Donnerstag, 30. März 2017
24.05.2016
 
 

Börsen-Guru George Soros: Die Panama-Connection

Andreas von Rétyi

Laut Medienberichten ist es nun offiziell: Auch Multimilliardär George Soros hat die Dienstleistungen von Mossack Fonseca auf Panama genutzt, um seine Gelder zu sichern und anfallende Steuern zu meiden. Das gehe aus dem gewaltigen Datenleck hervor, wie es am 3. April 2016 durch die Veröffentlichung der Panama-Papiere bekannt wurde.

 

Der legendäre Hedgefonds-Manager und als Philanthrop weltweit gerühmte George Soros hat mindestens drei Offshore-Investmentunternehmen mittels der nunmehr durch die Panama-Affäre in Verruf geratenen panamaischen Firma Mossack Fonseca eingerichtet. Dieses Rechtsdienstleistungsunternehmen ist mit einigen Dutzend Filialen weltweit aktiv und assistierte offenbar nur zu gerne bei der Gründung von mehr als 300 000 Briefkastenfirmen.

 

Im vergangenen Monat berichtete eine Journalisteninitiative von Millionen verschiedenster E-Mails und vertraulicher Daten, die einen erstrangigen Skandal von Steuerhinterziehung und Geldwäsche offenlegen. Ein anonymer Whistleblower hatte die Daten im Jahr 2015 der Süddeutschen Zeitung zugespielt.

 

Anschließend wurde das Material dann während einer einjährigen Recherche durch das internationale Konsortium investigativer Journalisten ICIJ ausgewertet. Dieses ICIJ geht auf das Center for Public Integrity (CPI) zurück, das seinerseits unter anderem auch durch Gelder der Open Society Foundations getragen wird, also vom Stiftungsnetzwerk des George Soros.

 

Kritiker verweisen schon länger auf die wahrhaft bemerkenswerten Finanziers des ICIJ und betonen die Abhängigkeit jenes journalistischen Netzwerks von mächtigen Denkfabriken und Philanthropen. Jennifer Rubin von der Washington Post sieht George Soros als treibende Kraft hinter einer vom CPI geführten Kampagne gegen die beiden mächtigen Brüder Charles und David H. Koch.

 

Umso erstaunlicher, dass neue Enthüllungen um die Panama-Connection nun auch drei Soros-Unternehmen betreffen. Konkret gehe es um Soros Finance, Inc. auf Panama, Soros Holdings Limited auf den Britischen Jungferninseln sowie Soros Capital auf den Bermudas. Wie unter anderem der Washington Examiner mitteilt, berichtete der US-Sender FoxNews erstmals am 16. Mai 2016 online über die Soros-Holdings.

 

Hier heißt es gleich einleitend: »Milliardär George Soros, der Millionen an Dollars ausgegeben hat, um Demokraten und Anliegen des linken Flügels zu finanzieren, nutzte eine kontroverse Rechtsfirma aus Panama, um ein Netz von Offshore-Investment-Partnerschaften einzurichten, die rund um die Welt operieren und sich außerhalb der Kontrolle von US-Regulierungsbehörden befinden, so geht aus den enthüllten Dokumenten hervor.«

 

Weiter schreibt Fox: »Soros, 86 Jahre alt, ist mittlerweile geschätzte 25 Milliarden Dollar schwer. Sein Open Society Institute ist einer der Hauptfinanziers des ICIJ, der im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Dollar von dort erhalten hat. Die Daten der Panama-Papiere enthüllen lediglich die Spitze des Soros-Offshore-Eisbergs – der Quantum Group of Funds. Gerald Ryle, führender Journalist des ICIJ, erklärt, er habe die Soros-Gesellschaften nicht in der Offshore-Leaks-Datenbasis bemerkt, bis FoxNews seine Aufmerksamkeit auf diese Angelegenheit gelenkt habe.«

 

Auch wenn das Quantum-Netzwerk nicht der US-Jurisdiktion unterliege, sei Soros wegen verschiedener geschäftlicher Aktivitäten gezwungen gewesen, einige Informationen preiszugeben. Doch ob seine Offshore-Unternehmen Steuern zahlen, auf diese Frage habe Soros-Sprecher Michael Vachon laut Fox nicht antworten wollen.

 

Hat nun Soros dummerweise per CPI-Finanzierung die Enthüllung potenzieller eigener Machenschaften bewirkt? Irgendwie scheint hier etwas schiefgegangen zu sein, wo doch das ICIJ offenbar nichts von Soros in den Papieren bemerkt habe. Oder wird hier Anlauf genommen, um später einen Schuss auf Fox loszulassen?

 

Was auch immer sich noch herausstellen wird, alles scheint möglich. Und dass George Soros trotz seiner »offenen Gesellschaften« nicht gerade um Transparenz bemüht ist, wenn es um die eigenen Unternehmungen geht, hat sich längst erwiesen. Auch was Steuerzahlungen angeht, schien er es nicht allzu genau zu nehmen. Dabei sprach er sich im Jahr 2011 selbst bereits explizit für eine Art Reichensteuer aus. Doch ist er eben der »Mann mit den tausend Gesichtern« und jemand, bei dem scheinbare Widersprüche immer wieder auffallen.

 

Damals jedenfalls sagte er: »Auch ich müsste mehr Steuern zahlen.« Vielleicht hatte man seine Worte auch nur »geringfügig« falsch interpretiert, und Soros meinte eben ganz genau, was er sagte: Er hätte längst mehr Steuern zahlen müssen, zahlte aber nicht. Zumindest nutzte er jahrelang ein steuerliches Schlupfloch sehr gewinnbringend und wohl im Grenzbereich der Legalität. Auf diese Weise summierte er stolze 13,3 Milliarden US-Dollar auf – doch selbst bei einer drohenden Nachzahlung von rund 6,7 Milliarden ein recht gutes Geschäft!

 

Was nun den Quantum Fund angeht, ist es schon sehr bemerkenswert, wo der seinen Sitz hat: ausgerechnet auf den niederländischen Antillen und auf den Kaiman-Inseln! Berüchtigte Steueroasen, die sofort Assoziationen an Geldwäsche, Scheinfirmen oder sogar Drogenhandel wecken. Soros-Biografin Krisztina Koenen fragte den Multimilliardär im Jahr 1994, warum er seinen Quantum Fund denn in der Karibik und nicht in den USA angesiedelt habe.

 

Ob er denn etwas zu verbergen habe? Soros antwortete, damals, im Jahr 1973, es habe eben gewisse Vorteile gegeben, auch was Steuern und gewisse gesetzliche Bestimmungen anbelangt. Nun sei der Fonds eben ohnehin – warum wohl? – für nichtamerikanische Anleger gedacht gewesen, da habe der Ort dem Zweck besser entsprochen. Die damit verbundenen Vorteile seien mittlerweile zwar verschwunden, »aber aus historischen Gründen blieben wir dabei«. Das erklärt natürlich alles.





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