
Die Deutsche Bank setzt seit mehreren Jahren diskret auf das islamische Finanzwesen. Angeblich hat dieses in Europa ein gewaltiges Potenzial. Die in London ansässige islamische Geld-Denkfabrik Dar Al Istithmar wird von der Deutschen Bank finanziert. Sie fördert die Islamisierung und soll das islamische Finanzwesen in Europa unterstützen. Denn die Deutsche Bank hat schon mehr als 50
islamische Geldfonds herausgegeben. Doch sie floppen – es gibt in Europa kein Potenzial dafür. Dabei berichten seit Jahren alle Medien nur positiv über das islamische Bankwesen. Und drei Studien bestätigen angeblich, welche Zukunft das islamische Bankwesen bei uns haben wird.
Der Informationsdienst Kopp Exklusiv enthüllte vor geraumer Zeit, wer dahinter steht: Hinter der ganzen Debatte stehen eigentlich nur drei Interessen – die von el-Mogaddedis Beraterfirma Institute for Islamic Banking and Finance, vom Zentralrat der Muslime und jene von der Unternehmensberatung Booz & Company. Nach Angaben von Booz sind mehr als 60 Prozent der Muslime in Deutschland an islamischen Baufinanzierungen interessiert. Die Wahrheit aber lautet: Wahrscheinlich sind es weniger als zehn Prozent. Warum kommen Beraterfirmen und Moscheen zu ganz anderen Ergebnissen? Zu den Verzerrungen dürfte beigetragen haben, dass die Umfrage von Booz vor allem in Moscheen erhoben wurde; bisweilen half beim Ausfüllen der Imam.
Und nun bringt eine neue Studie der Stresemann-Stiftung weitere Klarheit. Rebecca Schönenbach, zertifizierte Islamic-Finance-Spezialistin, hat ein Diskussionspapier dazu erstellt.
Da heißt es in der Zusammenfassung: »Islamic Finance ist in Deutschland bisher weitgehend erfolglos geblieben. Der Vergleich mit anderen europäischen Staaten legt nahe, dass dies nicht an besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen hierzulande liegt. Stattdessen scheinen intrinsische Hindernisse ausschlaggebend: Zum einen sind muslimische Migranten durch geringere formale Bildung und der oft fehlenden Erwerbstätigkeit der Frauen einkommensschwach und weisen wenig Anlagepotenzial für Finanzprodukte auf. Zum anderen führt das System der Scharia-Gelehrten durch mangelndes Wirtschaftswissen und widersprüchliche Rechtsgutachten verschiedener Autoritäten selbst zu Problemen.«
Rebecca Schönenbach schreibt: »Am 9. Mai 2012 stellte CIMB Principal Islamic den ersten von der deutschen Finanzaufsicht BaFin zertifizierten islamischen Fonds vor. CEO Datuk Noripah Kamso erklärte, dass das malaysisch-amerikanische Joint Venture vor allem auf muslimische Kunden aus der türkischen Gemeinschaft in Deutschland hofft. Von den in Deutschland lebenden 4,3 Millionen Muslimen sind die türkeistämmigen mit circa 2,7 Millionen die größte Gruppe, sie gehören allerdings gegenwärtig zu den einkommensschwächsten Teilen der deutschen Gesellschaft. Bisher in Deutschland beworbene Scharia-konforme Fonds wie der 2010 erschienene Meridio-Fonds, aufgelegt in Luxemburg, waren kein Erfolg. Trotz der positiven Berichterstattung und der breitflächigen Werbung durch die Presse wird der Fonds nun vorzeitig liquidiert. Ähnlich erging es dem 2005 von der Commerzbank aufgelegten Al-Sukoor-Fonds.«
Warum das so ist, das erklärt ein Blick auf die Einkommen und die Bildung der Muslime in Deutschland. Bei der Stresemann-Stiftung heißt es dazu: »Dass weit über die Hälfte der ersten Generation keine Berufsausbildung hat, überrascht nicht, da sie hauptsächlich für ungelernte Arbeit angeworben wurden. Jedoch verfügen auch in der zweiten und dritten Generation mehr als ein Drittel
nicht über eine Berufsausbildung. Bei Bildungsinländern, also jenen, die in Deutschland die Schule abgeschlossen haben, wird eine interessante Differenz bei den Bildungsabschlüssen sichtbar. Die Daten eines IAB-Kurzberichts zu Berufsabschlüssen von 26- bis 35-jährigen zeigen insgesamt zwar eine positive Tendenz für die nachfolgende Generation. Hierbei schneiden junge Deutsche türkischer Herkunft aber deutlich besser ab als junge türkische Staatsangehörige in Deutschland. So sind letztere immer noch zu 54 Prozent ohne Berufsabschluss, während es bei Deutschen türkischer Herkunft nur noch 33 Prozent sind. 57 Prozent der Deutschen türkischer Herkunft haben eine Berufsausbildung und ein Zehntel hat sogar einen Hochschulabschluss. Im Vergleich dazu sind es bei denjenigen mit türkischem Pass nur 44 und zwei Prozent. Bei Deutschen ohne Migrationshintergrund ist das Bildungsniveau bei beiden Gruppen signifikant höher. (68 Prozent Berufsausbildung und 20 Prozent Hochschulabschluss, ohne Berufsabschluss sind nur zwölf Prozent)« (Seibert 2008, zitiert nach Sarrazin 2010). Dies veranschaulicht, warum das Nettoeinkommen der türkischstämmigen Migranten relativ zu dem Einheimischer niedrig ist, denn, wie oben erwähnt, bestimmt die Bildung nicht nur über die Teilnahme am Arbeitsmarkt, sondern vor allem auch über die Höhe des erzielbaren Einkommens. Eine OECD-Studie zum Thema Arbeitsmarktintegration der Zuwanderer in Deutschland folgert sogar: »Noch deutlicher ist dies in der zweiten Generation, wo der niedrigere Bildungsabschluss den im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund schlechteren Beschäftigungsstatus fast zu 100 Prozent erklärt« (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2005: 38). Für die Entwicklung eines türkischstämmigen Mittelstandes scheint also trotz des positiven Trends der Bildungsabschlüsse in der zweiten und dritten Generation in naher Zukunft wenig Hoffnung zu bestehen.
Das islamische Finanzwesen hat also in Deutschland vor dem Hintergrund der vielen bildungsfernen Migranten keine Zukunft und wird unser Finanzsystem ganz sicher nicht ersetzen. Die jüngste Veröffentlichung der Stresemann-Stiftung hätte man eben in Teilen gut auch mit den Worten überschreiben können: »Albtraum Zuwanderung«.
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