
Kennen Sie Malte Klein? Der Mann arbeitet bei der schwäbischen Filder-Zeitung. Die gehört zur Stuttgarter Verlagsgesellschaft mbh. Malte Klein, 1979 in Bremen geboren, schreibt heute für die Lokalredaktion in Leinfelden-Echterdingen. Wenn es in der Region Probleme mit Taubenkot gibt, dann berichtet der gelernte Geografiefachmann Malte Klein. Ein Schüler gewinnt einen Rundflug – ein klarer Fall für Reporter Malte Klein, der sogar schon mal beim Weser-Kurier ein Praktikum gemacht hat. Auch über die Gymnasiasten des Friedrich-Schiller-Gymnasiums darf der Mann berichten. Von der Erich-Schairer-Journalistenhilfe hat er 2010 einen Preis bekommen, weil er in einer Lokalzeitung einige Zeilen darüber geschrieben hatte, wie schwierig es heute für manche
Menschen ist, unter verschiedenen Kaffeevariationen auszuwählen. Das alles ist Maltes kleine Welt. Da kennt er sich aus. Manchmal schreibt Malte Klein über Politik. Natürlich politisch korrekt. Er berichtet dann beispielsweise vom »Integrationstag gegen rechts und für Integration«.
Für seinen Arbeitgeber wird Malte Klein gerade zum Problem. Denn Malte Klein ist zwar kein Analphabet. Aber ihm fehlt offenkundig eine wichtige Voraussetzung für die journalistische Arbeit – die Fähigkeit zur Recherche. Zumindest ist es das, was ein durchschnittlicher unbefangener Leser über Malte Klein denken muss, wenn er seine jüngsten Artikel vor dem Kopp-Kongress mit der Realität vergleicht. Der rasende Lokalreporter Malte Klein hat ohne gründliche und faire Recherche einen der renommiertesten deutschen Staatsrechtler herausgefordert. Es geht um keinen Geringeren als Professor Karl Albrecht Schachtschneider, der als einer der Euro-Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht für nicht wenige Menschen ein Hoffnungsträger ist und gerade erst vor tausend Menschen in der Leinfeldener Filderhalle auf dem Kopp-Kongress gesprochen hat. Wir wissen ja bereits, wer in Leinfelden Lokalreporter ist: Malte Klein.
Malte Klein suggeriert seinen unbefangenen Lesern allen Ernstes, Professor Karl Albrecht Schachtschneider, der von der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung bis zur politisch eher linken taz Gehör findet, sei ein Unterstützer der NPD. Der Lokaljournalist hat gleich mehrfach in seinen letzten Berichten auch den Kopp-Kongress als Treffen mutmaßlicher Sympathisanten der extremen Rechten dargestellt. Professor Schachtschneider kommt viel in der Welt herum und ist als gefragter Redner jeden Tag an einem anderen Ort. So ist es denn wohl verständlich, dass der Staatsrechtler bis vor wenigen Stunden nicht wusste, was Qualitätsjournalist Malte Klein da über ihn verbreitete.
Malte Klein hat sogar einen Kronzeugen für seine extrem ehrenrührigen und wahrheitswidrigen Behauptungen – das »Antifa-Rechercheteam Baden Württemberg«. Der Berichterstatter für Taubenkot, Gewinnspiele, Abiturergebnisse und Kaffeevariationen glaubt offenkundig ungeprüft, was die in weiten Teilen vom Verfassungsschutz beobachtete linksradikale Antifa »recherchiert« hat. Und danach ist Professor Schachtschneider nicht nur ein EU-kritischer »Experte der extremen Rechten«. Er ist laut Malte Klein und Antifa zudem »Experte der sächsischen NPD-Fraktion bei einer Anhörung« gewesen. Ein unbefangener Leser der Kleinschen Berichte über Schachtschneider und den Kopp-Kongress wird eines ganz sicher im Hinterkopf abspeichern: Professor Schachtscheider ist ein Mann mit extremer Nähe zur NPD, ein Rechtsextremist.
Die von der Antifa formulierten Passagen brachte Malte Klein beispielsweise allen Ernstes am 3. Januar 2012 in der Filder-Zeitung über Schachtschneiders geplanten Auftritt beim Kopp-Kongress unter der
Überschrift »Keine Tagung als Vorsichtsmaßnahme« unter. Die unmissverständliche Botschaft dieses und auch weiterer Artikel an die Leser lautete: In meinem Reportergebiet trifft sich das Umfeld von Rechtsextremisten. Und als frei erfundenes Beispiel für die »extreme Rechte« musste eben Schachtschneider herhalten.
Weder die Antifa noch Malte Klein haben bei Professor Schachtschneider nachrecherchiert oder zumindest im Sinne des Pressekodex um eine Stellungnahme gebeten. Schließlich wiegen die Vorwürfe schwer wie Blei und sind geeignet, der weiteren Karriere des Staatsrechtlers erheblichen Schaden zuzufügen. Malte Klein hätte beim kleinsten Versuch einer Recherche offen einsehen können, dass Professor Schachtschneider in Wahrheit niemals für die NPD gearbeitet hat. Schachtschneider hat, was leicht nachzuprüfen war, vielmehr ein Gutachten für den sächsischen Landtag erstellt, dessen Auftraggeber das Bundesland Sachsen war.
Es gehört zu den berufsständischen Pflichten von Professoren an bayerischen Universitäten, für andere staatliche Stellen kostenlose Gutachten zu erstellen, wenn sie dazu aufgefordert werden. Der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss des sächsischen Landtags forderte Schachtschneider dazu auf, zur EU-Verfassung Stellung zu nehmen. Dem Ausschuss als Experten vorgeschlagen hat ihn die NPD-Fraktion, aber darauf hatte Professor Schachtschneider keinen Einfluss. Um die Stellungnahme gebeten (und das ist der wesentliche Punkt für sein Tätigwerden) hat ihn der Ausschuss des sächsischen Landtages und mithin eine staatliche Einrichtung des Landes Sachsen. Schachtschneider hätte das Gutachten nur aus Krankheitsgründen ablehnen können – und dafür lügen müssen, weil er kerngesund war. Davon, dass Schachtschneider als Experte der sächsischen NPD gearbeitet hat, kann also keine Rede sein. Er musste entsprechend seinen Dienstpflichten das Gutachten bei einem Landtagsausschuss abgeben.
Im Klartext: Wäre Schachtschneider nicht Jurist, sondern Professor der Medizin und hätte ihn nicht der Landtag, sondern ein Justizministerium zur Begutachtung eines mutmaßlichen Straftäters aufgefordert, dann würde Schachtschneider in der Feder des Malte Klein halt zum Menschen aus dem kriminellen Milieu mutieren. Nach diesem Strickmuster lügt Malte Klein.
Professor Schachtschneider ist beinahe jeden Tag in öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen als gefragter Juraprofessor zu sehen. Malte Klein hat einen renommierten Professor, bei dem er bis heute nicht einmal nachgefragt hat, einfach so in die Nähe der NPD gerückt und schwer in seinem öffentlichen Ansehen geschädigt.
Man darf nun gespannt darauf sein, ob Professor Schachtschneider das Stuttgarter Verlagshaus mitsamt der Filder-Zeitung und Malte Klein nun neben der presserechtlichen Richtigstellung und der Einschaltung des Deutschen Presserats auch auf ein Schmerzensgeld verklagen wird.
In 17 Jahren Tätigkeit für die Frankfurter Allgemeine Zeitung habe ich es niemals bei Kollegen erlebt, dass in Zeitungen vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppen als Kronzeugen dafür benannt wurden, dass renommierte deutsche Staatsrechtler eine angebliche Nähe zu Rechtsextremisten aufweisen. Ich habe das weder bei Kollegen von der konservativen FAZ noch bei jener der eher linken taz oder der SZ erlebt.
Ich habe den Geschäftsführer der Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, Dr. Richard Rebmann, und auch Malte Klein (er erhielt eine Kopie) am Montag per Mail angeschrieben und um Beantwortung folgender Fragen gebeten:
Warum prüfen Redakteure Ihres Unternehmens derart drastische rufschädigende Aussagen mit folgenschweren Wirkungen nicht bei den Betroffenen nach? Professor Schachtschneider wurde von Ihren Redakteuren bis heute nicht kontaktiert.
Ist die verfassungsfeindliche »Antifa« für Ihr Unternehmen nun wirklich eine zitierfähige Quelle?
Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen.
Vielleicht fragen einige Leser dieses Artikels einmal selbst bei Malte Klein nach. Malte Klein hat als Lokalredakteur stets ein offenes Ohr für Bürgeranfragen unter der Rufnummer 0711-78240852 oder per Mail m.klein@filder-zeitung.zgs.de mit Fragen zu seinen offenkundig vernachlässigten journalistischen Sorgfaltspflichten.
Malte Klein hat vor dem Auftritt von Professor Schachtschneider in der Filderhalle beim Kopp-Kongress noch einmal nachgelegt und berichtet, dass die Antifa und Die Linke zur Demo unter dem Motto aufgerufen haben »Let`s crash their party«. Malte Klein diente mit seiner Berichterstattung als Sprachrohr für eine »Gegenwehr« gegen den Kopp-Kongress. Das alles muss auf die Antifa wie eine
Aufforderung gewirkt haben. Linke versuchten, den Saal der Kopp-Veranstaltung zu stürmen. Und die Polizei musste Hunde auf den gewaltbereiten Mob loslassen, der auch auf Polizisten losging. Malte Klein bekam von dem, was er angerichtet hatte, nichts mit. Die Recherche ist ja auch nicht unbedingt seine Welt. Dafür wird er in nächster Zeit ganz sicher viel Post bekommen. Von Anwälten. Und auch von Bürgern, die per Mail über m.klein@filder-zeitung.zgs.de einfach einmal bei ihm nachfragen wollen, was er von gründlicher und fairer Recherche hält. Malte Klein hat allen Teilnehmern des Kopp-Kongresses, die er aus der Sicht eines unbeteiligten Durchschnittsbürgers in die rechte Ecke stellte, mit seiner Berichterstattung virtuell einen Kübel selbstgerührten Gullidreck ins Gesicht geschüttet. Dabei sind die Schmutzflecken allerdings an ihm selbst haften geblieben.
Virtuell ins Gesicht gespuckt hat Malte Klein auch den vielen Kollegen aus den einzelnen Redaktionsstuben der Zeitungen der Stuttgarter Verlagsgesellschaft mbh, von der er letztlich bezahlt wird. Denn nicht nur in seiner eigenen Filder-Zeitung haben viele seiner Kollegen über Professor Schachtschneider berichtet – ohne den Professor mit absurden Diffamierungen ins rechtsextreme Lager zu katapultieren.
Vielleicht sollte Malte Klein einfach einmal ein gutes Buch lesen und seinen Geist erweitern. Und vielleicht fängt er mit einem Buch von Professor Schachtschneider an.
Nachtrag: Der Vorgesetzte von Malte Klein, Herr Holger Gayer, bat uns inzwischen schriftlich darum, Lesern dieses Berichts mitzuteilen, er wolle auch gern direkt von Lesern über Beschwerden/negative Reaktionen informiert werden (er ist auch bei Facebook). Wunschgemäß leiten wir seine höfliche Bitte hiermit weiter. Es hat nach seinen Angaben offenkundig auch unhöfliche Mails an Herrn Klein gegeben. Wir bitten darum, höflich zu formulieren.
Die Mailadresse von Herrn Holger Gayer lautet:
h.gayer@stz.zgs.de
und die von Malte Klein m.klein@filder-zeitung.zgs.de
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