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Am Nachmittag des 1. April 2011 stürzte ein US-Militärjet Fairchild-Republic A-10 Warthog (»Warzenschwein«) nahe Laufeld/ Bernkastel-Wittlich ab. Das Dorf befindet sich etwa 25 Kilometer vom US-Stützpunkt Spangdahlem entfernt.
»Wir sind wohl knapp einer Katastrophe entgangen«, sagte der Bürgermeister von Laufeld, Karl-Josef Junk, dem Südwestfunk.(1) Der sowohl mit Raketen als auch mit mehreren Tausend Schuss panzerbrechender Schnellfeuermunition bestückte US-Kampfjet vom Typ A-10 Thunderbolt hatte sich etwa 300 Meter vor dem Dorf Laufeld und 500 Meter von der Autobahn 1 in den Acker gebohrt. Nach einem Knall, der sogar Autos zum Vibrieren brachte, entlud sich ein Riesenfeuerball, dem nach Zeugenberichten eine weitere Explosion folgte.(2) Die Aufschlagstelle befindet sich direkt in der Einflugschneise der US Airbase Spangdahlem, von wo täglich unter anderem auch F-16 Kampfflugzeuge zum Einsatz nach Libyen starten. Bei dem abgestürzten »Warzenschwein« handelt es sich um einen langsam fliegenden Jet, der zur Bekämpfung von Menschengruppen und Panzern eingesetzt und mit Uranmunition ausgerüstet wird. Seit 1975 ist die A-10 Thunderbolt II das wichtigste Erdkampfflugzeug der US Air Force.

Mit dem 30-mm-Geschütz GAU-8/A Avenger (General Electric) in Gatling-Bauweise können bis zu 3.900 Schuss panzerbrechende Munition pro Minute abgefeuert werden. (3)
(Quelle: http://www.bredow-web.de/Museum [li], http://www.wikipedia.org)
Während gegen 16.30 Uhr das US-Militär alles weiträumig abriegelte, scheint es so, als ob die bundesdeutsche Presse einer Militärzensur unterliegt. Selbst in der Bild am Sonntag (BamS) fehlt jeglicher Hinweis. Dafür findet sich auf Seite 51 eine ganzseitige Werbeanzeige der Bundeswehr:
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Vergebens wartete der Autor auf Meldungen in den TV-Medien. Dabei ist die Bevölkerung nicht nur durch herumfliegende Trümmer gefährdet gewesen. Noch größer war die Gefahr einer im Kerosinfeuer verglühenden Uranmunition. Laut US-Armee sollen die Untersuchungen an der zum militärischen Sperrgebiet erklärten Absturzstelle bis zu 60 Tage andauern. Wo sind die Erinnerungen an die Flugzeugkatastrophe von Remscheid, wo am 8. Dezember 1988 ein A-10
Thunderbolt-Kampfjet in die Häuser raste? Damals kamen sieben Menschen ums Leben, über 50 wurden verletzt. In der Folgezeit wurde in Remscheid eine Häufung von Krebserkrankungen, Leukämie und Erkrankungen des Immunsystems diagnostiziert. (4) Nicht nur in Remscheid werden die Folgen dieser menschenverachtenden und umweltzerstörenden Munition vertuscht. Die Gründe sind offensichtlich:
Die Projektile der panzerbrechenden Munition enthalten anstatt Sprengstoff abgereichertes Uran 238 (englisch: Depleted Uranium, kurz: DU) (5). Die zerstörerische Wirkung der DU-Munition beruht auf der Durchschlagskraft, die mit der Masse und der Geschwindigkeit des Geschosses steigt. Um bei gleicher Geschossgröße eine möglichst große Masse zu erreichen, muss man das Geschoss aus einem Material mit möglichst großer Dichte herstellen. Mit der hohen Dichte von 18,95 g/cm3 wird sogar Wolfram übertroffen, was diese Munition sehr kostengünstig macht. Auf der anderen Seite können ebenfalls kostengünstig radioaktive Abfälle »entsorgt« werden. Dieses Abfallprodukt fällt bei der Anreicherung von Uran für Brennstäbe oder Atomwaffen an.
Beim Aufprall dieser Projektile auf ein gepanzertes Ziel bildet sich heißer Uranstaub, der sich bei Luftkontakt im Inneren spontan entzündet: die mitgeführte Munition oder der Treibstoff entzündet sich. Durch das Schmelzen, Zerstäuben und Entzünden des Urans entstehen Uranpartikel, Urandioxide und z. T. Spuren von Plutoniumoxid in Form von Aerosolen (Partikel, die hundertmal kleiner als ein Sandkorn sind) und in die Umgebungsluft gelangen.
Nach dem im März 2003 veröffentlichten UN-Bericht (6) wurde in Bosnien noch acht bis neun Jahre nach dem Einsatz von Uranwaffen im Boden, in der Luft und im Trinkwasser Partikel abgereicherten Urans gefunden. (7)
Damit steht der Einsatz von Urangeschossen jedoch u. a. in Konflikt mit dem Genfer Protokoll (8), das die Verwendung von giftigen Stoffen im Krieg verbietet.
»Entscheidend ist«, so der Journalist und Politikberater Christoph Hörstel mit seinem Verweis auf den Einsatz von Uranmunition in Libyen, »dass Sie wissen, dass die USA panzerbrechende Waffen nur mit Uranmunition haben«. (9)

Dazu ist die A-10 Thunderbolt neben Raketen mit einer 30mm-Schnellfeuerkanone ausgestattet, deren Munitionstrommel grundsätzlich mit panzerbrechender Uranmunition aus »abgereichertem Uran« ausgerüstet ist. Auf vier panzerbrechende Uranmantelgeschosse folgt in der Munitionstrommel ein hochexplosives Brandgeschoss.
Explodierte Uran-Geschosse erzeugen tödlich strahlende Nano-Partikel
Immer wieder bestreiten Forscher die Gefahr durch Uranmunition und verweisen auf die geringe Strahlenbelastung. (10) Amerikanische Militärs hingegen waren nach dem Golfkrieg von 1991 über die Folgen ihrer mit Uran abgereicherten Munition sehr beunruhigt und entsandten Professor Doug Rokke – Arzt und Umweltphysiker – als Direktor einer Expertengruppe des US-Verteidigungsministeriums in den Irak. Dort untersuchte er mit seinem Team die Folgen der Uranmunition. Dabei erkrankten mehrere Mitglieder. Zwei von ihnen starben. Rokke verfasste später die militärischen Dienstanweisungen für den Umgang der US-Soldaten mit Uranmunition. Gefahr für Leib und Leben drohe bei Aufnahme von verstrahlten Partikeln durch den Körper. Sie dürfen keinesfalls in Magen und Lunge geraten. Getroffene Panzer müssten unmittelbar versiegelt und fortgeschafft werden. Es ist also nicht der schwach radioaktiv strahlende Urankern dieser Projektile, sondern es sind die vom Menschen aufgenommenen verstrahlten Partikel in Nanogröße, die lebensgefährlich sind. Ein Geschoss enthält etwa 270 Gramm Uran-238. Allein im Kosovo-Krieg sind davon fast 32.000 abgefeuert worden. (11) Soldaten können sich – unter Beachtung einer Dienstanweisung und unter dem Schutz entsprechender Kleidung – weitestgehend schützen. Aber welchen Schutz hat die Bevölkerung? Der kanadische Chemiker Hari Sharma hat die Folgen dieser Munition bei irakischen Kindern dokumentiert. Nach seinen Berechnungen werden nach dem Golfkrieg bis zu 35.000 Menschen daran sterben.
Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra
Der deutsche Tropenmediziner Siegwart Horst Günther hat gemeinsam mit Doug Rokke das durch Uranmunition bedingte Krankheitsbild untersucht. Der Arzt und Philanthrop Günther arbeitete von 1963 bis 1965 bei seinem Vorbild Albert Schweitzer in Lambarene. Es folgten Tätigkeiten als Arzt in Ägypten, Syrien, Israel und Irak. Von 1990 bis 1995 lehrte und arbeitete er an der Universitätsklinik Bagdad im Irak. Er gilt als der Entdecker und Erstbeschreiber von Erkrankungen,
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Missgebildetes Kind aus der Umgebung von Basra
(Quelle: http//data2.blog.de/media)
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die der Anwendung von abgereichertem Uran in DU-Munition zugerechnet werden. (12)
Nach dem Golfkrieg von 1991 fielen ihm vor allem bei Kindern bisher nicht bekannte Krankheiten auf. Günther ging davon aus, dass es sich dabei um die Folgen des Kontaktes mit abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) handelte. Er war ferner der Meinung, dass auch das sogenannte Golfkriegssyndrom auf einer solchen Vergiftung beruht.
DU-Munition steht im Verdacht, Ursache für radioaktive Verseuchung, schwer heilende Wunden, Immunschwäche, Blutarmut, Krebs und Fehlbildungen bei Neugeborenen zu sein. Im Golfkrieg 1991 wurden nach Angaben der Universität Oldenburg 330 Tonnen Uranmunition verschossen. (13)
Der Kölner Filmemacher, Kameramann und Autor Frieder Wagner hat in seiner Dokumentation »Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra« den deutschen Tropenarzt und Epidemiologen Dr. Siegwart-Horst Günther und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak begleitet. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uranmunition eingesetzt. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen, unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-Fache übertrifft. (14)
Zum Thema, warum Regierungsstudien zur Uranmunition oft Gefälligkeitsarbeiten sind, hat Wagner eine wichtige Beweis- und Faktensammlung zusammengetragen, die heute noch gültig ist. (15) Für ihn ist der Einsatz von Uranmunition zweifellos ein Kriegsverbrechen.
Dem schließt sich die Künstlerin Nina Hagen an: Bei der Uranmunition handelt es sich »um Massenvernichtungswaffen der gefährlichsten, der grausamsten Sorte, denn die Krankheits- und Todesfolgen sind zeitlich absolut unabsehbar für die DNA von Mensch und Natur – nicht nur in den bombardierten Kriegsgebieten, sondern WELTWEIT«.
Die Gefährlichkeit der Uranmunition hat die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen reagieren lassen. Sie hat schon 1996 in einer Resolution alle Waffen als menschenverachtend geächtet, die abgereichertes Uran enthalten.
Während des Kosovo-Krieges hat das Magazin Monitor in Vorbereitung auf die Sendung vom 24. April 1999 dem damaligen Außenminister Joseph Fischer die Gefährlichkeit der Uranmunition dokumentiert und um Stellungnahme gebeten. Zwei Wochen vor Sendetermin teilte Herr Fischer schriftlich mit: »Dem Auswärtigen Amt ist bekannt, dass solche Munition im Kosovo-Konflikt zum Einsatz kommen kann [...]. [Es] ist jedoch davon auszugehen, dass Gefährdungen der von Ihnen beschriebenen Art für Mensch und Umwelt nicht auftreten.« Hat hier der Minister auf seine Erfahrungen als hessischer Umweltminister zurückgreifen können?
In der gleichen Sendung wurde der Umweltphysiker Rokke zitiert:
»Die Apaches und die A-10 feuern in jeder Minute Tausende Urangeschosse ab. Jedes Geschoss enthält rund ein halbes Pfund Uran-238. Wir bekämpfen die Serben, damit die vertriebenen Kosovaren zurückkehren können. Aber wie sollen die Kosovaren in diese Gegend zurückkehren können, in eine radioaktive Wüste, wo ihr Land, ihre Städte mit Urangeschossen übersät sind?« (16)
Zum Abschluss der Sendung kann Klaus Bednarz nur noch ironisch zusammenfassen: »Die NATO hat inzwischen den geplanten Einsatz dieser Waffen zugegeben. Sie seien, so ein NATO-Sprecher, ganz harmlos. Gefährlich sei es nur, wenn man ein paar Granaten essen würde. Informationspolitik im Krieg [...]. Übrigens: Auch in Deutschland sind derartige radioaktive Waffen stationiert – unter anderem auf dem US-Flughafen Spangdahlem in der Eifel.«
Die Uranmunition sollte schon längst verboten sein. Da hier die »westliche Wertegemeinschaft« nicht mitspielt, wird sich in Libyen die Tragik wiederholen, die mit den ›humanitären‹ Einsätzen im Kosovo 1999 und den Friedenskriegen im Irak und Afghanistan ausgelöst wurden.

Weltweiter Einsatz von DU-Munition
(Quelle: http://matha.files.com)
Nun stürzt in Deutschland ein US-Erdkampfjet mit derart verhängnisvoller Munition ab. Der Aufschrei in den Medien und der Politik bleibt wegen mangelnder Information aus! Und das im Hinblick auf die Endzeitstimmung, die seit dem Reaktor-Unglück in Japan herrscht!
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Anmerkungen:
(1) Deutschland: »Absturz eines US-Kampfjets mit Uranmunition«; unter http://www.wearechange.ch/main/index.php/Mainstream-News/Deutschland-Absturz-eines-US-Kampfjets-mit-Uranmunition.html sowie unter http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=7853416/bbl7av/
(2) »Flugzeugabsturz in der Eifel. Mit Uranmunition beladener US-Kampfjet stürzt in der Vulkaneifel ab«; unter http://www.focus.de/panorama/videos/flugzeugabsturz-in-der-eifel-us-kampfjet-stuerzt-in-der-vulkaneifel-ab_vid_24090.html vom 2. April 2010
(3) Während der Operation Wüstensturm 1991 im Irak erwiesen sich die Flugzeuge des Typs A-10 als ausgesprochen zuverlässig. Sie flogen dort 8.100 Einsätze und zerstörten über 1.000 Panzer, 2.000 Militärfahrzeuge und 1.200 Artilleriegeschütze. Lediglich fünf Maschinen gingen verloren, weit weniger, als die Militärplaner erwartet hatten. Siehe unter http://www.bredow-web.de/Museum_Duxford/Fairchild_Republic_A-10_Thunde/fairchild_republic_a-10_thunde.html
(4) »Warum die Medienzensur? Abgestürzter Kampfjet in der Eifel mit Uranmunition bestückt?« Unter http://www.rf-news.de/2011/kw13/abgestuerter-kampfjet-in-der-eifel-mit-uranmunition-bestueckt vom 2. April 2011
(5) Natururan besteht aus den Isotopen U-238, U-234 und U-235. Nach der Entfernung des Isotops U-235 aus dem natürlichen Isotopengemisch in uranhaltigen Erzen bleibt das sogenannte abgereicherte Uran übrig. Dieses sehr schwere und feste Metall wird unter anderem in der Medizin und in der Rüstungsindustrie verwendet.
(6) http://postconflict.unep.ch/publications/BiH_DU_report.pdf
(7) Universität Hamburg, Institut für Bodenkunde; unter http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/umunitio.htm
(8) http://www.icrc.org/ihl.nsf/FULL/280?OpenDocument
(9) »Deutscher Experte: NATO setzt Uranmunition in Libyen ein«; unter http://de.rian.ru/security_and_military/20110329/258706698.html vom 29. März 2011
(10) »Uranmunition: Forscher bestreiten Gefahr«, in Süddeutsche Zeitung vom 9. Januar 2001
(11) Wolfgang Effenberger: »Tödlich verstrahlte Partikel.« Leserbrief in der SZ vom 18. Januar 2001, S. 13; zu Uranmunition: »Forscher bestreiten Gefahr«, vom 9. Januar 2001
(12) Uran-Geschosse: Schwergeschädigte Soldaten, mißgebildete Neugeborene, sterbende Kinder, Ahriman Freiburg (Breisgau) 2000,
(13) Onlineauftritt Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) Münster Plutonium als Bestandteil in Uranmunition
(14) Video: »Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra«; unter http://video.google.de/videoplay?docid=8192977154296057254#
(15)[1] Frieder Wagner: »Warum der Einsatz von Uranmunition und Uranbomben ein Kriegsverbrechen ist. Regierungsstudien oft Gefälligkeitsarbeiten – Teil 1«;
unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15733&css=print
(16) http://www.netzwerk-regenbogen.de/Monitor_Uran.html
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