Rohrkrepierer Wulff am Ende: Ein Präsident begnadigt sich selbst
Udo Ulfkotte
Noch-Bundespräsident Christian Wulff bleibt auch nach seinem umstrittenen Fernsehauftritt unter Druck. Die Opposition hält Wulffs Erklärungen für unzureichend, die Bild-Zeitung widerspricht seinen Aussagen. Und in der Bevölkerung verliert das deutsche Staatsoberhaupt rapide an Rückhalt, weil nun ans Tageslicht kommt, was lange unter den Teppich gekehrt wurde. Erinnern Sie sich noch daran, wie mies Wulff Menschen wie Thilo Sarrazin und Johannes Heesters behandelte?

Erinnern Sie sich noch daran, wer dem früheren Bundesbanker Thilo Sarrazin die Bedingungen für dessen Amtsrücktritt diktierte? Es war unser in die Schlagzeilen geratener Noch-Bundespräsident Wulff. Wulff konnte es einfach nicht abwarten, Sarrazins Entlassungsurkunde auszufertigen. Das Verbrechen des Thilo Sarrazin? Er sprach das öffentlich aus, was laut Umfragen die Mehrheit der Bevölkerung dachte.
Das ist typisch für Christian Wulff. Menschen, die im Volk beliebt sind, werden von ihm getreten. Ein weiteres Beispiel: Erinnern Sie sich noch daran, wie Christian Wulff als Bundespräsident den grandiosen Johannes Heesters demütigte? Erst hat Wulff den greisen Schauspieler im Frühjahr 2011 offiziell auf Schloss Bellevue eingeladen. Heesters freute sich und sah es als Höhepunkt seines Lebens an. Und dann trat Christian Wulff gnadenlos zu, ließ Heesters einfach von der Gästeliste des Staatsempfangs streichen. Er schleuderte dem greisen Mann die Nazi-Keule ins Gesicht.
Thilo Sarrazin und Johannes Heesters sind nur zwei von vielen Opfern eines Mannes, der nun selbst
nicht behandelt werden will, wie er sich gern anderen gegenüber verhält. Wulff, dessen Rückhalt in der Bevölkerung wie Schnee in der Sonne schmilzt, hat in einem Fernsehinterview auf den staatlichen Propagandakanälen versucht, das tumbe Fernsehvolk für sich zu mobilisieren – und ist gescheitert. Der Befreiungsschlag geriet zum Rohrkrepierer. Wulff sieht sich selbst als Opfer, gibt sich unbelehrbar, uneinsichtig und zeigt großen Realitätsverlust.
Wulff hat einen Amtseid geleistet und gelobt, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Stattdessen ist er während seiner Arbeitszeit nur noch damit beschäftigt, Schaden von sich selbst abzuwenden. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Deutschland sich selbst abschafft - Wulff hat ihn jetzt geliefert. Er war bei seinem Fernsehinterview ein Präsident, der sich selbst begnadigte.
Wulff steht für Werte, die von vielen nicht geteilt werden: Der Mann forderte eine DIN-Norm für Journalisten. Er lässt unliebsame Blogger wegen Majestätsbeleidigung verfolgen. Er hob Aygul Özkan ins Ministeramt, die dann forderte, dass über Ausländer eigentlich nur Gutes berichtet werden dürfe (sie formulierte es anders, wollte eine kultursensible Sprache von Journalisten in Hinblick auf Migranten). Und Wulff, der erstaunlicherweise den Islam als Bestandteil Deutschlands sieht, ist auch der Entdecker und Förderer von Ursula von der Leyen, die mit ihrem Gender-Wahn selbst wertebewusste Grüne aufschreckt. Wer Wulff unterstützt, der steht also auf der Seite des Werteverfalls.
Bekannte Journalisten wetten nun schon öffentlich, bis wann Wulff endlich zurücktritt. Und auf seiner Facebook-Seite kann Noch-Bundespräsident Wulff im Kommentarbereich minütlich ablesen, was das Volk von ihm hält. Statt sich weiter von seinen obskuren reichen Freunden aushalten zu lassen und anrüchige Geschäfte zu machen, sollte sich Christian Wulff nach seinem Rücktritt vielleicht als erstes darüber informieren, wie anständige Menschen zu Wohlstand kommen.
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