Keiner lügt feiner: Made in Germany
Udo Ulfkotte
Viele Hersteller suggerieren ihren Kunden mit dem Aufdruck »Made in Germany«, dass man mit dem Kauf ihrer Produkte heimische Arbeitsplätze sichert. Dabei wurden die Waren importiert. Begleiten Sie uns bei einem ausführlichen Blick auf die dreistesten Tricks. In Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten immer weniger Menschen in der Produktion. Wo einst Maschinenbauer und Autohersteller, Ingenieure, Mechaniker und Laboranten die industrielle Basis bildeten, da verwalten heute Bürofachkräfte den Import von Waren, die überall in der Welt produziert werden – nur nicht im Herzen Europas. Aber verkauft werden die den Kunden als angeblich heimische Produkte.
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Deutschland, Österreich und die Schweiz wurden vorsätzlich entindustrialisiert. Wir produzieren jetzt immer weniger Güter, die auf dem Weltmarkt begehrt sind. Stattdessen importieren wir Güter, denen wir dann eigene Etiketten aufkleben, damit die Käufer glauben, sie stammten aus heimischer Produktion. Markenprodukte, deren Fertigung beispielsweise angebliche deutsche Wertarbeit aufweist und die dementsprechend vermarktet werden, haben bei Verbrauchern weiterhin einen hohen Stellenwert. Doch häufig werden die Verbraucher getäuscht.
Immerhin 83 Prozent aller deutschen Firmen produzieren ihre Waren heute zumindest teilweise im
Ausland, verkaufen die Waren dann aber so, als ob sie komplett in Deutschland hergestellt worden seien. Jeder weiß, dass die deutsche Stahlindustrie weitgehend ins Ausland abgewandert ist. Die Stahlkocher des Ruhrgebiets haben fast alle ihre Jobs verloren. Sie sind heute arbeitslos. Dennoch halten wir unbeirrt an dem Irrglauben fest, die bekannten Hersteller Solinger Messer produzierten noch alle ausschließlich mit heimischem Stahl. Die Wahrheit: Viele große »deutsche« Firmen lassen ihre weltweit bekannten Messerrohlinge in China erhitzen, schmieden, dann den Klingenbereich umschneiden, härten und schleifen. Diese Fertigungsschritte in China erfolgen allerdings mittels einer aus Deutschland importierten Maschinentechnologie – die die Chinesen heute längst kopiert haben und selber beherrschen. Viele Solinger Messer in Bestecksets kommen in Deutschland jetzt nur noch in die Produktverpackung. Solange niemand dagegen klagt, ist das auch weiterhin Realität. Und wenn ein Konkurrent, der (noch) komplett in Deutschland produziert, gegen diese Form der Verbrauchertäuschung durch »Made in Germany« klagt, dann wird der Aufdruck erst einmal durch »Rostfrei/Germany« ersetzt – und weiter in Fernost produziert.
Rund achtzig Prozent des im deutschsprachigen Raum verkauften Kinderspielzeugs wird in China, Tunesien, Portugal oder Lettland hergestellt. Auf jeder Verpackung werben die Hersteller mit Worten wie »Made in Germany« oder »Designed in Germany«. In Wahrheit wurde das Spielzeug nur in Deutschland verpackt oder zusammengesetzt. Ein beachtlicher Teil solcher Puppen, Plüschtiere und Kunststofffiguren wird sogar durch Kinderarbeit hergestellt.
Kennen Sie die Firmen, die heimische Arbeitsplätze gestrichen haben und ihre Waren trotzdem als »Made in Germany«, »Made in Austria« oder »Made in Switzerland« verkaufen? Sie werden staunen. Da finden sich japanische Motoren in »deutschen« Autos, da kommt »deutsche« Alpenschokolade aus dem russischen Städtchen Omsk und der weitaus größte Teil der hier verkauften »italienischen« Damenschuhe stammt aus Indien. Das aber ist erst der Anfang.
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- Das Atomzeitalter ist noch lange nicht zu Ende
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