Monsanto vor dem Aus?
Aaron Turpen
Der weltgrößte Hersteller gentechnisch behandelten Saatguts und des in Amerika am meisten genutzten Herbizids »RoundUp«, Monsanto, zeigt endlich erste Anzeichen von Schwäche. Noch im vergangenen Jahr war Monsanto vom Magazin Forbes zum »Unternehmen des Jahres« gekürt worden. Später hat Forbes diese Ehrung bedauert. Börsenkommentator Jim Cramer bezeichnete Monsanto sogar als die »schlechteste Aktie 2010«. Was ist also los mit dem Gentechnik-Giganten?

Unterschiedliche Entwicklungen, die sich alle gleichzeitig vollziehen, zwingen dieses einflussreiche Unternehmen immer mehr in die Knie. Als Erstes läuft der Patentschutz für den Monsanto-Bestseller »RoundUp« (Glyphosat) aus. Das bedeutet vor allem für die großen asiatischen Märkte einen verstärkten Wettbewerb, der zu Preissenkungen und damit Gewinneinbußen führen wird. Des Weiteren kehren immer mehr Einkäufer von Saatgut Monsanto den Rücken und suchen sich andere Hersteller, weil sie eine ständig zunehmende Resistenz gegen RoundUp befürchten.
Gerade dieses Problem hat solche Ausmaße angenommen, dass der Gentechnik-Gigant dazu übergegangen ist, Landwirte dafür zu bezahlen, wenn sie Herbizide von Konkurrenten kaufen. Sie bieten etwa Landwirten, die Sojabohnen oder Baumwolle anbauen, Anreize in dieser Richtung an, weil gerade diese beiden Bereiche am stärksten von Befall betroffen sind.
Die Zunahme dieser gegen RoundUp resistenten »Superunkräuter« im amerikanischen Süden und dem »Maisgürtel« – zwei landwirtschaftliche Regionen, die Monsanto hinsichtlich der Vielfalt der Anbaupflanzen im Würgegriff hielt – stellen die Landwirte den Nutzen von RoundUp-Ready- (oder herbizidtoleranten/HT-fertigen) Anbaupflanzen immer mehr in Frage. Aber in diesen Regionen hatte Monsanto die meisten Stammkunden, und die brechen weg.
Dem hat Monsanto nur wenig entgegenzusetzen. Seine Position als einer der großen agro-industriellen Konzerne mit entsprechendem Einfluss wird zunehmend schwächer. Seine jüngste Produkte sind von der gleichen Art wie frühere Angebote; sie bieten nichts neues, was die bisher vorherrschenden Saatgut-Sorten, die das Kernverkaufsgeschäft des Unternehmens ausmachten, ersetzen könnte – zusammen mit dem bald unwirksamen RoundUp. In seinem jüngsten Bericht an die Aktionäre räumte das Unternehmen (mit vielen Worten) ein, dass es zu massiven Preissenkungen – den ersten für den Biotech-Giganten – kommen müsse, wenn das Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wolle.
Scheinbar um seinen Aktienbesitz etwas zu streuen, hat Monsan
to in aller Stille einen Mehrheitsanteil an dem Unternehmen Xe Service erworben. Xe Service ist der neue Name für den privaten Sicherheitsdienstleister, der früher Blackwater hieß. Ein klarer Fall dafür, dass sich gerne gleiches mit gleichem verbindet: Der weltgrößte Hersteller gentechnisch veränderten Saatguts verbindet sich mit dem weltweit größten privaten Söldnerunternehmen. Interessanterweise hält die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung Aktien im Wert von 23 Millionen Dollar von Monsanto.
Alle diese Entwicklungen haben die Verluste des Gentechnik-Giganten in die Höhe schnellen lassen. Seine Aktien verloren im vergangenen Jahr 42 Prozent ihres Wertes. Hinzu kommen noch Ermittlungen des Justizministeriums wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kartellgesetz (die aber vermutlich mit einem Persilschein enden werden) und Versuche des Unternehmens, auf den europäischen landwirtschaftlichen Märkten Fuß zu fassen, was vehement von denen blockiert wird, die gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen. Hier zeigen sich erste Risse im Unternehmen.
Die Zukunft sieht für Monsanto nicht gerade rosig aus. Es könnte sein, dass wir hier Zeuge des beginnenden Todeskampfes werden, der diesen lebensmittelfeindlichen Giganten in die Knie zwingt.
NaturalNews
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