Biologie als Gefahr
Andreas von Rétyi
Es gibt Entwicklungen, die sind geheim und unfassbar: Forscher arbeiten daran, unser Denken mit künstlich geschaffenen Viren zu verändern.

Neue biologische Technologien lassen die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Gentechnik befindet sich auf einem weltweiten Siegeszug. Und ihre nicht nur erfreulichen Potenziale sind noch längst nicht ausgeschöpft. Die einen träumen davon, Mikroorganismen zum Nutzen der Menschheit künstlich umzuprogrammieren. Und zugleich arbeiten andere Fachleute an
neuen Biowaffen, die als biologische Terrorwaffe mit Hilfe synthetisch geschaffener Viren unser Gehirn gezielt manipulieren sollen. Die gezielte Manipulation von Erbgut, wie sie einige »InGENieure« derzeit bis an die Grenzen des ethisch Vertretbaren treiben, stimmt nachdenklich. Die manipulierte DNS soll in Bakterienzellen implantiert werden, um neue Programmabläufe zu starten. Die daran arbeitenden Forscher betrachten das menschliche Erbgut als eine Art biologische Software, während der Rest der Zelle die Hardware darstellt.
Im Ergebnis wird Leben auf die biochemische Umsetzung einer Programmiersprache reduziert. Nicht nur für Bioethiker ist das problematisch. Denn wie gefährlich können die Forschungsergebnisse für uns alle werden? Schon immer hat der Mensch gezielt in die Abläufe der Natur eingegriffen, um sie zu kultivieren. Doch wie »kultiviert« sind beispielsweise Umweltgifte oder nukleare Waffen? Sie sind zumindest negative Folgen der gesellschaftlichen Entwicklung. Nun teilt der Sicherheitsexperte Marc Goodman mit, die synthetische Biologie könne bald schon neue Formen des Bio-Terrorismus ermöglichen. Er zieht dabei Parallelen zu den Verbrechen wie sie mit Hilfe von Computern verübt werden.
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