirtschaft und Finanzen… Und das auch nur noch so lange ich dieses Wissen für mich noch benötige.


22.08.2014 | 14:32

Ellen

Ich habe bislang die FAZ für eine seriöse und vertrauenswürdige Zeitung gehalten. Aber nachdem die FAZ die Kommentarfunktion bei der Ukraine Berichterstattung abgeschaltet hat, ist diese Zeitung für mich ´unten durch´. Schade. Diese Zeitung ist jetzt voll im Mainstream angekommen. Sie unterstützt die Kiewer Junta und deren Kriegsverbrechen, wie z.B. das Zurückhalten von humanitären Hilfsgütern von Russland. Das Buch über Politische Korrektheit habe ich übrigens...

Ich habe bislang die FAZ für eine seriöse und vertrauenswürdige Zeitung gehalten. Aber nachdem die FAZ die Kommentarfunktion bei der Ukraine Berichterstattung abgeschaltet hat, ist diese Zeitung für mich ´unten durch´. Schade. Diese Zeitung ist jetzt voll im Mainstream angekommen. Sie unterstützt die Kiewer Junta und deren Kriegsverbrechen, wie z.B. das Zurückhalten von humanitären Hilfsgütern von Russland.

Das Buch über Politische Korrektheit habe ich übrigens gelesen. Kann ich jedem nur empfehlen. Besonders hervorzuheben wären die üppigen Quellennachweise. So etwas ist guter Journalismus.


22.08.2014 | 12:16

ben

Im Stern z.Z. der DM kostete eine Doppelseite Reklame rund 100.000 Mark. Das ist leicht verdientes Geld. dafür lohnt es sich schon, ein bißchen weniger kritisch zu hinterfragen, oder sich vorzugsweise um Dinge zu kümmern, die einen nichts angehen, im Sumpf des Seichten zu versinken, oder Politik und Wirtschaft nach dem Mund zu reden. Gestern auf 3sat gab´s was Selbstkritisches zum abgewöhnen. Die Fernsehquote hat man vorgestellt und setzte hohe Quoten gleich mit Qualität....

Im Stern z.Z. der DM kostete eine Doppelseite Reklame rund 100.000 Mark. Das ist leicht verdientes Geld. dafür lohnt es sich schon, ein bißchen weniger kritisch zu hinterfragen, oder sich vorzugsweise um Dinge zu kümmern, die einen nichts angehen, im Sumpf des Seichten zu versinken, oder Politik und Wirtschaft nach dem Mund zu reden. Gestern auf 3sat gab´s was Selbstkritisches zum abgewöhnen. Die Fernsehquote hat man vorgestellt und setzte hohe Quoten gleich mit Qualität. Der Zuschauer entscheidet, was gesendet wird. Und was der Zuschauer will, ist den Sturm der Liebe und Biggest Looser. Im selben Atemzug erläuterte man, daß die Quote letztendlich dazu diene, die Preise für Reklame festzuzurren. Welchen Anspruch das Fernsehen primär hat, darauf ging man nicht ein. Den Anspruch "Qualität" hat man zwas wie Sisyphos immer wieder den Berg hinaufgewälzt, nur rollte sie im selben Moment herunter und durchlief die wundersame Wandlung in Quantität. Im Nebensatz klärte man den Zuschauer auf, für andere Formate müsse die Politik befragt werden. Grundsätzlich läßt sich wohl ableiten, daß Print- und Multimedia eine verhängnisvolle Affäre eingegangen sind und alles verloren haben, zum einen die Distanz zu sich und dem Medium, man überschätzt sich exorbitant und deutet sich falsch, zum andern den inneren Kompaß. Politik, Wirtschaft, Medienmacher sind ein Klebreis und drängen ins öffentliche Bewußtsein über alle Kanäle zum alleinigen Zweck der Beeinflussung. Wie die Werbung erzeugt das Konglomerat eine Wirklichkeit, die es nicht gibt. Und in der leben wir seit langem. In einer Welt der Reklame. ,

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