Kurz vor Weihnachten berichten unsere Medien immer wieder über die Möglichkeiten, Geld für arme Länder zu spenden. Da wird dann auf die Mitleidsdrüse gedrückt, um die Taschen zu öffnen. Bangladesch ist beliebtes Thema solcher Spendenberichte. Die Regierung in Bangladesch verkündete gerade erst, dass 30 Prozent der eigenen Bevölkerung unterernährt seien. Und mehr als 25 Prozent der Einwohner des Landes - so die Regierung - hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zugleich nimmt die Armut in Bangladesch von Jahr zu Jahr weiter zu. Die Menschen werden immer ärmer.
Nun ist Bangladesch ein Land, das ethnische Minderheiten wie die Rohingya in Lager steckt und dort fast verhungern lässt. Natürlich berichten deutschsprachige Medien nicht darüber, wie unmenschlich Bangladesch ethnische Minderheiten behandelt. Dann würden die Spender wohl nicht mehr bereitwillig die Geldbörsen öffnen.
Und die Medien berichten auch nicht, dass Bangladesch eines der korruptesten Länder ist. Auch dann würden die Europäer wahrscheinlich nicht mehr soviel Geld für Bangladesch bereitstellen. Klar ist jedenfalls: In Bangladesch gibt es auf der einen Seite eine kaum noch zu überschauende Palette von Projekten gegen die Armut – und auf der anderen Seite eine Regierung, die nicht weiß, wohin mit dem Geld. Denn Wirtschaft und Steuereinnahmen boomen in Bangladesch.
Die Regierung verspricht der Bevölkerung gerade, dass es in zehn Jahren soziale Gerechtigkeit und kaum noch Armut in Bangladesch geben werde – und schaut sich schon einmal die luxuriösesten Flugzeuge der Welt an. Der neue Boeing 787-Dreamliner stoppte auf seinem jüngsten Verkaufswerbeflug in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Die Regierung hat Interesse an dem Luxusflieger bekundet.
Zwei Tage nach dem Boeing 787-Dreamliner sollte dann in Dhaka ein Flugzeug landen, dessen Ankunft es verdient gehabt hätte, von den großen Nachrichtenagenturen der Welt festgehalten zu werden. Ein früherer Pilot der Lufthansa ließ mir zu den Weihnachtsfeiertagen nachfolgende Nachricht zukommen:
»Mit Libyen läuft alles noch recht chaotisch. Sollte vom 12. bis zum 15. Dezember einen A340 von Tunis nach Dhaka ferryfliegen. Kurz davor wollte dann der Auftraggeber eine NICHT europäische Crew. Es handelte sich um den ex. Privat A340 von Gaddafi, wo das Gold im Flieger mehr wert ist als das neue Flugzeug selbst. Die Maschine ist von der Regierung in Bangladesch gekauft worden. Bangladesch ist mit das ärmste Land der Welt und bekommt von der EU riesige Summen Entwicklungshilfe!!! Dann soll ja auch noch die Bevölkerung in Deutschland etwas Gutes tun und für die hungernden Kinder in Bangladesh zu Weihnachten spenden. `Jeder Euro kommt an` hieß es da noch bei der Spendensendung RTL!!! Stimmt sicher - nur wo und wofür? Bin total schockiert. Müsste eigentlich in die Presse…. Viele Grüße Axel«.
Nein, diese Nachricht ist kein Scherz. Und sie ist auch keine Fälschung. Ein in Egelsbach (nahe Frankfurt) ansässiges Luftfahrtunternehmen hatte nach Rücksprache mit dem Piloten Mitte Dezember renommierte deutsche Medien angeschrieben und um Berichterstattung gebeten. Doch keiner der Journalisten wollte darüber berichten, weil das die Spendenfreudigkeit der Deutschen beeinflussen würde. 
Die Nachrichtenagenturen berichten derzeit wahrheitsgemäß darüber, dass die im Bürgerkrieg beschädigten und früher von Airbus gelieferten libyschen Flugzeuge nun repariert werden sollen. Bekannt ist, dass Gaddafi seine Privatflugzeuge luxuriös ausstatten ließ. Über einen der Gaddafi-Privatflieger berichteten auch deutsche Medien.
Dass wir Deutschen nun Aufbauhilfe für Libyen leisten und zugleich auch finanzielle Hilfe zur Bekämpfung der Armut in Bangladesch, während Libyen nun den Gaddafi-Flieger an die Regierung von Bangladesch verschiebt, das stört die besinnliche Weihnachtszeit und stimmt nachdenklich.
Wir haben jetzt für jeden ein Rettungspaket. Nur uns selbst haben wir vergessen. Und deshalb steht Europa vor dem Crash.
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