Monday, 21. May 2012
15.09.2010
 

Schlaraffenland für Kriminelle

Udo Ulfkotte

Zwischen 40 000 und 60 000 Polizeistellen werden in Großbritannien aus Kostengründen abgebaut. Die Londoner Regierung ist pleite. In vielen Regionen zieht sich die britische Polizei demnächst komplett zurück – und überlässt kriminellen Gruppen das Land. Die Entwicklung wird zeitversetzt auch Deutschland treffen. Denn auch in der Bundesrepublik gibt der Staat sein Gewaltmonopol und den Anspruch, den Staatsbürgern Schutz und Sicherheit zu garantieren, nach und nach auf.

Die britische Polizei hat die Aufgabe, die Bürger des Landes zu schützen. Weil nicht jeder Polizist jede Herausforderung bewältigen kann, gibt es Spezialeinheiten. Da gibt es beispielsweise Polizisten, die kümmern sich nur um häusliche Gewalt. Und andere sind auf die organisierte Kriminalität spezialisiert. Weil zwischen 40 000 und 60 000 Polizeistellen aus Kostengründen abgebaut werden, wird es künftig in vielen britischen Regionen keine Polizei mehr geben. Immerhin 25 Prozent aller britischen Polizisten sollen entlassen werden – britische Zeitungen sprechen schon von einem vorgezogenen »Weihnachtsgeschenk für Kriminelle«.

Allein die Polizei in Hampshire setzt 1400 Mitarbeiter vor die Tür. Es ist halt kein Geld mehr für Sicherheit vorhanden. Und die Politik verteilt das wenige noch Vorhandene nach Kriterien, die einem Wahnsinnigen zur Ehre gereichen würden. Ein Beispiel: Hunderte britische Polizisten wurden soeben in einem drei Tage währenden Ausbildungskurs auf das Verhalten im Falle eines schweren Erdbebens vorbereitet. Dummerweise hat es in Großbritannien noch nie ein Erdbeben gegeben – und es wird auch keines erwartet. Die Polizisten wurden mit viel Geld für etwas ausgebildet, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu ihrer Lebzeit nicht eintreffen wird.

Auch in Deutschland ist die Polizei – aus verschiedenen Gründen – längst an ihrer Belastungsgrenze angelangt. In Städten wie Hamburg erzielt die organisierte Kriminalität Rekordgewinne. Nur Regionalzeitungen berichten darüber, was auf die deutsche Polizei zukommt: Stellenabbau und Kürzung der Finanzmittel. Bürgersprechstunden bei der Polizei, bei denen man sich etwa Tipps zum Einbruchschutz geben lassen kann, fallen einfach aus. Polizisten sind zu Prügelknaben der Nation geworden. Immer mehr Kriminelle lachen Polizisten einfach aus.

Überall lautet eine viele Bürger bewegende Frage derzeit: Wieviel Polizei bleibt eigentlich noch bei uns vor Ort? Wir investieren derzeit sehr viel deutsche Steuergelder in die Ausbildung von Polizisten in Afghanistan und schaffen dort (auf Kosten der Steuerzahler) neue Polizeistellen. In Deutschland schließen wir im Gegenzug Polizeistationen und setzen Polizisten auf die Straße. Die Politik behauptet, das alles diene unserer Sicherheit. Vielleicht gibt es Bürger, die das noch verstehen. Der Autor dieses Beitrages hat früher nie daran geglaubt, dass es intelligentes Leben außerhalb der Erde gibt. Inzwischen hofft er allerdings inbrünstig darauf, weil es hier auf der Erde immer weniger intelligentes Leben gibt.


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