Gender-Wahn: Mutter und Vater werden »Elter 1« und »Elter 2«
Udo Ulfkotte
Auf den Formularen amerikanischer Behörden sollen nach einer Entscheidung der Obama-Regierung die Begriffe »mother« (Mutter) und »father« (Vater) durch »parent one« (Elter 1) und »parent two« (Elter 2) ersetzt werden. US-Außenministerin Hilary Clinton will mit diesem Schritt die angebliche Benachteiligung von Schwulen und Lesben in Formularen des State Department beenden. Zeitungen geben derweil Ratschläge, wie man Kinderzimmer geschlechtsneutral einrichtet. Ganz anders in China: Da schickt man kleine Mädchen nun auf Jungentoiletten und umgekehrt, damit sie sich an bestimmte Unterschiede gewöhnen.
Konservative Amerikaner (etwa der US-Fernsehsender Fox) regen sich über die Entscheidung auf. Vielleicht sollten wir einfach einmal in aller Ruhe schauen, wohin das alles in Zukunft führen wird, ein Beispiel: In Melbourne, Australien, klagt gerade ein Paar vor Gericht, dass es die Entscheidung des Geschlechts ihres nächsten Kindes bei der Zeugung nicht der Natur überlassen will, sondern selbst bestimmen möchte. Bis März müssen die australischen Richter über den Fall entscheiden. Wie sieht es in einer Zeit, in der alle Unterschiede zwischen Mann und Frau verwischt werden sollen, eigentlich aus, wenn ein Paar ein geschlechtsloses Kind im Reagenzglas züchten lassen möchte?
Schließlich beraten jetzt schon die renommiertesten Zeitungen der Welt – etwa die International Business Times – in der anscheinend extrem wichtigen Frage, wie man Kinderzimmer geschlechtslos ausstattet. Anstelle von Baby-Pink oder Bübchen-Blau müssen gender-neutrale Kinderzimmer demnach in Butter-gelb, Espresso-braun oder schrillem Rot eingerichtet werden und Möbel sollen möglichst keine verspielten Ornamente haben. Die britische Frauenzeitschrift MarieClaire berichtet ihren LeserInnen allerdings gerade, dass das alles nichts bringt: Es sei ein Mythos, dass Frauen völlig »gleich« sein wollten. Die Zeitschrift zitiert eine Studie, nach der Frauen vor allem eines wollen: einen reichen Mann. Ein reicher Mann ist Frauen überall in Europa wichtiger als Karriere, Gender und eigenes Fortkommen. Es gibt offenkundig Dinge im Leben zwischen Männern und Frauen, die auch feministische Aktionen nicht zerstören können. In Großbritannien werden derzeit Millionen dafür ausgegeben, um zu erkunden, warum Frauen und Männer beim Leistungssport unterschiedliche Leistungen erbringen – das liegt ja möglicherweise aus der Sicht von Feministinnen an der Diskriminierung von Frauen. Und überhaupt: Warum gibt es noch unterschiedliche Haftanstalten für Frauen und Männer, wenn sie doch alle gleich sind?
Nicht anders ist es in orientalischen Ländern wie der Türkei – dort spricht man auch über Gender, aber der Zug fährt in eine völlig andere Richtung. Ausnahmsweise sind sich strenggläubige Muslime und Juden bei der Gender-Frage völlig einig, denn in Israel wurde gerade erst höchstrichterlich bestätigt, dass Frauen in bestimmten Buslinien hinten sitzen müssen, Männer und Frauen während der Fahrt getrennt sind.
Man kann natürlich auch den umgekehrten extremen Weg gehen: In China werden in den Schulen nun kleine Mädchen auf Jungentoiletten geschickt – und umgekehrt. Spätestens, wenn die kleinen Mädchen (so ist das gewollt) die Wandpissoirs sehen, sollen sie begreifen, dass es doch noch irgendwie Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt …
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