Saturday, 28. May 2016
07.02.2016
 
 

Die Unterwanderung der Gesellschaft: George Soros und das »Illuminaten-Prinzip«

Andreas von Rétyi

Im vergangenen Jahr hat Wladimir Putin den Open Society Foundations von George Soros bekanntlich einen Riegel vorgeschoben und ihre Aktivitäten im Land unterbunden. Er befürchtet Unterwanderung und Umsturz, eine Wiederholung der jüngeren Geschichte, die gerade von den Soros-Stiftungen wesentlich mitbestimmt wird. Allgemein gilt der Verdacht einer Infiltration als abwegiges, als verschwörungstheoretisches Konstrukt. Doch die Praxis sieht anders aus. Die Gesellschaft dürfte beileibe nicht zum ersten Mal einer solchen Gefahr ausgesetzt sein.

 

Das weltweite Netzwerk des als Philanthrop gerühmten Milliarden-Spekulanten George Soros nimmt wesentlich Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft. Der Magnat will zivilgesellschaftliche Gruppen unterstützen und zeigt sich seit Jahrzehnten vor allem in den ehemaligen Ostblockländern aktiv, um die dortigen Systeme zu öffnen, um sie freier und demokratischer zu gestalten. Dieses hehre Ziel führt häufig zu kriegerischen Umwälzungen, Revolutionen und wirtschaftlichem Niedergang. Zufall, Notwendigkeit oder Kalkül? Ein Börsenguru und Finanzjongleur höchsten Ranges dirigiert hier mit seinen unsichtbaren Marionettenfäden Politiker weltweit und sucht stets, die Welt ganz in seinem Sinne zu verbessern.

Der »staatenlose Staatsmann«, als der sich Soros selbst bezeichnet, setzt den Hebel aus dem Hintergrund an, steht hinter mächtigen Mediennetzwerken wie dem Project Syndicate, das 430 Zeitungen und Magazine in mehr als 150 Ländern umfasst und eine Gesamtauflage von 70 Millionen Exemplaren erreicht, er steuert das Bildungswesen über private Konzerne wie Laureate Education, Inc. mit rund 80 Privatuniversitäten in 28 Ländern, einem Eigenkapitel von mehr als einer Milliarde US-Dollar sowie mittlerweile über 64 000 Angestellten und einer Million Studenten.

 

Er richtet riesige Medienzentren ein, unterstützt gezielt Radiosender, finanziert die Ausbildung von Journalisten, vergibt Stipendien; sein Netz der Open Society Foundations (OSF) ist in Dutzenden von Ländern aktiv, fährt dabei ganz auf der Linie des CIA-Kindes NED und hilft beim Training von Aktivisten.

 

Da gäbe es noch massenweise weiterer Beispiele, immer mit der guten Tat im Vordergrund. Fakt aber bleibt, dass all diese Aktivitäten unter der Ägide einer einzelnen Privatperson stehen und zwangsläufig einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft ausüben müssen. Von unabhängigen NGOs, Medien und Bildungsprogrammen kann da gewiss keine Rede mehr sein. Vielmehr sind sie alle von den Zielsetzungen dieser einen Person abhängig. Doch die Öffentlichkeit weiß kaum von der Existenz dieses Netzes, vielen ist auch der Name Soros noch kein Begriff. Ein erstaunlicher Kontrast, wo doch viele Aktivitäten nicht im Verborgenen stattfinden. Selbst wenn sich Soros keineswegs leicht in die Karten blicken lässt, die OSF sind keine Geheimgesellschaft.

 

Allerdings treten sie vielfach nicht unmittelbar in Erscheinung, stecken hinter vermeintlich unabhängigen Initiativen, die unter anderen Namen firmieren. Kein Wunder, wenn Fragen aufkommen, ob hier Sein und Schein zwei ganz verschiedene Paar Stiefel sind, ob vorgebliche und tatsächliche Ziele nicht sehr verschieden sind.

 

Werden diese Ziele nicht offengelegt, werden stattdessen Menschen instrumentalisiert und wird mit der Welt im größten nur denkbaren Stil spekuliert und eine globale Umgestaltung betrieben, ohne dass die vielzitierte breite Öffentlichkeit eine Ahnung von den eigentlichen Auslösefaktoren hat, dann besitzen solche Aktivitäten durchaus den Charakter einer massiven Infiltration.

 

Das alles erinnert nicht zuletzt auch ein wenig an das Treiben der Bayerischen Illuminaten, gegründet im Jahr 1776 von Adam Weishaupt. Heute sind die »Illuminaten« geradezu ein Synonym für die Machteliten dieses Planeten geworden, und da einige Behauptungen deutlich übers Ziel hinauszuschießen scheinen, ist es Kritikern ein Leichtes, von wirren »Verschwörungstheorien« zu sprechen. Wahrscheinlich aber machen sie es sich mit dieser simplen Klassifizierung doch etwas zu leicht.

 

Interessant, dass der Illuminatenorden Adam Weishaupts von vielen Geschichtswissenschaftlern nicht einmal mit der Zuckerzange angefasst wird, obwohl er nachgewiesenermaßen eine bemerkenswerte historische Realität darstellt. Doch viele Experten scheinen zu befürchten, ihren Ruf mit einem allzu anrüchig wirkenden Thema nachhaltig zu schädigen.

 

Nach offizieller Lesart war der Illuminatenorden nichts anderes als der arglose Versuch, die Gesellschaft im Sinne der Aufklärung zu verändern und die herrschende Obrigkeit durch ein Sittenregiment zu ersetzen. Doch ändert das nichts an seinem infiltrativen Schema. Jenes Sittenregiment folgte ganz eigenen Regeln. Es fußte auf einem umfangreichen Spitzel- und Denunziationssystem sowie einer höchst fragwürdigen Moral, die alles gestattete, wenn es nur dem Orden diente.

 

Hier durfte gelogen und betrogen, manipuliert und mit gespaltener Zunge geredet werden. Das geht aus vielen zeitgenössischen Dokumenten und Aussagen ehemaliger Mitglieder des Ordens hervor. Auch Weishaupts eigene Aussagen lassen diesbezüglich tief blicken. Und die Angehörigen dieser »verschworenen Gemeinschaft« durften nicht einmal wissen, dass der Orden noch völlig jung war – eben erst gegründet. Als wesentliches Ziel galt es, insgeheim bedeutende Ämter und Positionen in allen Bereichen der Gesellschaft zu besetzen und den Umbruch von dort herbeizuführen.

 

Schließlich flogen die Aktivitäten auf, und der zunächst noch langmütige bayerische Kurfürst Karl-Theodor erkannte die Gefahr, um den Orden daraufhin offiziell zu verbieten. Die »gute Absicht« muss bei Weishaupt wohl angesichts ihres meist sehr individuellen Charakters dahingestellt bleiben.

 

Nicht allzu viel anders bei Weltverbesserern jüngerer Zeiten sowie nicht zuletzt auch bei George Soros. Es ist interessant, wie selbst die Internet-Enzyklopädie Wikipedia jene seit 1994 als Koordinationsorgane der Soros-Stiftungen fungierenden Open Societies beschreibt. Hier heißt es unter anderem, diese Stiftungen seien autonome Institutionen, deren nationale Abteilungen »namensähnlich mit zentralen staatlichen Einrichtungen« seien. Sie werden auch »bewusst in deren Nähe platziert und, wenn die Möglichkeit besteht, direkt in Regierungs- und Verwaltungsgebäude eingemietet«.

 

Wie nennt man das landläufig? Genau! Man wird sehen, wie lange diese Textpassage noch bei Wikipedia anzutreffen ist. Aber es gibt ja Screenshots. Nebenbei bemerkt: Die OSF kümmern sich natürlich auch um die Wikipedia – so wird sie in Kirgisien nach eigener Aussage aktiv vom Soros-Netz unterstützt.

 

Tatsächlich finden sich die Open Society Foundations tatsächlich nahe bedeutsamer Schaltzentralen, aber häufig auch im Umfeld unverdächtiger Bildungseinrichtungen und kultureller Zentren. In Washington, D. C., begegnet man der Soros-Stiftung unweit des Weißen Hauses, der United Nations Foundation und der Weltbank, in London residiert die OSF im Millbank Tower, wo unter anderem auch Büros der Labour Party sowie der United Nations anzutreffen waren.

 

In Brüssel befindet sich das Open Society Policy Institute im selben Gebäudekomplex, in dem unter anderem auch das British Council Brussels logiert, in Johannesburg als Initiative for Southern Africa (OSISA) in einem modernen Bauwerk, an dessen Front eine Mauer die Aufschrift »President Place« trägt – um hier jetzt nur einige wenige willkürliche Beispiele zu nennen.

 

Die OSF unterstützen weltweit Aktivisten, Internetkampagnen, Bildungsprogramme, NGOs und unzählige Initiativen im Sinne einer Umgestaltung der Gesellschaft. Viele der derzeitigen, so dramatischen Vorgänge sind direkte oder indirekte Folgen solcher Aktivitäten, die bereits ganze Volkswirtschaften aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Wohin das aufmerksamere Auge blickt, lässt sich George Soros auf die eine oder Weise entdecken.

 

Und vielerorts herrscht infolge »philanthropischer« Aktivitäten letztlich Chaos und Ungleichgewicht, ob nun in Tunesien oder Syrien, ob in Georgien, in der Ukraine, in Mazedonien. Kein Wunder, wenn Wladimir Putin nicht will, dass sich die Geschichte in seinem Land wiederholt. Mittlerweile versinkt ganz Europa in einer synthetischen Krise.

 

Ist es wirklich so, dass Soros mit seinen weltweiten Aktivitäten lediglich unablässig darum bemüht ist, friedliche Revolutionen in Gang zu setzen und damit kriegerische Umbrüche zu vermeiden? Ist es sein Ziel, einen sanften Übergang der Systeme zu schaffen und eine bessere Welt mitzugestalten? Selbst wenn die globale Infiltration seines Netzwerks wirklich nichts anderes beabsichtigt, gerät das doch zum brandgefährlichen Experiment, zu einem Spiel mit dem Feuer, das bereits seit Langem nachteilige Folgen zeitigt und die Welt nun vollständig aus den Angeln zu heben droht.

 

Es kann schlichtweg nicht angehen, dass eine einzelne Person einen derartigen Einfluss auf Gesellschaft und Politik ausübt, dies alles weitgehend aus dem Untergrund heraus. Soros spekuliert mit der ganzen Welt. Er ist und bleibt ein Mega-Spekulant. Und man kann bei allem, was er tut, seinen Namen vorwärts oder rückwärts lesen, ganz gleich – Soros bleibt immer soroS.

 

 

 


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