Merkel und der böse Wulff : Potpourri der Horror-Nachrichten
Udo Ulfkotte
Der deutsche Noch-Bundespräsident Christian Wulff hat versucht, den Chefredakteur der Bild-Zeitung telefonisch zu erreichen. Und weil dort unlängst keiner zu erreichen war, sprach er wutentbrannt auf den Anrufbeantworter. Er sprach allen Ernstes vom »Kriegführen«. Das muss man ebenso gelesen haben wie die in Deutschland ebenfalls in den Medien verschwiegenen aktuellen türkisch-griechischen Kriegsvorbereitungen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ist eher nicht für herausragend intelligente Äußerungen bekannt. Seine konstante Mittelmäßigkeit lässt ihn für die hohe Politik geeignet erscheinen. Dort hat er sich aus der Sicht des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) nun wohl wieder einmal bewährt. Denn Lammert wird in Zusammenhang mit der Wulff-Affäre mit dem unvergleichlichen Satz zitiert, er lehne eine »Bonitätsprüfung von Politikern in hohen Ämtern ab«.
Wir erinnern uns: Lammert war im März 2006 Bundestagspräsident. Und da weigerte er sich, die nach dem Verhaltenskodex des 16. Deutschen Bundestages veröffentlichungspflichtigen Angaben über Nebentätigkeiten und Zusatzeinkünfte der Abgeordneten zu veröffentlichen. Die Öffentlichkeit muss ja nicht alles wissen. Soviel zur »Bonitätsprüfung von Politikern in hohen Ämtern«.
Unterdessen dreht unser Bundespräsident dritter Wahl gerade ab. Denn jetzt kommt heraus: Christian Wulff unterschrieb das dritte Darlehen für sein Haus erst, als die Öffentlichkeit schon von seinem Privatkredit erfahren hatte. So dreist muss man erst mal sein. Doch es kommt noch härter; der Journalist Eckart Lohse schreibt zu den Vorgängen im Dezember 2011:
Allerdings wusste Wulff, dass eine Veröffentlichung drohte. Am Montag, dem 12. Dezember, versuchte er vom Persischen Golf aus den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann zu erreichen. Da das nicht gelang, sprach er ihm auf die Mobilbox seines Telefons. Er klagte, dass ein Bild-Journalist seit Monaten eine »unglaubliche« Geschichte plane, die am nächsten Tag veröffentlicht werden solle. Wulff kündigte für diesen Fall den »endgültigen Bruch« mit dem Springer-Verlag an. Der Präsident bat um eine Unterredung, in der man über alles sprechen könne. Er sprach aber auch vom »Kriegführen«.
Wo der deutsche Bundespräsident wie selbstverständlich in der friedlichen Vorweihnachtszeit vom »Kriegführen« spricht, da versuchen andere lange Zeit friedliche Länder offenkundig mitzuhalten. Israel und Griechenland bereiten sich militärisch auf einen angeblich in diesem Jahr bevorstehenden Überraschungsangriff der Türkei vor. Israelische Luftwaffenpiloten freuen sich in Blogs schon darauf, die bärtigen Türken wieder »in ihre Höhlen zurückzubomben«. Spätestens seit dem offiziellen
türkischen Eingeständnis, durch türkische Geheimagenten griechische Waldbrände entfacht zu haben, erinnern sich die Griechen wieder ihres Erzfeindes. Immer mehr Griechen kämpfen ums nackte Überleben ihrer Familien, da kommt die Gefahr eines Krieges mit der verhassten Türkei der Politik zur Ablenkung gerade recht. Klar ist jedenfalls: Die türkische Wirtschaft wird 2012 abschmieren, die Party ist auch in Ankara vorbei. Und die Türkei ist aus amerikanischer und französischer Sicht jetzt kein zuverlässiger NATO-Partner mehr. Auch in den Niederlanden diskutiert man offen darüber, die Türken aus der NATO rauszuwerfen.
Die türkisch-israelischen Beziehungen sind auf dem absoluten Tiefpunkt. Die Türken bekommen jetzt auch keine israelische Drohnen-Technologie mehr. Auf die ist die türkische Armee beim Feldzug gegen die Kurden angewiesen. Die israelische Tageszeitung Haaretz hat eine sehr pessimistische Prognose für die Region im Jahr 2012.
Die Auswirkungen der vielen unschönen Szenarien in der Welt werden auch uns in Europa 2012 treffen. Immerhin wurde 2011 gerade erst weltweit an den Börsen Kapital im Wert von 6,3 Billionen Dollar (4,87 Billionen Euro) vernichtet – ganz ohne klassische Kriegsführung auf dem militärischen Schlachtfeld. Und 2012 wird es nach allen Prognosen noch schlechter werden. Doch es gibt zwischen allen schlechten auch eine gute Nachricht: Die Nachrichtenagentur Reuters hat Gold zum Krisengewinner 2011 erkoren, denn trotz aller Unkenrufe stieg der Goldpreis von Jahresanfang bis Jahresende 2011 um rund zehn Prozent. Langfristig lautet die Devise wohl auch weiterhin: Mit Gold durch die Krise. Und wer sich unabhängig über die Entwicklung informieren und eine fundierte eigene Meinung bilden will, der sollte am 4. Februar 2012 diesen Kongress besuchen.
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