Todesurteil für die Pietät: Kopfgeldprämien für Leichen
Udo Ulfkotte
Der Sparzwang der Kommunen sprengt inzwischen alle ethischen Grenzen: Für Leichen werden nun sogar schon aus Steuermitteln Prämien bezahlt.
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Vor wenigen Jahren noch gab es den Toten gegenüber in Deutschland Pietät. Das Wort ist abgeleitet aus dem Lateinischen und bedeutet Respekt, Ehrfurcht und Pflichtgefühl. Doch der Respekt gegenüber den Toten wurde in den vergangenen Monaten überall in Deutschland klammheimlich abgeschafft. Denn die Unterhaltung städtischer Friedhöfe und Krematorien kostet Geld – Geld, das nun wie auch im Falle der bundesweit von der Schließung bedrohten städtischen Tierheime flächendeckend dem Sparzwang zum Opfer fällt. Friedhöfe sind für Kommunen ein
Zuschussgeschäft. Schließlich stiegen die Abgaben für Wasser, Winterdienst und das Personal steil nach oben. Überall in deutschen Kommunen wird deshalb der Friedhofs-Etat zusammengestrichen. Allein in Essen fallen 31 Vollzeitstellen zur Betreuung der letzten Ruhestätten einfach weg. Neben den städtischen Friedhöfen gibt es kirchliche Friedhöfe. Und weil auch den Kirchen in kleinen Gemeinden der Unterhalt ihrer Friedhöfe zu teuer ist, werden sie oft den Gemeinden übereignet. Die sind wenig begeistert, können sich dagegen aber nicht wehren. Das Betreiben von Friedhöfen gehört zu den Pflichtaufgaben der Kommunen. Zudem ist es nach höchstrichterlichen Urteilen verboten, mit einem Friedhof Gewinn zu erwirtschaften. Doch dieses Problem haben die Kommunen ganz gewiss nicht.
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