Dienstag, 6. Dezember 2016
06.03.2016
 
 

Neue WHO-Studie: Alltagschemikalie als Krebserzeuger

Andreas von Rétyi

Beinahe ständig werden neue Krebserzeuger entdeckt – bald schon zum Abwinken und Weghören. Jetzt ist MBT in Verdacht geraten. Dieser Stoff befindet sich in vielen Gummiprodukten, vom Schnuller bis zum Kondom. Wie gefährlich ist MBT?

 

Die Weltgesundheitsbehörde WHO hat sich in einer aktuellen Studie der Substanz 2-Mercaptobenzothiazol angenommen, kurz MBT. Ergebnis: Diese Chemikalie »verursacht möglicherweise Krebs«. Selbst diese eher vorsichtige Einschätzung hat alarmierenden Charakter, findet sich MBT doch in vielen Produkten des täglichen Lebens, sofern es um Gummi im engeren und im weiteren Sinn geht.

 

So könnte die Gefahr aus dem Kondom kommen, ebenso wie aus dem nicht minder verbreiteten Schnuller für Säuglinge. Auch weiche Untergründe von Spielplätzen, Gummihandschuhe, Schuheinlagen, Schwimmbrillen, elastische Bänder oder Autoreifen und viele Produkte mehr enthalten die Substanz. Sie wird unter anderem verwendet, um Kautschuk widerstandsfähiger werden zu lassen.

 

Kürzlich trafen sich nun zwei Dutzend Fachleute aus acht Ländern im französischen Lyon, um die Verbreitung und die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Chemikalie zu bewerten. Die Gruppe fand ausreichende Belege dafür, MBT in die »Enzyklopädie der Karzinogene« aufzunehmen und damit in die Liste der krebserregenden Stoffe. Professor Hans Kromhout, eines der Komiteemitglieder, stellt fest: »Unlängst wurde [MBT] auch in inhalierbarem Straßenstaub entdeckt, wobei der Abrieb von Gummireifen die wahrscheinlichste Quelle dieser Kontamination darstellt.« Somit wird gerade die Luft in Großstädten mit diesem Produkt angereichert.

 

Die WHO gibt trotzdem weitgehend Entwarnung, wenn es um die Krebsgefahr durch MBT geht. Das Chemieprodukt werde vor allem bei der Herstellung von Gummiteilen verwendet. Doch kämen Verbraucher für gewöhnlich mit eher unbedenklichen Quantitäten in Kontakt.

 

Die Aussage klingt dennoch etwas seltsam. So heißt es: »Die Bevölkerung könnte geringen Mengen von MBT über Hautkontakt mit einigen Gummiprodukten ausgesetzt sein … Aber die von solchen Expositionen ausgehenden Risiken für die breite Öffentlichkeit wurden bislang nicht untersucht.« In diesem Fall lässt sich wohl auch kaum Entwarnung geben.

 

Die der WHO unterstehende internationale Krebsforschungsbehörde (International Agency for Research on Cancer) überprüfte im Rahmen der neuen Bewertung eine Studie, die sich mit Mitarbeitern einer walisischen Chemiefabrik befasste.

 

Im Ergebnis wurde ein Zusammenhang zwischen MBT und verschiedenen Krebsarten festgestellt – Blasenkrebs, Darmkrebs sowie einer bestimmten Form von Blutkrebs. Doch seien dabei auch andere Chemikalien mit im Spiel gewesen. Daher lasse sich MBT nicht sicher als Verursacher identifizieren.

 

Leiter jener Studie war Professor Tom Sorahan von der Universität Birmingham. Er glaubt nicht, dass die kleinen Mengen von MBT, wie sie in Alltagsprodukten vorkommen, schädlich sind, und so erklärt er: »Ich zweifle daran, dass MBT für die allgemeine Bevölkerung ein Gesundheitsproblem darstellt.« Doch fügt er hinzu: »Aber Arbeiter, die an Herstellungsprozessen beteiligt sind oder diese Chemikalie nutzen, müssen geschützt werden.«

 

Nicht alle Experten geben Entwarnung für die Öffentlichkeit. Letztlich musste auch die WHO eingestehen, sich nicht über das Ausmaß des Risikos bewusst gewesen zu sein. Und die hohe Verbreitung von MBT trägt nicht unbedingt zur Beruhigung bei. Die Einstufung »potenzieller Krebserzeuger« stellt MBT auf das gleiche Level wie dunkles Fleisch und nur einen Rang unter Zigaretten, Asbest und andere Substanzen, die definitiv als Krebsverursacher erkannt worden sind. Ohnehin wurden bereits zahlreiche Chemikalien viel zu spät auf die Gefahrenliste gesetzt, was wiederum kaum Vertrauen schaffen kann.

 

Dr. Michael Warhurst von der Kampagne CHEM Trust fordert die Öffentlichkeit auf, Vorsicht walten zu lassen und Händler vor einem Einkauf zu fragen, ob ein bestimmtes Produkt MBT enthält oder nicht. »Wir brauchen ein schneller funktionierendes Regelwerk, um uns zu schützen«, so betont Warhurst. Die Menschen hätten berechtigten Anlass zur Sorge. In der Praxis wird trotzdem Unsicherheit vorherrschen. Denn nicht immer werden Händler sofort Rede und Antwort stehen können oder wollen. Und wenn bestimmte Gefahrstoffe überhaupt noch nicht als solche ausgewiesen sind, wird es ohnehin schwierig.

 

Außerdem existieren unsichtbare Quellen, an die zunächst kaum einer denkt. Bestes Beispiel: jener Abrieb von Autoreifen, der sich in der städtischen Luft verteilt. Unsere Gesellschaft zwingt uns weitgehend dazu, ständig mit den verschiedensten gesundheitlichen Zusatzbelastungen zu leben. Eine friedliche Koexistenz mit der Chemie dürfte kaum möglich sein. Und viele Substanzen sind aus der »modernen Welt« kaum mehr wegzudenken.

 

Natürlich werden die Menschen heute so alt wie nie zuvor, erreichen ein weit höheres Lebensalter als in früheren Zeiten. Kann also die Welt wirklich so ungesund geworden sein? Leicht vergisst man, wie schnell Menschen vor Generationen schon von geringfügigen Verletzungen ins frühe Grab befördert wurden. Ein entzündeter Insektenstich, eine verunreinigte Wunde konnte bereits das Todesurteil sein.

 

Die großen Seuchen rafften ohnehin Millionen weg, Hygiene war ein Fremdwort. Das alles kann kaum zur Debatte stehen. Heute aber sind es vorwiegend Chemiegifte in Luft, Nahrung, Kleidung, alltäglichen Gegenständen, wo auch immer, die eine regelrechte Krebsepidemie auslösen.

 

Immer jüngere Menschen fallen dieser gefürchteten »Alterskrankheit« zum Opfer. Das muss doch Gründe haben.

 

Bei Studien wird leider häufig der Fehler begangen, einen einzelnen Stoff isoliert auf seine Gefährlichkeit zu beurteilen und ihn auch dann als unbedenklich einzustufen, wenn er es gar nicht ist. Im Verbund mit all den anderen auf uns einwirkenden Karzinogenen kann aber gerade er der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

 

Und darin liegt eine große Gefahr. So wird die Summe der aktuellen Belastungen ganz wesentlich unterschätzt, was Folgen haben muss, wenn hier nicht weit strengere Maßstäbe angelegt werden.

 

 

 


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