Monday, 20. May 2013
08.09.2012
 

Enthüllungen zu Area 51: Sowjetische U-Boote, fliegende Dreiecke und wie JANET zu JANET kam

Andreas von Rétyi

Die legendäre US-Basis Area 51 gilt nach wie vor als Zentrum der Schwarzen Welt. Seit Jahrzehnten werden hier Geheimjets entwickelt und getestet, nicht selten ist außerdem die Rede von »UFO-Technologie«. Doch auch zu geborgenen U-Booten, optischem Stealth und trügerischen Holografietechniken sickern gelegentlich Informationen nach draußen. In den nächsten Tagen sollen einige Geheimnisse von UFOs und Area 51 enthüllt werden. Erfahren wir dann wirklich, was sich dort abspielt?

Seit Jahrzehnten lässt Area 51 die Gemüter nicht ruhen. Zu viele Geheimnisse werden auf diesem bekanntlich bestens bewachten und abgeschirmten Wüstengelände gehütet. Neue Geheimprojekte kommen hinzu, immer an der vordersten Front der Technologie, während die alten weiterhin unter Verschluss gehalten werden. Als Zentrum der Schwarzen Welt erscheint die riesige Basis wie ein Schwarzes Loch, dem nichts entrinnt – mit den Perimetern der Sperrzone als »Schwarzschildradius«.

Nur sehr langsam und manchmal auch durch »dumme Zufälle« gelangen hier und da Informationen nach draußen. Um beim Bild zu bleiben: Sie durchtunneln den Ereignishorizont der Schwarzen Welt. Manche davon sind eher unspektakulär, andere mehr als erstaunlich oder gar utopisch. Gegenwärtig tut sich auf beiden Seiten des Zauns wieder so einiges.

 

Wie im ersten Novemberkapitel von Unzensiert 2012 – Was die Massenmedien Ihnen verschweigen geschildert, wurde unlängst ausgerechnet auf dem 2.400 Meter hohen und von Area 51 satte 40 Kilometer entfernten Tikaboo Peak, dem letzten verbliebenen direkten Blickpunkt zur Geheimanlage, eine Wetterstation installiert! Sicherlich eine rein zufällige Ortswahl! Genauso wie die Errichtung eines Erdwalls exakt in der Sichtlinie zwischen Tikaboo und einem recht neuen Riesenhangar auf der stetig wachsenden Basis. Warum auch sollte das eine bewusste Blockade sein – es ist eben schlicht und einfach ein Erdhügel, der wiederum rein zufällig in der Sichtlinie zum Tikaboo Peak liegt, mehr nicht!

 

Tatsache ist, neue Großprojekte auf den magischen Ebenen jenseits von TOP SECRET sind auf Area 51 ganz aktuell wieder im Gange, und deshalb muss auch die Abschottung logischerweise erneut deutlich gesteigert werden. An sich natürlich nichts Neues: Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Basis in der Öffentlichkeit ständig bekannter, gleichzeitig aber auch immer stärker von der Außenwelt abgeschirmt. Da war unter anderem die riesige und illegale Landnahme von 1984, dann folgte die zusätzliche Einverleibung von sensitiven, weil eine glatte Sichtverbindung zulassenden Bergspitzen im Jahr 1995, dann Jahr für Jahr erweiterte Überwachungsmaßnahmen und massenweise neue Kontrolleinrichtungen.

 

Auch von Mitarbeitern der Area 51 war immer weniger zu vernehmen. Selten drangen faktische Informationen aus dem »Schwarzen Loch« in die profane Welt. Kürzlich veröffentlichte der US-Militärhistoriker und gediegene Area-51-Kenner Peter W. Merlin einen biografischen Beitrag zu dem bereits 1998 verstorbenen CIA-Agenten Richard A. »Dick« Sampson. Eine wirklich spannende Lebensgeschichte. Seine Geheimdienstkarriere führte Sampson unter anderem nach Tokio, Taipeh und Rio de Janeiro – und schließlich mitten hinein in die sagenumwobene Area 51.

 

1965 war Sampson nach Los Angeles transferiert worden, um dort seinen eigenen Vorschlag umsetzen zu können: ein neues Überwachungsbüro für CIA-Kontraktoren. Vor allem sollte das Einhalten sämtlicher Sicherheitsbedingungen für das OXCART-Projekt der CIA kontrolliert werden, den Bau des superschnellen Stratosphärenflugzeugs SR-71 Blackbird. 1969 wurde Sampson dann Commander der geheimen Teststätten am Groom Lake in Nevada, besser bekannt als Area 51.

 

 

 

Nur ein Jahr bevor Sampson diesen ganz besonderen Job übernahm, im Frühjahr 1968, hatte sich rund 3.000 Meilen nordwestlich von Hawaii ein tödlicher Unfall im Pazifik ereignet. Damals sank die K-129, ein sowjetisches Atom-U-Boot mit 86 Besatzungsmitgliedern. Informationen zu dem Vorfall wurden jahrzehntelang geheimgehalten. Erst 2010 kamen einige Fakten ans Licht, als ein Dokument  zu einer getarnten, höchst aufwendigen US-Bergungsaktion des atomaren Unterseeboots deklassifiziert wurde. Von den 50 Seiten zu diesem Project Azorian wurden zwar viele Abschnitte oder auch einzelne Seiten komplett zensiert, doch immerhin ließen sich die Grundzüge der Aktion damit klar nachzeichnen und belegen. Die USA hatten am 8. März 1968 mit ihrem unterseeischen Sound Surveillance System SOSUS eine Implosion im Meer geortet und konnten den Ausgangspunkt annähernd lokalisieren. In erstaunlich kurzer Zeit stießen Suchtrupps auf das Wrack der K-129, in rund 5.000 Metern Meerestiefe. Kein Geringerer als Henry Kissinger, der wohl bei kaum einem verschwiegenen Großprojekt fehlen darf, schlug eine epochale Bergungsaktion vor, um mit der K-129 auch an hochsensible sowjetische Nukleargeheimnisse zu gelangen. So wurde eine Spezialfirma beauftragt und der 200 Meter lange, 57.000 Tonnen schwere Hughes Glomar Explorer (HGE) gebaut, ein einzigartiges Bergungsschiff. Angeblich ein ziviles Projekt zur Suche nach Manganknollen im Ozean, diente der HGE allein dem Zweck, die K-129 in seinen riesigen Leib aufzunehmen und heimlich in die Staaten zu schaffen. Natürlich wäre eine solche Behauptung damals sofort als blanke Verschwörungstheorie abgekanzelt worden.

 

Auch wenn in den Folgejahren bereits einige Informationen über den wahren Zweck des riskanten Unterfangens zu zirkulieren begannen und einige investigative Journalisten Wind von der Sache bekamen, blieb vieles weiterhin geheim. Die Behörden verständigten beispielsweise umgehend den Vorgesetzten des allzu neugierigen Journalisten Seymour Hersh, der daraufhin zum Schweigen verpflichtet wurde. Auch Harriet Ann Phillippi von der Los Angeles Times stieß auf Mauern des Schweigens und vor allem den beharrlichen Widerstand der CIA. Als sie die »Agency« um sämtliche verfügbare Informationen zum Project Azorian bat, erklärte die CIA, dass »die Tatsache der Existenz oder Nichtexistenz der erfragten Aufzeichnungen eine Verbindung zu Informationen herstellt, die geheimdienstliche Quellen und Methoden betreffen, für deren Schutz vor einer unautorisierten Preisgabe … der Director of Central Intelligence die Verantwortung trägt.« Diese ausweichende Antwort, die letztlich die Existenz entsprechend geheimer Informationen bestätigt, wurde als »Glomar-Antwort« oder »Glomarisierung« bekannt. Eine solche Antwort erhielt ich ebenfalls bei Nachforschungen zu Area 51 und vor allem zu dem als »S-4« bekannten Gelände am benachbarten Papoose Lake, Dreamland. Auch hier nichts als »Glomarisierung«.

 

Was aber hat das alles überhaupt mit Area 51 zu tun? Was soll ein gesunkenes sowjetisches U-Boot mit dem geheimsten Testgelände für hypermoderne Jets zu tun haben? Nun, seltsamerweise führen etliche Spuren von Project Azorian direkt nach Dreamland.

 

Einzelheiten zum Projekt sowie wesentliche Auszüge aus den geheimen Akten, sowohl im Original als auch in deutscher Übersetzung, finden sich in meiner Buchdokumentation Schwarz auf weiß, die ein eigenes Kapitel jenem mehr als ungewöhnlichen, bis heute weitgehend geheimen Projekt widmet.

 

Interessant ist auch, dass der ehemalige Area-51-Chef Dick Sampson in seiner CIA-Funktion als Leiter eines Sonderprojekt-Stabes eine wesentliche Rolle bei Project Azorian spielte und unter anderem für die Sicherheitsprotokolle der Bergungsaktion zuständig war. 1975 erhielt er für diese Arbeit die Intelligence Medal of Merit, eine hohe geheimdienstliche Auszeichnung. Darüber ist in der Öffentlichkeit selbstredend nichts zu hören. Norman Polmar, der mehrere US-Senatoren beraten hat, ebenso Repräsentanten aus Pentagon und Marine, spricht als Koautor einer Publikation zu Project Azorian seinerseits von Hinweisen darauf, dass das Wrack der K-129 damals heimlich zur Area 51 verbracht wurde, um dort in aller Ruhe und Abgeschiedenheit genau analysiert zu werden. Immerhin standen auch die beiden Leiter von Azorian in auffallend engem Bezug zur Wüstenbasis von Nevada.

 

Anonyme Quellen sprechen davon, dass die K-129 im Herbst 1974 für »weitere Überprüfungen und Einschätzungen« zur Area 51 transferiert wurde. Zu jener Zeit fungierte zwar Dick Sampson nicht mehr als Basiskommandant, allerdings zählte er weiterhin zum führenden Personenkreis innerhalb der Schwarzen Welt, wenn auch »nur« in einer »ausführenden« Funktion. Sampson soll es übrigens auch gewesen sein, der das Rufzeichen »JANET« für die geheime Jet-Flotte schuf, die Mitarbeiter von einem Geheimterminal nahe der Haven Street am McCarran Airport in Las Vegas direkt zur Area 51 fliegt. Während sich über die Jahre hinweg vielfach die Ansicht hielt, es handele sich bei »JANET« um ein Akronym mit der Bedeutung Joint Army Navy Employee Transport, löst sich das Rätsel schlichtweg im Vornamen von Sampsons Frau auf... Ganz einfach »Janet«, mehr nicht. Andere Rufzeichen mögen ähnlich simpel erklärbar oder aber sehr spontan entstanden sein. Wie im Einzelnen, erhellt sich nicht immer, so offenbar auch bei »YULETIDE SOA« (»Yuletide«: »Yule-Zeit«, also das Julfest als altes germanisches Fest zur Sonnwende) für den kontrollierten Luftraum um Area 51 oder »SAUCY« für die Anflugkontrolle, während »BANDIT« von Red-Flag-Piloten schlichtweg wegen seiner Unauffälligkeit gewählt wurde – da bei Luftkampfübungen als Bezeichnung für den simulierten Feind üblich. So bürgerte sich »BANDIT« schließlich auch für alle Testpiloten auf Groom Lake ein. Der legendäre Colonel Skip Anderson, dem ich leider nur ein einziges Mal bei den internen Skunk-Works-Feierlichkeiten (Edwards AFB) zum 20. Jahrestag des auf Area 51 durchgeführten F-117A-Erstflugs kurz begegnet bin, war beispielsweise BANDIT 84. Anderson leitete seinerzeit (1981) die Vierer-Teststaffel der F-117A.

 

Andere Geschichten um Area 51 bleiben allerdings nach wie vor mysteriös. Auch zahlreiche Sichtungen und Wahrnehmungen im Umland der weitläufigen militärisch-geheimdienstlichen Teststätte. Erst kürzlich wurden westlich davon, an der kalifornischen Grenze, von Zeugen wieder einmal undefinierbare und auch nicht zu lokalisierende laute Donnergeräusche vernommen, deren Charakteristika auf einen künstlichen Ursprung schließen lassen. So erfolgten sie nacheinander in sehr regelmäßigen Abständen. Sprengungen in Minen müssten aber behördlich genehmigt werden. Und auch wie immer geartete illegale Sprengungen wären wohl schnell identifiziert, gerade in der Nähe von Militärbasen. 1995 konnte ich bei einem Aufenthalt auf dem Tikaboo Peak bei Area 51 ebenfalls Zeuge eines enorm lauten Donnergeräuschs werden, das in physikalisch nicht mehr erklärbarem Tempo vom fernsten Norden geradezu »blitzartig« in den fernsten Süden durch das Tikaboo Valley zu rasen schien.

 

Interessant war unlängst auch die Tagessichtung eines dreiecksförmigen Flugzeugs im Luftraum von Area 51. Nach Schilderung des Zeugen, selbst Pilot, handelte es sich nicht um einen B-2-Stealth-Bomber. Der Umriss war exakt der eines gleichseitigen Dreiecks, zeigte also auch keinerlei zackige Kanten oder ähnliche Merkmale einer B-2. Möglicherweise zeigte sich hier eine Stealth-Variante, die bislang nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hatte, ähnlich einem 2003 unabhängig bezeugten »Big Stealth« mit der Form einer F-117A, allerdings doppelt so groß, oder auch meiner direkten Beobachtung eines sehr großen weißen Jets mit Dreiecksflügeln vor dem Haupthangar 18 auf Area 51. Diese Projekte blieben bis heute allesamt im Dunkel.

 

Wenn es nach aktuellen Ankündigungen des an die renommierte Smithsonian Institution angegliederten National Atomic Testing Museum in Las Vegas geht, werden dort während einer speziellen Vorlesung am 22. September einige Geheimnisse zu UFOs und Area 51 enthüllt. Museumsdirektor Allan Palmer, selbst hoch dekorierter Kampfflieger, erklärt hierzu: »Wir haben uns darum gekümmert, einige Persönlichkeiten zusammenzubringen, um über Außerirdische und UFOs zu sprechen. Wir wollten uns auf Leute konzentrieren, die persönliche Erlebnisse und persönlichen Kontakt zu etwas hatten, was sie von militärischer Seite als reale UFOs betrachten. Allesamt Leute, die eine etwas höhere Glaubwürdigkeit besitzen dürften als der Otto Normalverbraucher.« Die genannten Persönlichkeiten sind tatsächlich keine Unbekannten – so Ex-Oberst John Alexander, ein Insider, der die Gruppe Advanced Theoretical Physics gründete, bestehend aus hochrangigen Regierungsbeamten und -wissenschaftlern, um das UFO-Phänomen zu studieren. Dann auch Charles E. Halt, Basiskommandant der britischen Bentwaters-Militärbasis und Zeuge des Rendlesham-Forest-UFO-Zwischenfalls vom Dezember 1980. Zu den Teilnehmern der Veranstaltung in Las Vegas zählt auch Ex-Oberst William Coleman, ehemaliger US-Bomberpilot, Pressechef der US-Luftwaffe und Produzent einer Dokumentationsreihe des Senders NBC zum Thema UFOs. Zudem dann auch der ehemalige Chef des berühmten Project Blue Book, Ret. Air Force Col. Robert Friend, sowie nicht zuletzt Nick Pope, der im britischen Verteidigungsministerium für die UFO-Akten zuständig war. Wie John Alexander betont, werden in diesem Forum zwar nur wenige Personen zu Wort kommen, die jedoch höchste Glaubwürdigkeit genießen. Pope will in einem Vortrag die sehr ähnliche Vorgehensweise der USA und Großbritanniens in Sachen UFOs erläutern und verspricht, einige bis dahin unbekannte Geheimnisse des britischen UFO-Regierungsprojekts preiszugeben.

 

Das National Atomic Testing Museum fiel bereits im vergangenen März durch eine Ausstellung zu Area 51 auf: Area 51: Myth or Reality. Wie weit die neue Veranstaltung aber wirklich Geheimnisse zu unidentifizierten Flugobjekten, gleich welcher Herkunft, sowie zu Vorgängen auf der Area 51 enthüllen wird, sei dahingestellt. Man darf diesbezüglich wohl etwas skeptisch sein.

 

 


 

 

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