
Während Deutschland den Bach runtergeht, macht die Bundeskanzlerin erst einmal Urlaub. Dabei vollzieht sich derzeit nicht nur beim endlosen Euro-Endspiel eine Entwicklung, die beängstigend ist: Die Hochqualifizierten wandern in Scharen aus Deutschland ab. Sie haben keinen Anreiz mehr, um dort zu bleiben, wo der Staat sie finanziell auspresst und die Nachbarn ihnen jede Leistung neiden. Noch nie zogen so viele hochqualifizierte Deutsche aus ihrer Heimat weg. Und wir debattieren darüber, ihnen die Steuern zu erhöhen und erarbeitete Vermögen wegzunehmen. Wer mehr hat als
ein anderer, der hat es aus der Sicht vieler Deutscher zu Unrecht bekommen, er hat es sich irgendwie erschlichen. Das darf aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit doch irgendwie nicht sein – denken viele.
Während die Klügsten gehen, werden auch deutsche Maschinen und Werkzeuge gegen chinesische Billigprodukte ausgetauscht. Und nach den Leistungsträgern und Maschinen werden jetzt auch rasend schnell die deutschen Unternehmen exportiert. Allein im ersten Halbjahr 2012 wurden 196 deutsche Unternehmen von Ausländern übernommen. Das Irre daran: Deutsche »Experten« sehen darin nicht etwa einen Grund zur Sorge, sondern ein Lob. Bei immer mehr deutschen Unternehmen bestimmen ausländische Kapitalgeber, wann und wohin die Produktion verlagert wird – und wir freuen uns. Man wundert sich über nichts mehr.
Unsere Renten werden verspekuliert und die Steuergelder unserer noch nicht einmal gezeugten Kinder zur Rettung bankrotter Staaten verpfändet – und wir freuen uns. Wir freuen uns ja auch, wenn deutsche Hochqualifizierte auswandern und wir dann mit Steuergeldern im Ausland dafür werben, dass intelligente Menschen zu uns kommen. Dummerweise ziehen wir nur in Massen jene mit eher niedrigem IQ an.
Die Frage ist also: Was bleibt einer künftigen Generation in Deutschland, wenn die Leistungsträger im Ausland sind, immer mehr Firmen in ausländischer Hand sind und die Rücklagen verspekuliert und verpfändet wurden? Andere Länder verteidigen ihre Unternehmen und blockieren jede Übernahmeschlacht – wir sind dagegen zur totalen Ausplünderung freigegeben. Und wir freuen uns. Wir verachten schließlich die noch verbliebenen Leistungsträger.
Schaltet man das Fernsehen ein, dann sieht man als Vorbilder nicht etwa Leistungsträger, sondern Menschen wie den Hartz-IV-Empfänger Johannes Ponnader, der sich »Gesellschaftskünstler« nennt und in Jesuslatschen durch die Gegend schlurft. Der Mann mit dem Einser-Abitur wäre für unsere Vorfahren wohl der nicht mehr zu toppende Inbegriff eines Versagers gewesen, aber er kommt heute im leistungsverachtenden Deutschland der Gegenwart als »Pirat« gut an. Leistung ist in Deutschland eben nicht mehr salonfähig. Das haben wir den 68ern zu verdanken. Wie schrieb doch Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab. Die Deutschen verteidigen sich eben erst, wenn es nichts mehr zu verteidigen gibt. Wir fördern heute nicht mehr die Intelligenz, sondern die Wohlstandsverwahrlosung. Irgendwann werden wir aufwachen und sehen, dass es nichts mehr zu fördern gibt. Und die letzten Klugen werden gehen und die Dummen zurücklassen.
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