So lügen Journalisten: Vererbte der Politiker Franz Josef Strauß 300 Millionen Mark?
Udo Ulfkotte
Vor dem Kölner Landgericht ist ein Zivilprozess von Max Strauß anhängig. In dem Verfahren wird behauptet, der frühere deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Strauß habe mehr als 300 Millionen Mark vererbt. Man kann sich den Prozess sparen. Denn die Aussage kann so gar nicht stimmen.

Franz Josef Strauß war von 1961 bis zu seinem Tod 1988 CSU-Vorsitzender. Er war Verteidigungs-
und Finanzminister, bayerischer Ministerpräsident, verlor als Kanzlerkandidat der Union 1980 gegen Helmut Schmidt, hatte gute Verbindungen zur Industrie und war Aufsichtsratsvorsitzender von Airbus. Um das Vermögen des Politikers rankten sich schon zu dessen Lebzeiten Gerüchte und Spekulationen. Nun wird verbreitet, dass Strauß-Sohn Max im Frühjahr 1992 versucht habe, 300 Millionen Mark in bar nach Luxemburg zu schaffen und dort anzulegen. Dabei soll es sich um das Erbe seines Vaters gehandelt haben. Flächendeckend wird derzeit über einen längst Verstorbenen suggeriert, dieser habe sich schamlos bereichert. In fast allen Berichten wird zugleich darauf hingewiesen, dass der Strauß-Sohn Max das Geld unauffällig in bar im Ausland habe anlegen wollen. Im Sommerloch scheint jede Geschichte willkommen zu sein. Denn die reißerische Geschichte hat einen Haken, den man uns Bürgern vorenthält.
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