KOPP EXKLUSIV: Vorsicht »Made in Germany«! – Deutsche Technik verliert weltweit dramatisch an Ansehen
Udo Ulfkotte
Hundert Jahre lang galt »Made in Germany« im Ausland als Gütesiegel. Doch asiatische Länder haben Deutschland inzwischen als Exportweltmeister abgelöst, weil viele asiatische Produkte heute eben einfach zuverlässiger sind als jene aus Deutschland. Bei den Pannenstatistiken etwa hängen japanische Fahrzeuge die deutschen seit Jahren schon hinsichtlich der Qualität ab. Nicht erst die immer häufigeren Ausfälle von ICE-Zügen der Bahn bei winterlichen oder auch heißen Temperaturen sind ein Symptom für den Verfall deutscher Ingenieurskunst. Nur noch deutsche Politiker und Medien schwärmen heute nostalgisch von »Made in Germany« – im Ausland geht man bei diesem Hinweis inzwischen lieber immer häufiger in Deckung. »Made in Germany« ist eben in vielen Ländern kein Qualitätsmerkmal mehr, sondern ein Warnhinweis für überteuerte Ware zu unterdurchschnittlicher Qualität.
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Wohin man auch schaut in diesen Wochen, überall Probleme mit deutscher Technik, ein Beispiel: Die Bundesregierung tut in diesen Tagen so, als seien die Ausfälle der Klimaanlagen in deutschen ICE-Zügen eine absolute Ausnahme in der Erfolgsgeschichte deutscher Technologie. Dabei ist es kaum sechs Monate her, dass deutsche ICE-Züge gleich reihenweise den Minustemperaturen des Winters nicht standhielten und bei eisigen Temperaturen ausfielen. Erst standen viele ICE bei Frost still, dann gab es Probleme mit Türen, die sich wie von Geisterhand bei voller Fahrt aus ihrer Verankerung lösten, zwischendurch Probleme mit den Achsen. Zwischen Leverkusen und Köln verlor ein ICE im Jahr 2009 Hunderte Liter Öl und sorgte für Chaos auf der Bahnstrecke. Und im Ausland erinnert man derzeit gleich auch noch an die Probleme deutscher ICE-Züge mit der Neigetechnik in Kurven. Und nun bestätigten Kreise der Bahn AG, dass es sich bei den Klimasystemen im ICE1 und ICE 2 für die in den vergangenen Wochen herrschenden sommerlichen Temperaturen schlichtweg um eine Fehlkonstruktion handelte. Deutsche Ingenieure liefern demnach Fehlkonstruktionen ab. Und die gehen in Serienproduktion.
Den größten Schaden richten solche Meldungen derzeit allerdings nicht im Inland, sondern im Ausland an. Denn es sind eben nicht nur die ICE-Züge, die seit Jahren nur noch durch Pannen in die Schlagzeilen geraten. Ein anderes Beispiel: Bei den Berliner Verkehrsbetrieben fallen seit Monaten S-Bahnen aus. Und auch dort handelt es sich um reine Fehlkonstruktionen der Ingenieure. Die Hitze machte in den vergangenen Wochen vor allem der empfindlichen Elektronik zu schaffen, die im Führerstand der S-Bahnen untergebracht ist. Denn die Klimaanlage war dort von den Ingenieuren vor allem wegen der Technik installiert worden. Und nicht etwa, um den Komfort der Triebwagenführer zu verbessern. Und kaum stiegen die Außentemperaturen in der Sommerhitze, da versagten die angeblich besten Produkte deutscher Ingenieurskunst ihren Dienst.
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Im Ausland, wo man »Made in Germany« ein Jahrhundert lang als Gütesiegel betrachtet hat, wirkt »Made in Germany« jetzt immer häufiger abschreckend. Denn deutsche Reisebusse gehen auf Autobahnen immer häufiger aus nicht bekannten Gründen in Flammen auf (es ist unklar, ob es sich um Einsparungen bei den Wartungsarbeiten oder Fehlkonstruktionen handelt) und deutsche Automobile fallen in den Zuverlässigkeitsprüfungen von Jahr zu Jahr in den Statistiken gegenüber der ausländischen Konkurrenz weiter zurück. Deutsche Technik verliert im Ausland dramatisch an Ansehen. Irgendwie bekommt das im Inland derzeit kaum jemand mit. Man schiebt die Vorbehalte gegen deutsche Technik nun auf die schwere Wirtschaftskrise.
Vor wenigen Tagen erst war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Besuch beim neuen Exportweltmeister China. Sie hoffte mit einem großen Tross von deutschen Wirtschaftsführern auf viele neue Aufträge für die deutsche Industrie. Die Chinesen waren allerdings eher entsetzt über den Besuch der Kanzlerin. Denn diese brachte Unheil mit: veraltete deutsche Technik. Die überalterte Luftflotte der Bundesregierung sorgte schon auf dem Weg nach China für viel Ärger. Das Flugzeug der Kanzlerin musste im russischen Jekaterinburg vor dem Weiterflug nach China wegen schwerer technischer Defekte ausgetauscht werden. Am gleichen Tag hatte auch der deutsche Verteidigungsminister zu Guttenberg ein schweres technisches Problem mit deutscher Technik: Er war auf einer Afghanistan-Reise. Und bei einem Tankstopp in der ukrainischen Hauptstadt musste wegen eines qualmenden Fahrwerks die Maschine geräumt werden. Nicht nur die Chinesen verfolgen die technischen Nachrichten aus Deutschland von der Bahn- bis zur Flugzeugtechnik derzeit mit großer Aufmerksamkeit. Wen wundert es da noch, wenn »Made in Germany« weltweit immer schneller zu einem Warnhinweis wird.
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