Thursday, 25. August 2016
02.02.2016
 
 

Fakt statt Fiktion: Die Angst vor Killer-Robotern geht um

Andreas von Rétyi

Die Zukunft schleicht sich unbemerkt ein. Das betrifft auch autonome Waffensysteme und von ihnen ausgehende neue Gefahren. Verschiedene Organisationen warnen vor intelligenten Drohnen und anderen Kriegsmaschinen, die vielfach gerade für Zivilisten eine wachsende Bedrohung darstellen. So haben sich bereits Kampagnen zum Stopp von Killer-Robotern gebildet. Wiederholt fanden bereits UN-Sonderversammlungen zum Thema statt. Doch Kritiker sprechen von einer fatalen Hinhaltetaktik.

 

Maschinen erheben sich gegen Menschen, übernehmen die Kontrolle und führen unerbittliche Kriege. Da werden Szenarien aus Kinostreifen wie Terminator sehr schnell wieder wach. Allerdings: Mittlerweile nehmen sie reale Gestalt an.

 

Tatsächlich leben wir in einer Zeit, in der bereits Initiativen zum Stopp von Killermaschinen nötig werden. Von wegen Übertreibung – diese Zukunft hat faktisch längst begonnen. Drohnenangriffe sorgen regelmäßig für »bedauerliche Kollateralschäden«, die jedes Mal völlig unschuldige Zivilisten in den Tod reißen.

 

Selbstverständlich galt es dabei stets, der Allgemeinheit möglichst wenige Einblicke zu verschaffen und die CIA einen verdeckten Drohnenkrieg führen zu lassen.

 

US-Präsident Obama nahm seinerzeit mit der einen Hand den Friedensnobelpreis entgegen, um gleichzeitig jene tödlichen Aktionen mit der anderen zu unterschreiben.

 

Jahrelang blieb Brandon Bryant der einzige US-Drohnenpilot, der mit seinen Erfahrungen an die Öffentlichkeit ging und diese moderne Form der Kriegführung anprangerte. Was hier geschieht, spielt sich weitgehend im Verborgenen ab, was gute Gründe hat. Offiziell gelten Drohnen als Präzisionswaffen, die mit hoher Treffsicherheit gefährliche Zielpersonen ausschalten. Ein militärisches Ammenmärchen und nicht mehr.

 

Obama erklärte 2013, die USA würden eine Drohne ausschließlich einsetzen, um »Terroristen zu töten, die eine fortgesetzte und unmittelbare Bedrohung für das amerikanische Volk darstellten«, und sofern »mit hoher Gewissheit keine Zivilisten getötet oder verletzt werden«. Wieder ein frommes Märchen. Die Praxis sieht da ganz anders aus. Das bestätigt auch Bryant. Und das bestätigen seinem Beispiel folgend auch andere Drohnenlenker.

 

Mit den Statistiken ist das, wie so oft, auch hier eine ganz eigene Sache. Unfassbar, aber wahr: Da werden nicht identifizierte Opfer als »Feinde« angeführt, einfach solange das Gegenteil nicht beweisbar ist. Und letztlich wird jeder Mann im wehrfähigen Alter als potenzieller Feind geführt.

 

Auf diese Weise lassen sich sämtliche »Kollateralschäden« natürlich sehr gut auf niedrigstem Level halten. Die Mär jener intelligenten Präzisionswaffen des 21. Jahrhunderts wird von Operateuren demontiert, die nicht länger an der Schande beteiligt sein wollen. Durch ihre Aufrichtigkeit setzen sie sich natürlich ernsten Repressalien aus.

 

Das wachsende Potenzial der Computer- und Robotertechnologie wird laut Ansicht von Kritikern zu einer neuen Form des Rüstungswettlaufs führen, in dem die technologisch innovativen Nationen gegenseitig versuchen, Schritt bei der Entwicklung immer besserer und tödlicherer autonomer Systeme zu halten. Selbst AI-Entwickler und Technokraten wie Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk finden sich unter den mahnenden Stimmen und warnen vor einer Zukunft, in der autonome Maschinen zunehmend zur Bedrohung für die Menschheit werden.

 

Diese Zeiten stehen vor der Tür. Machbar ist bereits vieles. Künstliche Intelligenz aber ist keine echte Intelligenz, und menschlich dürfte sie schon gar nicht sein. So kann auch die militärische Unmenschlichkeit neue Höhenflüge erleben, die Frage nach der Verantwortung wird am Ende auf der Strecke bleiben. Und Maschinen vor einem Kriegsgericht?

 

Es mutet reichlich unheimlich an, aber eine Campaign to Stop Killer Robots gibt es bereits. Dabei sollte es eigentlich schon etwas bedeuten, wenn die Menschenrechts-NGO Human Rights Watch (HRW) hier neben der Nobel Womenʼs Initiative als Mitbegründer auftritt. Die HRW wurde auch wesentlich von Börsenguru George Soros unterstützt.

 

Und sie wurde in offenen Briefen von Nobelpreisträgern dafür kritisiert, bei Menschenrechtsverletzungen meist genau dann großzügig wegzusehen, wenn sie von den USA ausgingen. Wer will, mag nun spekulieren, ob HRW hier jetzt eventuell Schadensbegrenzung betreiben und die eigene Glaubwürdigkeit durch Alibi-Aktionen wiederherstellen will.

 

Tatsache bleibt jedenfalls die neue, »automatisierte« Bedrohung durch »intelligente« Raketen, Drohnen und diverse Kriegsroboter. Sie wurde nicht zuletzt auf UN-Sonderversammlungen thematisiert, wobei auch diskutiert wurde, wie die Nutzung solcher Technologien überwacht und reguliert werden könne.

 

Auch ging es wiederholt um die Frage, ob diese neuen Waffen sich im Einklang mit der Genfer Konvention befinden, sofern die Verhältnismäßigkeit der Mittel zur Debatte steht, und ob die autonomen Waffen möglicherweise gar komplett aus den Arsenalen verbannt werden sollten. Fest steht, dass die angeblich so präzisen und intelligenten Systeme zahlreiche zivile Opfer gefordert haben.

 

In kurzer Folge fanden wiederholt Meetings zum Thema autonomer Waffen statt, was wohl die Brisanz der Angelegenheit unterstreichen dürfte. Diese Brisanz wird ebenso von einer beunruhigenden Wechselbeziehung zweier Faktoren betont, die sich auf fatale Weise indirekt proportional zueinander verhalten: Je geringer nämlich die menschliche Kontrolle über solche Waffen ausfällt, desto größer ist erwartungsgemäß die Wahrscheinlichkeit für unbeteiligte Opfer.

 

Mit dem Fortschreiten und der zunehmenden Verbreitung dieser mehr als nur fragwürdigen Technologie geht also eine nicht zu unterschätzende Gefahr einher. Sie wird nun nicht nur mit Blick auf Zivilisten diskutiert, sondern auch generell auf Kriegsschauplätze.

 

So kommt auch die Frage ins Spiel, ob diese Waffen generell als inhuman einzustufen sind, selbst beim Einsatz gegen bewaffnete feindliche Kämpfer. Die »Kampagne zum Stopp von Killer-Robotern« hält auf ihrer Internetpräsenz jedenfalls fest, es gebe »zahlreiche ethische, juristische, moralische, politische, technische sowie weitere Bedenken hinsichtlich vollends autonomer Waffensysteme«.

 

Dieser Satz scheint einen kleinen, aber trittsicheren Pferdefuß zu bergen – ist hier doch von vollends autonomen Waffen die Rede. Das lässt sicherlich wieder einigen Definitionsspielraum, der von Pentagon & Co weidlich für Schlupflöcher genutzt werden könnte. Gerät damit auch die ganze Kampagne zur Farce? Man will es nicht hoffen.

 

Laut der ergänzten Genfer Konvention zum Einsatz konventioneller Waffen existieren in einem bewaffneten Konflikt durchaus Restriktionen bei der Wahl der Methoden oder der zur Kriegführung genutzten Mittel. Dabei sind Waffen, Projektile und Material sowie entsprechende Methoden verboten, denen die Verursachung überflüssiger Verletzungen oder unnötigen Leids innewohnt.

 

So human diese Regelung auch klingen mag, bietet sie doch wieder genügend Interpretationsspielraum, denn bekanntlich heiligt der Zweck die Mittel. Und für kriegerische Handlungen gleich welcher Art haben sich doch immer noch Rechtfertigungen gefunden. In der Kriegspraxis darf es als Tradition gelten, Übereinkünfte auszuhebeln.

 

Im Jahr 1139 sprach das zweite Laterankonzil unter Papst Innozenz II. ein deutliches Verbot aus, die Armbrust einzusetzen – zumindest nicht gegen Christen, versteht sich. Der Grund: Keine Rüstung war widerstandsfähig genug, um der Kraft dieser Waffe zu trotzen. Das aber stellte den Ritterstand als Ganzes infrage. Die Armbrust fand dennoch problemlos ihren Weg auf die europäischen Schlachtfelder, wo niemand sich um das Verbot scherte. Eine Liste weiterer Beispiele reicht natürlich bis in die Gegenwart.

 

Die Vereinten Nationen gerieten ihrerseits in die Kritik, durch fortgesetzte Diskussion zur Zukunft tödlicher autonomer Waffen lediglich eine Verschleppung zu bewirken. In dieser Industrie fließen riesige Summen. Wer hier investiert hat, will auch Gewinne sehen. Besorgte Fachleute glauben, die eher zähe UN-Debatte könne die Tür zu den Roboterkriegen aufstoßen helfen. Und auch hier stellt sich die alte Absichtsfrage.

 

Autonome Waffensysteme sind als weitere Variante des Schreckens aufgetaucht und ergänzen das Programm der Unmenschlichkeit. Aber wer würde schon behaupten wollen, allein sie seien unmenschlich und inhuman. Es liegt wohl in der Natur jeder Waffe, unmenschlich und inhuman zu sein.

 

 

 


»Mit ihrer Politik öffnen die USA dem Dritten Weltkrieg Tür und Tor!«

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