Wednesday, 29. June 2016
08.12.2014
 
 

Skrupellos: Gekaufte Journalisten und Kinderarbeit

Udo Ulfkotte

Kinderarbeit bei deutschen Verlagen – gibt es das? Es wird ab Januar 2015 wohl zur ganz normalen Realität gehören.

 

Im Jahr 2015 wird der Mindestlohn eingeführt. Doch große Verlage wissen schon jetzt, wie man diesen umgeht; mit Kinderarbeit. Denn für Minderjährige gilt der Mindestlohn beim Austragen von Zeitungen und Zeitschriften nicht.

Vielen Zustellern wurde bei den großen deutschen Verlagen in den letzten Wochen gekündigt, weil Minderjährige für 30 bis 50 Euro im Monat 16 Stunden Zustelldienste leisten sollen. Das entspricht weniger als drei Euro die Stunde.

 

Haben Sie auch in nur einer Zeitung etwas darüber gelesen? Natürlich nicht, denn unsere Journalisten leben ja davon, andere auszubeuten und sich selbst als angebliche Verfechter sozialer Gerechtigkeit ins Rampenlicht zu setzen.

 

Wer so arbeitet wie viele deutsche Journalisten, der hat etwas von einem Selbstmörder. Wo der Niedergang des deutschen Journalismus hinführt, macht die Westfälische Rundschau vor – sie hat keine Redakteure mehr. Auch bei der Brigitte wurden alle Textredakteure entlassen.

 

Dort arbeiten künftig freie Journalisten, deren Honorare man immer weiter drücken kann. Kein Zweifel: Der Journalismus in Deutschland ist überall auf einem Tiefpunkt angelangt – auch bei den Öffentlich-Rechtlichen.

 

Besonders verheerend ist es, wenn Journalisten sich dann auch noch für Propaganda und Desinformation hergeben. Am vergangenen Wochenende fand ein Symposium statt, wo gekaufte Journalisten und deren Arbeit im Mittelpunkt stehen.

 

Eine der wichtigsten Reden dort war die 20 Minuten dauernde Ansprache des britisch-australischen Journalisten John Pilger. Er griff nicht nur die New York Times und die anderen großen englischsprachigen Zeitungen an – er legte den Finger auch auf die klaffende Wunde des deutschen Journalismus: Der Triumph der Propaganda sei in den anglo-amerikanischen Medien so evident, wie in Deutschland.

 

 

Offenkundig hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland nichts verändert: Deutschland glich nach dem Krieg einem Trümmerhaufen. Und dann setzte der Wiederaufbau ein – initiiert und tatkräftig unterstützt von den Alliierten, allen voran den USA.

 

Was aber waren die Ziele? Bislang unveröffentlichte Dokumente enthüllen einen »psychologischen Strategieplan für Deutschland«, gesteuert und finanziert von der CIA. Der US-Geheimdienst beeinflusste die deutsche Kulturszene, unterstützte Medien, baute Gewerkschaften auf und bezahlte Politiker.

 

Das Ziel war die gesteuerte Demokratie. In dieser leben wir heute. Gekaufte Journalisten schweigen dazu. So wie sie es offenkundig auch selbstverständlich finden, dass ihre Verlage ab Januar 2015 Kinderarbeit unterstützen, um den Mindestlohn zu umgehen.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (25) zu diesem Artikel

09.12.2014 | 06:25

Hillu

@mannomann, habe mal meine Kinder auch losgeschickt zum Zeitung austragen. Verdienst monatlich zw. 27 - 34 €, Arbeitszeit 1 x wöchentlich, Zeitung austragen ca. 2 Stunden (a 2 Personen, da ich auch noch mitgelaufen bin), das Einsortieren der Werbung in die Zeitung auch noch mal so 1,5 Stunden. Dann rechne mal diesen Stundenlohn aus. Ich muss aber noch dazu sagen, es war eine kostenlose Zeitung, die sich nur mit Werbung finanziert. Das ist eigentlich ein Witz und ich wollte meinen...

@mannomann, habe mal meine Kinder auch losgeschickt zum Zeitung austragen. Verdienst monatlich zw. 27 - 34 €, Arbeitszeit 1 x wöchentlich, Zeitung austragen ca. 2 Stunden (a 2 Personen, da ich auch noch mitgelaufen bin), das Einsortieren der Werbung in die Zeitung auch noch mal so 1,5 Stunden. Dann rechne mal diesen Stundenlohn aus. Ich muss aber noch dazu sagen, es war eine kostenlose Zeitung, die sich nur mit Werbung finanziert. Das ist eigentlich ein Witz und ich wollte meinen Kindern eigentlich nur beibringen, dass man das Geld nicht im Schlaf verdient und das Geld nicht immer aus Mamas Geldbörse kommt. Für den, der aber davon leben muss, ist es nur ein Hungerlohn und Ausbeutung.


08.12.2014 | 21:40

Kaiser Wilhelm

@mannomann Das geht nicht nur dir so. Ist wohl Zermürbungstaktik, damit man zum Aufgeben gedrängt wird. Die letzte unabhängige Plattform beugt sich dem Druck der Herrschenden. An das Thema chemtrails traut ihr Euch wohl auch nicht ran? Scheisse.


08.12.2014 | 21:21

Henning B.

habe noch vor drei Jahren die Ostsee-Zeitung zugestellt. Dienstbeginn 2 Uhr morgens, 6 Tage die Woche. Kam auf einen Stundenlohn von 3,63 Euro


08.12.2014 | 19:28

Silke

1. @Mannomann "Offenbar ist der Kopp-Verlag nicht daran interessiert, daß der Wahrheitsgehalt der Artikel hinterfragt werden." Aha, wenn Sie nicht reibungslos jeden Tag mehrere Kommentare auf einer Plattform frei geschaltet bekommen wird zensiert. Aber anderen Verschwörungstheorien vorwerfen... 2. Gegen Taschengeld aufbessern habe ich nichts, wenn rotgrüne Journalisten aber dauernd soziale Gerechtigkeit und Mindestlohn fordern, selber aber Jugendliche für einen...

1. @Mannomann "Offenbar ist der Kopp-Verlag nicht daran interessiert, daß der Wahrheitsgehalt der Artikel hinterfragt werden." Aha, wenn Sie nicht reibungslos jeden Tag mehrere Kommentare auf einer Plattform frei geschaltet bekommen wird zensiert. Aber anderen Verschwörungstheorien vorwerfen... 2. Gegen Taschengeld aufbessern habe ich nichts, wenn rotgrüne Journalisten aber dauernd soziale Gerechtigkeit und Mindestlohn fordern, selber aber Jugendliche für einen Hungerlohn an die Arbeit schicken nenne ich das Heuchelei. Ist aber leider oft so: Wohltaten fordern, aber bitte vom Geld anderer! Kein Wunder das die Leserschaft schrumpft.


08.12.2014 | 19:08

Silberner Goldbroiler

Haltet mal die "Kinder & Jugendlichen" nicht für dämlicher als es ein systemischer Schreiberling sein könnte: Umso mehr von diesen unsäglichen Papieren landen gleich in der Tonne bevor das irgendwelchen geistig-propagandistischen Schaden anrichten kann. Mit Kilo-Altpapier "verdienen" die nämlich mehr und die Aufregung wegen angeblicher Kinderarbeit halte ich auch für übertrieben, auf die Art haben wir damals (noch jünger) auch gut unser Taschengeld...

Haltet mal die "Kinder & Jugendlichen" nicht für dämlicher als es ein systemischer Schreiberling sein könnte: Umso mehr von diesen unsäglichen Papieren landen gleich in der Tonne bevor das irgendwelchen geistig-propagandistischen Schaden anrichten kann. Mit Kilo-Altpapier "verdienen" die nämlich mehr und die Aufregung wegen angeblicher Kinderarbeit halte ich auch für übertrieben, auf die Art haben wir damals (noch jünger) auch gut unser Taschengeld aufgebessert.............also mit dem Altpapier versteht sich, vom "Neuen Deutschland" haben wir uns ja seinerzeit schon nicht verBILDen lassen ;-)


08.12.2014 | 18:56

Martin1

Journalismus, der Bergbau des 21. Jahrhunderts. (Steinmeier)

Viele wollen es nur (noch) nicht wahrhaben.

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