Monday, 26. September 2016
16.07.2014
 
 

Medienkritik: Hilfe, unsere Fußballweltmeister sind politisch nicht korrekt

Udo Ulfkotte

Ich schäme mich jetzt dafür, dass ich früher für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet habe. Warum? Die FAZ empört sich darüber, wie unsere Fußballweltmeister ihren Sieg am Brandenburger Tor gefeiert haben.

 

So sehen Sieger aus: Hunderttausende Fans haben auf der Berliner Fanmeile die Weltmeister-Elf von Rio de Janeiro gefeiert. Und Millionen Menschen freuten sich mit ihnen an den Bildschirmen. Millionen Menschen? Halt. Die politisch Korrekten erstarrten vor Schreck.

 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung behauptet, unsere Fußballweltmeister hätten sich blamiert, weil sie bei der WM-Feier am Brandenburger Tor politisch nicht korrekt gewesen seien. Da heißt es:

»Dort wird jene Darbietung einiger Nationalspieler ihre Spuren hinterlassen, die den Unterschied zwischen Argentiniern, Gauchos genannt, und Deutschen deutlich machen. Die Gauchos gehen gebückt, zwischen Niedergeschlagenheit und Demütigung, während Deutsche aufrecht wie Hermann, der Cherusker, den Pokal gen Himmel strecken. So sehen Sieger aus, wird dazu gesungen. (…). …will Deutschland wirklich dieses Bild der Demütigung als Ausdruck seiner Geistesverfassung begreifen?«

Die Weltmeister machten sich einen Spaß. Doch politisch korrekte Journalisten verstehen heute offenkundig keinen Spaß mehr. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum die einst so renommierte und beliebte Frankfurter Allgemeine Zeitung tiefrote Zahlen schreibt und immer weniger Käufer findet.

 

Vor wenigen Tagen erst gab es im Juni 2014 eine Betriebsversammlung bei der FAZ. Auf der wurde die brutale Wahrheit verkündet: Dem Unternehmen geht es so schlecht, dass die Mitarbeiter keine Gehaltserhöhung bekommen. Die verkaufte Auflage geht zurück, allein im letzten Jahr um mehr als sechs Prozent. Und man hat nur noch 208.000 fest zahlende Abonnenten, so die den Mitarbeitern verkündete offizielle Zahl.

 

Gestiegen ist die Fehlzeitenquote von Mitarbeitern. Gestiegen sind die Kosten für die betriebliche Altersversorgung. Der Gesamtausblick für 2014 ist nach diesen Angaben weiterhin rot. Und vor diesem Hintergrund fiel folgender Satz:

»Wir können nicht unsere Verluste weiter steigern und damit den Einsparungsdruck noch weiter steigern, indem wir uns selbst höhere Gehälter zahlen.«

Das alles zusammen heißt im Klartext: Die FAZ ist nicht mehr rentabel. Und zwar schon lange nicht mehr. Man lebt nur noch von Rücklagen aus besseren Zeiten und hofft darauf, dass diese wieder zurückkehren werden.

 

Ob man das mit politischer Korrektheit erreichen wird? Indem man die Fußballweltmeister nach einer Feier anprangert? Man könnte es auch entspannter sehen: In der Euphorie haben unsere Jungs einen Gag versucht. Der mag nicht allen gefallen haben. So ist das in einer offenen Gesellschaft, einer gelebten Demokratie. Und was macht die FAZ daraus?

Die Siegesfeier am Brandenburger Tor wird zum gigantischen Eigentor. Mit einer üblen Persiflage auf ihren Finalgegner verspielen die deutschen Weltmeister das Image der weltoffenen, toleranten Nation.

Könnte es sein, dass solche oberlehrerhaften Artikel die FAZ weitere Leser kosten werden? Das Unternehmen ist derzeit ohnehin unter Druck, seitdem ein Medienwissenschaftler unangenehme Fragen stellte: Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft? Und spiegelt sich die Verbundenheit zwischen Top-Journalisten und anderen Eliten auch in der Berichterstattung wider?

 

Uwe Krüger, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, gibt in seiner Studie »Meinungsmacht« Antworten auf diese Fragen. Und zwar auch in Hinblick auf die FAZ. In seiner beeindruckenden Studie hat Krüger die Netzwerkverbindungen deutscher Spitzenjournalisten analysiert. Das Ergebnis dürfte die FAZ keineswegs freuen.

 

Die FAZ wirbt mit dem Motto: »Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.« Unsere Fußballweltmeister werden das möglicherweise anders sehen und sich vielleicht denken: Dahinter steckt heute ein sehr armer Tropf. Sie wissen jetzt, warum ich mich ab sofort dafür schäme, dass ich früher 17 Jahre lang für die FAZ gearbeitet habe.

 

Inzwischen hat die FAZ ihren Shitstorm. Und Gauchogate wird zum FAZ-Eigentor. Und das dürfte das ohnehin schwer angeschlagene Unternehmen wahrscheinlich viele weitere Abos kosten.

 

Bleibt die Frage: Durften wir dieses Mal zum letzten Mal bei der WM Patrioten sein und das auch einfach mal ausgiebig feiern?

 

 

 

 


 

 

 


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Leser-Kommentare (49) zu diesem Artikel

19.07.2014 | 12:39

R. Müller

Gender läßt grüßen! Kritischer Journalismus ist demokratisch legitimiert und in Ordnung,dumm dreiste Panikmache dagegen absolut überflüssig und unterste Schublade,gut so Herr Phillip Lahm und Danke!!!!


18.07.2014 | 02:56

Claus

Ich möchte eigentlich zu diesem Podolski Song nichts sagen, da hat wohl jeder seine Meinung zur genüge abgegeben.. Letztendlich haben die Jungs gefeitet und sind Weltmeister und waren gut drauf. Was solls, da soll man so eine Sache nicht allzu hoch hängen. Ausserdem ist es zu viel der Ehre für diesen Song , das FAZ , Freitag, Spiegel u.a. sich darüber auslassen mussten. Weniger wäre hier mehr gewesen.


17.07.2014 | 19:29

Moses7777777

Je abgestumpfter man ist, desto weniger interessiert es einen wie Menschen andere Mitmenschen behandeln und desto mehr Ausreden oder künstliche Erklärungsversuche werden erzeugt. Die Fakten sprechen hier eindeutig gegen die sechs Mitglieder der deutschen Mannschaft. Aufrichtigkeit, Freundlichkeit und Respekt vor dem Gegner ist eben nur eine Eigenschaft von Menschen, die diese Tungenden auch in sich selber Tragen. Alle anderen werden sich weiter daneben benehmen und es nichteinmal...

Je abgestumpfter man ist, desto weniger interessiert es einen wie Menschen andere Mitmenschen behandeln und desto mehr Ausreden oder künstliche Erklärungsversuche werden erzeugt. Die Fakten sprechen hier eindeutig gegen die sechs Mitglieder der deutschen Mannschaft. Aufrichtigkeit, Freundlichkeit und Respekt vor dem Gegner ist eben nur eine Eigenschaft von Menschen, die diese Tungenden auch in sich selber Tragen. Alle anderen werden sich weiter daneben benehmen und es nichteinmal merken.


17.07.2014 | 17:22

Moses

Je abgestumpfter man ist, desto weniger interessiert es einen wie Menschen andere Mitmenschen behandeln und desto mehr Ausreden oder künstliche Erklärungsversuche werden erzeugt. Die Fakten sprechen hier eindeutig gegen die sechs Mitglieder der deutschen Mannschaft. Aufrichtigkeit, Freundlichkeit und Respekt vor dem Gegner ist eben nur eine Eigenschaft von Menschen, die diese Tungenden auch in sich selber Tragen. Alle anderen werden sich weiter daneben benehmen und es nichteinmal...

Je abgestumpfter man ist, desto weniger interessiert es einen wie Menschen andere Mitmenschen behandeln und desto mehr Ausreden oder künstliche Erklärungsversuche werden erzeugt. Die Fakten sprechen hier eindeutig gegen die sechs Mitglieder der deutschen Mannschaft. Aufrichtigkeit, Freundlichkeit und Respekt vor dem Gegner ist eben nur eine Eigenschaft von Menschen, die diese Tungenden auch in sich selber Tragen. Alle anderen werden sich weiter daneben benehmen und es nichteinmal merken.


17.07.2014 | 16:44

Nadine

Daß sich über den Auftritt unserer "Jungs" viele Leute aufregen war ja ganz klar. Grade bei Deutschland achtet man ja besonders auf die politische Korrektheit. Und daß der momentane, dem Fußball zu verdankende Nationalstolz vielen ein Dorn im Auge ist, ist auch klar. Ich fand diesen Auftritt witzig. Und unsere Fußballer können mit Recht stolz sein und "aufrecht wie Hermann, der Cherusker, den Pokal gen Himmel strecken". Aber nachdem Deutschland Weltmeister...

Daß sich über den Auftritt unserer "Jungs" viele Leute aufregen war ja ganz klar. Grade bei Deutschland achtet man ja besonders auf die politische Korrektheit. Und daß der momentane, dem Fußball zu verdankende Nationalstolz vielen ein Dorn im Auge ist, ist auch klar. Ich fand diesen Auftritt witzig. Und unsere Fußballer können mit Recht stolz sein und "aufrecht wie Hermann, der Cherusker, den Pokal gen Himmel strecken". Aber nachdem Deutschland Weltmeister ist, muß natürlich etwas gesucht werden um das Ganze wieder schlecht zu reden. Schade...


17.07.2014 | 16:10

volli

"Vielleicht ist das der Grund dafür, warum die einst so renommierte und beliebte Frankfurter Allgemeine Zeitung tiefrote Zahlen schreibt und immer weniger Käufer findet." Was Ulfkotte kritisiert, betreibt er hier. Was hat eine Kritik an einem schlechten Gag mit den tiefroten Zahlen zu tun? So nimmt er den Aufhänger "Gauch-Song-Kritik", um mit der FAZ unseriös abzurechnen. Ja, der FAZ hat der Witz nicht gefallen, auch viele Argentinier haben ihn nicht...

"Vielleicht ist das der Grund dafür, warum die einst so renommierte und beliebte Frankfurter Allgemeine Zeitung tiefrote Zahlen schreibt und immer weniger Käufer findet." Was Ulfkotte kritisiert, betreibt er hier. Was hat eine Kritik an einem schlechten Gag mit den tiefroten Zahlen zu tun? So nimmt er den Aufhänger "Gauch-Song-Kritik", um mit der FAZ unseriös abzurechnen. Ja, der FAZ hat der Witz nicht gefallen, auch viele Argentinier haben ihn nicht verstanden - ich fand ihn auch unnötig. Ist das die Schuld der FAZ oder gar der Argentinier, was Ulfkotte hier abstraft? Immerhin hat die FAZ sachlich argumentiert, dass es um Schaden für das Image geht (wie gesagt, die Argentinier waren schon verwundert ...).

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