Mittwoch, 24. Mai 2017
12.01.2009
 
 

Mit LXY1 gegen Gehirntumore?

Andreas von Rétyi

Bisher entzog sich das Glioblastom, ein besonders gefährlicher Hirntumor bei Erwachsenen, jeglicher erfolgreichen Behandlung. Eine neue Therapie soll hier einen Durchbruch schaffen.

Wie sich allmählich herumspricht, steht die im Grunde durch keinerlei wirkliche Erfolgsergebnisse gerechtfertigte etablierte Therapie meist ohne jeden größeren Nutzen da, während alternative bzw. komplementäre medizinische Verfahren nicht selten weitaus positivere Ergebnisse vorzuweisen haben – und das selbst dann, wenn der Patient bereits zu den »austherapierten« Fällen zählt: jenen Fällen also, die nach langwieriger und höchst belastender schulmedizinischer Standardtherapie als unheilbar eingestuft worden sind.

Mit zu den gefährlichsten Tumorarten zählt das Glioblastom, ein Hirntumor, der vor allem bei älteren Erwachsenen auftritt und schnell in umliegendes Gewebe eindringt. Diese speziellen Tumoren besitzen meist unregelmäßige Gestalt und zeigen diffuse Verläufe ins normale Hirngewebe hinein. Daher lassen sie sich operativ schwer entfernen, vollständig ohnehin nicht, da einzelne Tumorzellen bereits meist die gesunden Bereiche infiltriert haben. Entsprechend schlecht ist die Prognose dieses schnell wachsenden Tumors, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Grad IV eingestuft wurde.

Die traditionelle schulmedizinische Behandlung verläuft im Grunde auch hier nach dem altbekannten Muster: operative Entfernung der Tumorhauptmasse durch einen neurochirurgischen Eingriff, anschließende Bestrahlung und Chemotherapie – die üblichen ABC-Waffen der Onkologie also. Allerdings kann diese Therapie die Krankheit nicht stoppen und das Überleben auch nicht wesentlich verlängern. Viele Patienten überstehen nur wenige Monate, in Einzelfällen können es einige Jahre sein.

Natürlich gibt es nicht nur in der komplementären, sondern auch in der etablierten Schulmedizin die verschiedensten Versuche, alternative Wege zu gehen. Bislang hält man aber immer noch geradezu dogmatisch an der onkologischen Waffen-Philosophie fest. Da an anderer Stelle schon oft die Rede von potenziellen Alternativen auf naturmedizinischer Basis war, soll hier nur kurz auf eine neue Entdeckung eingegangen werden, die das Einsatzgebiet der vorwiegend chemischen Waffen der traditionell wirkenden Krebsmediziner immerhin einzuschränken im Stande sein könnte.

Bereits seit längerer Zeit versuchen die Chemokrieger, ihre Kampfstoffe gezielt an die Tumoren selbst zu bringen und damit die normalerweise den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehende bisherige Strategie sinnvoll zu fokussieren. Ein neuer Schritt in diese Richtung wurde von Wissenschaftlern des kalifornischen Davis-Krebszentrums unternommen und jetzt im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging veröffentlicht. Schon der Titel des Fachblatts gibt deutlichen Aufschluss darüber, dass der geneigte Mediziner auf jenen Seiten vergeblich nach Mistel- oder Magnetfeldtherapie suchen dürfte. Gefragt ist hier vielmehr knallharte reale Wissenschaft, manchmal leider eine Scheinwelt für sich. Wie auch immer, Forscher um den Hematologen und Onkologen Kit Lam stellen hier ihre potenzielle Lösung für zukünftige Therapieformen des Glioblastoms vor, in Form des Moleküls LXY1. Dieses Molekül bindet sich hochspezifisch an ein Zelloberflächenprotein namens Alpha-3-Integrin, das wiederum stark gehäuft in Tumorzellen vorkommt. LXY1 könnte also ein geeignetes Transportmittel für Chemotherapeutika darstellen, die natürlich, wenn schon überhaupt, dann auch nur direkt in den Tumor selbst eingebracht werden sollen, während der restliche Körper unbehelligt davon bleibt. Auch strahlende Nanopartikeln, beispielsweise Nuklide wie Jod 131, will Lam nun mittels LXY1 gezielt an die Orte des Tumorgeschehens verfrachten. Damit würde die belastende Gesamtdosis massiv herabgesetzt, doch letztlich scheint es so, als würde man wiederum nur den Teufel mit Beelzebub auszutreiben versuchen. Dass auch konzentrierte Gaben von naturheilkundlichen Präparaten in der Lage sind, nicht nur lindernd zu wirken, sondern sogar Tumoren ohne jegliche vorausgegangene Operation zu beseitigen, scheinen die Erfolge und Erkenntnisse des Düsseldorfer Mediziners Prof. Dr. Klaus Maar zu beweisen. Er beschreibt auch, dass mittels intravenös injizierter Mistelpräparate sogar Lungentumoren beseitigt wurden. Der große Vorteil solcher schonender Therapien besteht darin, dass eine Ausbreitung des Wirkstoffs im gesamten Körper keinerlei Schäden an gesundem Gewebe hervorruft und daher auch keine spezifische, lokale Anwendung nötig ist.

Nichts täuscht darüber hinweg, dass Krebs immer noch eine der größten therapeutischen Herausforderungen darstellt. Bisher gibt es keine Standardtherapie, kein Patentrezept. Doch die fortgesetzte Eingleisigkeit der etablierten Schule beruht weniger auf ihren Erfolgen als auf einem starren Dogma mit traurigem Hintergrund. Gleich welche neuen Methoden hier zum Einsatz kommen mögen, eine künftig stärkere Einbindung der komplementären Methoden wäre wirklich mehr als wünschenswert, sonst tritt das System auf der Stelle. Doch genau dies scheint manchen Kräften gerade recht zu sein.

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