Samstag, 25. März 2017
22.06.2016
 
 

Chip-Implantate: Was plant das US-Militär und was blüht dem Bürger?

Andreas von Rétyi

Die geheimen Technologie-Fabriken des Pentagon befassen sich intensiv mit Möglichkeiten, Mensch und Maschine zu »verschmelzen«. Sie zeigen sich aber auch besorgt: Soldaten, die unautorisierte Chip-Implantate im Körper tragen, könnten zum Sicherheitsrisiko werden. Während sich die US-Marine zu Gegenmaßnahmen berät, befindet sich die Technologie zur Schaffung von »Supermenschen« sowie zur Überwachung des Normalbürgers weiterhin auf dem Vormarsch.

 

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Die Technokraten des Pentagon zeigen sich äußerst interessiert an Chip-Implantaten. Und so arbeitet die für innovative Militärentwicklungen zuständige DARPA an entsprechenden Mikrochips, die in die Gehirne von Soldaten eingepflanzt werden können und für eine höhere Belastbarkeit sorgen sollen.

 

Um noch umfassender über weitere Möglichkeiten einer Verwendung von Chip-Implantaten im menschlichen Organismus informiert zu werden, trafen sich kürzlich offizielle Behördenrepräsentanten mit einem der konsequentesten Vordenker solcher Konzepte, dem amerikanischen »Transhumanisten« und unkonventionellen US-Präsidentschaftskandidaten Zoltan Istvan.

 

Ihm haben es bizarre und vor allem futuristische Szenarien angetan. Er ist Mitglied der World Future Society, hat für Medien wie dem National Geographic Channel sowie andere populäre Formate als Zukunftsforscher berichtet, frönt Extremsportarten wie dem von ihm erfundenen »Vulcano Surfing« an Vulkanabhängen und kandidiert nicht zuletzt für das Amt des künftigen US-Präsidenten.

 

Letzteres natürlich als Chef der eigenen Partei – der jüngst von ihm begründeten Transhumanist Party. Zum ausgehenden Jahr 2015 rührte er verstärkt die Werbetrommel und begann, mit dem »Immortality Bus«, seinem sargförmigen »Unsterblichkeitsbus« durch die USA zu touren. Die Botschaft lautet klar: Zoltan Istvan will den »Traum« vom technologiegestützten Supermenschen wahr machen, ein ewig lebendes Mensch-Maschine-Wesen.

 

Zunächst aber geht es Mr. Istvan vor allem um die von ihm propagierten Vorzüge der Chip-Implantate, für die sich auch das Pentagon so nachhaltig interessiert. In der Zentrale zur Entwicklung revolutionärer Marinetechnologie traf sich der Futurologe mit Führungspersonal. Hier, innerhalb dieser Chief of Naval Operations Strategic Studies Group (SSG), zeigte man sich aber insbesondere besorgt hinsichtlich einer unbefugten Nutzung der neuen Technologien.

 

»Die US-Marine bemüht sich gegenwärtig, geeignete Verfahrensweisen im Zusammenhang mit solchen Soldaten oder Seeleuten auszuarbeiten, die unautorisierte Chips in ihrem Körper tragen«, so Istvan, der unmittelbar hinzufügt: »Das macht natürlich Sinn, da diese Systeme mittlerweile so winzig geworden sind und die Chip-Implantate dennoch ein großes Spektrum an Aufgaben erfüllen können – Personenverfolgung, Zahlungsverkehr, die Überwachung der Blutzirkulation und des allgemeinen gesundheitlichen Status. Und sie lassen sich im Menschen komplett verstecken. Da können Sie sich leicht vorstellen, welche Herausforderungen damit verbunden sind, sobald jemand auf einer Nuklearanlage ein unautorisiertes Chip-Implantat trägt – also müssen hier Richtlinien geschaffen werden, und zwar bald.«

 

In einem persönlichen Schreiben teilte SSG-Direktor und Vize-Admiral a. D. James P. Wisecup dem ungewöhnlichen Präsidentschaftskandidaten mit: »Ihre Kommentare haben unser Verständnis von Transhumanismus und der Verschmelzung von Mensch und Maschine erweitert. Ihre persönlichen Perspektiven hierzu waren interessant und kamen genau rechtzeitig, da wir unseren Forschungsprozess derzeit einleiten. Sie haben einen direkten Einfluss auf unsere Sichtweise bezüglich solcher Zukunftskonzepte gehabt.«

 

Diese Bemerkungen lassen vermuten, dass die Gespräche durchaus noch eine ganze Reihe öffentlich ungenannter Gesichtspunkte beinhalteten. Bekannt ist allerdings vor allem eines: Der 42-jährige Transhumanist Zoltan Istvan zeigt sich völlig überzeugt davon, dass der Mensch durch direkte biologische Einbindung von Mikroelektronik zur Unsterblichkeit gelangen wird. Er glaubt auch an eine relativ bald beginnende Zukunftsära, in der wir alle an eine Matrix künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) angebunden sind, die unsere Gehirne direkt mit dem Internet und den sozialen Medien verknüpft.

 

Und was die allernächste Zukunft betrifft, spricht sich Zoltan Istvan dafür aus, allen Kindern in den USA einen Chip zu implantieren. Bei militärischen Sondereinheiten sei bereits in ähnlicher Weise mit GPS-Ortungschips verfahren worden. Istvan, der selbst einen RFID-Chip und eine kontaktlose Kreditkarte in seinem Arm trägt, betont: »Mir erscheint es einfach verrückt, dass wir das alles nicht entwickeln und es nicht häufiger bei uns und ganz besonders bei unseren Kindern nutzen.«

 

So ein Chip-Implantat, nicht größer als ein Reiskorn, sei innerhalb von lediglich 60 Sekunden eingepflanzt, mit einer einzigen kleinen Injektion. »Die Menschen müssen einfach ihre Furcht überwinden, Technologie im Körper zu haben. Unsere Sicherheit hängt davon ab«, so erklärt der Transhumanist fast schon beschwörend. Er verweist auf den tragischen Vorfall vor wenigen Tagen, bei dem der 2-jährige Lane Graves im Walt Disney World Resort bei Orlando, US-Bundesstaat Florida, von einem Alligator ins Wasser gezerrt wurde und einen schrecklichen Tod erlitt.

 

Für Istvan steht fest: Die Tragödie wäre nie geschehen, hätte das Kind einen Chip getragen. Doch muss es wirklich gleich ein Implantat sein? Und hängt unser aller Sicherheit wirklich von dieser neuen Technologie ab? Oder öffnet sie nicht erneut Tür und Tor in unsere Privatsphäre?

 

Das Pentagon macht sich bereits Sorgen um Unbefugte. Und was, wenn Unbefugte sich ebenso Zugriff auf Privatpersonen verschaffen, wenn sie sich privater Informationen bedienen? Was, wenn Methoden zur Chiportung entwickelt werden, wenn entführten Menschen dann solche nur scheinbar gut verborgenen Chips brutal aus dem Körper gerissen werden, bevor überhaupt klar wird, dass diese Personen zum Ziel eines Verbrechens wurden? Und was, wenn vermeintlich »Befugte« auf die Daten zugreifen? Was, wenn wir »gehackt« und dadurch manipuliert werden?

 

Das ist längst keine Science-Fiction mehr. Schon 2011 demonstrierte der knapp 2 Jahre später unter mysteriösen Umständen verstorbene neuseeländische Hacker Barnaby Jack die Fernmanipulation einer Insulinpumpe.

 

Und nicht umsonst ließ der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney die Fernsteuerungsfunktion seines Herzschrittmachers deaktivieren, da er eine tödliche Hacker-Attacke befürchtete. Welche bedrohlichen Manipulationen wären also mit fortschrittlichen Chip-Implantaten möglich?

 

Menschen haben Jahrtausende ohne Chips gelebt und überlebt. Die Welt hat sich seitdem massiv verändert, gewiss. Doch für das Individuum ist sie laut verschiedener Studien in der westlichen Welt weit sicherer geworden. Das sei dahingestellt, vor allem aber sei der Segen der Chip-Technologie dahingestellt.

 

 

 

 

 

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