Saturday, 20. September 2014
20.11.2012
 
 

Tschüss Deutschland: Wie wir Ärzte und Akademiker mit Neidsteuern vertreiben

Udo Ulfkotte

Nicht nur der Grünen-Politiker Jürgen Trittin steht für einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent. Und zwar ab einem Einkommen von 80.000 Euro. SPD und CDU sehen das inzwischen ähnlich. Doch mit dieser Politik werden gezielt unsere besten Fachkräfte aus Deutschland vertrieben. Wir spüren das schon jetzt am Ärztemangel.

In Deutschland fehlen Fachkräfte. Das jedenfalls behaupten Politiker aller Parteien. Von 447.000 Ausländern, die in den letzten Monaten als Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind, kamen gerade einmal 139 mit der Blue Card als Fachkräfte. Im Klartext: Deutschland ist ein Magnet – für

Nichtqualifizierte. Aber ganz sicher nicht für Fachkräfte. Die vertreiben wir lieber. Beispielsweise die Ärzte. 12.000 deutsche Ärzte haben schon ihre Koffer gepackt und sind jetzt im Ausland tätig. Das kostet den Staat Milliarden – und uns Bürger die Gesundheitsversorgung.

 

 

Nach Angaben der Bundesärztekammer sind im Jahr 2011 insgesamt 3.410 deutsche Ärzte ausgewandert. Diese Zahl wird 2012 noch höher sein, denn sie steigt von Jahr zu Jahr. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete jetzt: 60 Prozent der Medizinstudenten geben inzwischen an, dass sie möglichst schnell nach dem Studium im Ausland tätig werden wollen – bloß nicht in Deutschland. Das Gehalt ist hier für die Arbeitszeit zu niedrig, die Steuern sind zu hoch.

 

Die Folge? Ganz langsam bricht die medizinische Versorgung zusammen. Etwa auf dem Land. Ein typisches Beispiel: Da sucht der Allgemeinmediziner Dr. Thomas Urbach seit Jahren im Hohen Westerwald zwischen Hachenburg und Bad Marienberg nach einem jungen Landarzt, der ihn in seinen zwei Praxen unterstützt. Der 54 Jahre alte Urbach ist ein erfahrener Notarzt, Allgemeinmediziner und einer von nur wenigen Ausbildern für Akupunktur. In jenem Ort, in dem seine Haupt-Praxis ist, werden alle verbliebenen anderen Hausärzte in den nächsten zwei Jahren in den verdienten Ruhestand gehen. Urbach hält derzeit schon den Betrieb von zwei Arztpraxen mit seinem Team aufrecht, weitere Praxen kann er unmöglich übernehmen.

 

Mediziner Urbach hat in Deutschland alles unternommen, um einen jungen Arzt zu finden, der mithilft, die ständig wachsende Zahl seiner Patienten in der ländlichen Region engagiert zu versorgen. Viele Tausend Euro hat er in Stellenanzeigen investiert – vergeblich. Das Gehalt, welches er bietet, kann sich wahrlich sehen lassen. Doch die jungen Ärzte wollen lieber ins Ausland. In die Schweiz, in die USA, nach Skandinavien – nur nicht nach Deutschland. Warum? Junge Ärzte sind eine der vielen Berufsgruppen, die in Deutschland nach dem Willen aller Politiker künftig Neidsteuern zahlen sollen.

 

Alle Parteien überlegen derzeit, wie sie den Bürgern noch mehr Geld abnehmen können. Die Grünen wollen die Bürger am stärksten auspressen. Schon ab 80.000 Euro sollen wir künftig einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent zahlen, so Grünen-Chef Trittin. Die SPD will diesen Steuersatz bei 100.000 Euro ansetzen. Jeder junge Arzt weiß, dass er dieses Einkommen in Deutschland jährlich verdienen würde. Schließlich gibt es kaum einen anderen Beruf, in dem man so viel Verantwortung trägt und so wenig Freizeit hat. Vor allem im ländlichen Bereich tätige Hausärzte sind häufig rund um die Uhr im Einsatz.

 

Wenn ein junger Arzt in Deutschland 80.000 Euro im Jahr verdient und davon die Hälfte in Form von Steuern an den Staat abführen soll – was macht dieser junge Arzt, wenn er in der Schweiz etwa 100.000 Franken (83.000 Euro) Einstiegsgehalt bei nur einem Bruchteil der in Deutschland zu zahlenden Steuern angeboten bekommt? Na klar, er wechselt in die Schweiz. Also ziehen jedes Jahr etwa 1.000 deutsche Ärzte in die Schweiz und praktizieren dort. Auch in Australien arbeiten in jedem Bundesstaat inzwischen mindestens doppelt so viele deutsche Ärzte wie im Hohen Westerwald. Und in Los Angeles arbeiten zwölf Mal so viele deutsche Ärzte wie im Westerwald. Jene Ärzte, die unsere Sprache sprechen, ziehen aus Deutschland weg, weil Politik und Finanzämter sie vertreiben. Stattdessen bekommen wir überall zugewanderte Ärzte, die nicht unsere Sprache sprechen. Sie verstehen uns nicht, wenn wir ihnen unsere Krankheiten schildern. Doktor Kannitverstan ist ein wachsendes Sicherheitsrisiko.

 

Im Hohen Westerwald können Dr. Thomas Urbach und seine Patienten nur noch darauf hoffen, dass die Politik die Ankündigungen nicht in die Realität umsetzen wird. Denn wenn der Spitzensteuersatz weiter erhöht und die Bemessungsgrenze für diesen weiter gesenkt wird, dann wird Urbach wohl auch in den nächsten Jahren vergeblich nach einem jungen Arzt für seine Praxen suchen. In einigen Jahren geht auch Urbach in Rente. Dann gibt es in seiner ländlichen Region keinen klassischen Hausarzt mehr. Ähnlich sieht es bei vielen anderen freien Berufen aus. Da heißt die Devise: Hochqualifiziert? Nix wie weg. Mehr als 160.000 gut ausgebildete Deutsche stimmen derzeit Jahr für Jahr mit dem Möbelwagen ab und gehen. Sie zahlen ihre Steuern künftig im Ausland. Jede neue Debatte über höhere Abgaben für Leistungsträger wird noch mehr von ihnen vertreiben und den Kuchen dessen, was es zu verteilen gibt, weiter verkleinern. Wollen wir das wirklich?

 

Unterdessen kommen unsere Zuwanderer fast nur noch aus bildungsfernen Ländern. Sie zahlen kaum Steuern - wenn überhaupt. Die Intelligenten unter den Deutschen sagen Goodbye Deutschland. Die meisten von ihnen sind jung und haben eine akademische Ausbildung. Sie sehen keine Zukunft mehr in ihrer Heimat. Das vom deutschen Steuerzahler mit ihrer Ausbildung in die Zukunft investierte Geld verschwindet wie Schwarzgeld über die Landesgrenzen. Nach einer Studie des ifo Instituts zieht die Auswanderung hochqualifizierter deutscher Arbeiter und Angestellter eine erhebliche Belastung der öffentlichen Haushalte und der Sozialkassen nach sich. In einem Bericht dazu heißt es: „Über die gesamte Lebenszeit betrachtet führe das zu einer negativen Bilanz für die öffentlichen Kassen in Deutschland , erklärten die Forscher. Da die Auswanderer in den betrachteten Beispielfällen vor dem Schritt ins Ausland nur wenig Steuern und Sozialabgaben gezahlt haben, aber besonders von einer kostenlosen Ausbildung profitieren konnten, belasten sie die Allgemeinheit bis zum Zeitpunkt der Auswanderung mit rund 160.000 Euro im Fall des Facharbeiters und 436.000 Euro im Fall der Ärztin. Blieben sie in Deutschland, würden sie hingegen über ihre gesamte Lebenszeit einen positiven Beitrag von 121.000 Euro (Facharbeiter) beziehungsweise 639.000 Euro (Ärztin) für die Allgemeinheit leisten.“ Zwischen 160.000 und 436.000 Euro kostet die Steuerzahler demnach auch nur die Abwanderung eines einzigen qualifizierten Deutschen ins Ausland!

 

Jeden Tag verliert Deutschland ein Dorf an gut ausgebildeten Arbeitskräften, die integriert sind und unsere Sprache sprechen – Tag für Tag. Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Heimatland – das sind Zahlen, wie es sie zuletzt vor 120 Jahren gegeben hat! Während Wirtschaft und Politik den Fachkräftemangel beklagen, planen viele Hochqualifizierte den Wegzug oder sind schon gegangen. Vor allem Mediziner. Wenn die Deutschen weiterhin alle Besserverdiener wie Diebe behandeln und mit hohen Steuern aus dem Land treiben, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn eine Krisenzeit auf sie zukommt.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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