Monday, 27. June 2016
25.12.2015
 
 

Streifen am Himmel: Klimawandel – einmal anders

Andreas von Rétyi

Ein Blick zum »klaren« Himmel liefert sehr häufig ein erschreckendes Bild. Kreuz und quer schneiden Kondensstreifen durchs Blau. Die Zahl dieser Muster nimmt ständig zu. Und neben anomal wirkenden Spuren, meist als »Chemtrails« bezeichnet, geben schon ganz gewöhnliche, von Linienjets erzeugte helle Bahnen einigen Anlass zur Sorge. Davon sind jetzt auch Wissenschaftler überzeugt.

 

Völlig unabhängig von experimentellen Wolkenimpfungen oder geheimen Projekten zur Verbreitung verschiedenster Giftstoffe wird die Frage eher selten gestellt, welche Auswirkungen bereits ganz gewöhnliche Kondensstreifen der Linienjets auf unser Wetter- und Klimageschehen haben können.

 

Hierzu äußerte sich in der vergangenen Woche nun Charles Long von der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), der Nationalen Ozean- und Atmosphären-Behörde der Vereinigten Staaten. Auf einer Pressekonferenz zum Herbsttreffen der Amerikanischen Vereinigung für Geophysik in San Francisco äußerte er konkret die Vermutung:

 

»Wir könnten damit tatsächlich einiges an unbeabsichtigtem Geo-Engineering durchführen«, manipulative Veränderungen von natürlichen Vorgängen in unserer Umwelt. Was normalerweise ganz gezielt angestrebt werde, spiele sich hier also als eine Art Nebeneffekt ab, ohne bislang sonderlich berücksichtigt worden zu sein.

 

Dabei ist schon sehr erstaunlich, wenn Forscher erst jetzt intensiver über weitreichende Auswirkungen von Flugzeug-Emissionen nachdenken.

 

Wenn die Abgase eines Jets in die Umgebung austreten, bilden sich bei extrem niedrigen Temperaturen auf Reiseflughöhe auch in vergleichsweise trockener Luft entsprechende Kondensmuster. Ruß, Kohlendioxid und Wasserdampf sind dabei wesentliche Bestandteile aus der Kerosinverbrennung. Die Rußteilchen dienen als Kondensationskeime, an die sich Wassermoleküle anlagern und zu Eis auskristallisieren können.

 

Bei absichtlichen Experimenten wurden große Mengen winziger Partikel in die Atmosphäre entlassen, um Sonnenlicht zu streuen und wieder ins All hinaus zu reflektieren – eher fragwürdige Maßnahmen zur Erhöhung des atmosphärischen Reflexionsgrades, der Albedo unseres »Blauen Planeten«, um den vielzitierten Treibhauseffekt zu bekämpfen.

 

Abseits der strittigen Debatte zum Klimawandel oder der nicht minder kontrovers diskutierten Chemtrails bewegt sich nun der Ansatz von Long. Der NOAA-Forscher betont, erst am Anfang seiner Arbeit zu stehen und gegenwärtig auch nicht zu wissen, ob die üblichen Kondensmuster der Flugzeuge nun eher zu einer Erwärmung oder Abkühlung der Erde beitragen.

 

Doch sei davon auszugehen, dass der Eisnebel, der sich hoch über unseren Köpfen bildet, ein weiterer Weg der Klimabeeinflussung sein könnte – und, so hebt Long hervor: »Sie können das mit Ihren eigenen Augen sehen.«

 

Tatsächlich hat sich der Anblick auffallend verändert: Ein wirklich klarer, blauer Himmel ist seltener geworden. Gerade, wer am Abend in westliche Richtung blickt, hin zum Sonnenuntergang, wird die hellen Schleier meist besonders gut sehen können, die unseren Stern einhüllen. Bei dieser Überprüfung ist natürlich ausreichend Vorsicht angebracht.

 

Um bleibende Augenschäden zu vermeiden, muss die grelle Sonnenscheibe mit Daumen oder Hand genügend abgeschirmt werden. Doch die Nebelzone ist trotzdem unübersehbar groß. Mehr und mehr verändert sich der Himmel und scheint sein natürliches Blau einzubüßen. Auch nachts zeigen sich die charakteristischen Schlierenmuster immer häufiger, gerade bei Mondschein treten sie deutlich hervor.

 

Je nach Wetterbedingungen und vor allem Feuchtigkeitsgehalt in Flughöhe halten sich die Muster kürzer oder länger. Und sie stehen möglicherweise mit einer interessanten Beobachtung in Verbindung. Davon berichtete jetzt Charles Long. Er bezieht sich dabei auf Studien, aus denen hervorgeht, wie viel Sonnenlicht den Erdboden erreicht. Die eintreffende Energie sei auch nach Berücksichtigung saisonaler Änderungen nicht konstant.

 

In der Zeit zwischen den 1950er und 1980er Jahren schwächte sich die Sonneneinstrahlung offenbar leicht ab, um sich dann wieder zu regenerieren, so stellt Long fest. Natürlich konnten dafür Veränderungen auf der Sonne selbst verantwortlich sein.

 

Doch die Wissenschaftler fanden keinen solchen Zusammenhang. Das bestätigte auch Martin Wild von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich auf der Herbstkonferenz in San Francisco. Er zieht den naheliegenden Schluss: »Wenn es nicht die Sonne ist, dann muss es die Atmosphäre sein.«

 

Ein hoher Grad der Luftverschmutzung habe seit Mitte des 20. Jahrhunderts riesige Mengen an Aerosolen in die Atmosphäre geschickt, wo sie dann einen Teil der Sonnenenergie filterten. Als in einigen Regionen der Erde dann die Luftverschmutzung reduziert wurde, habe sich der Anteil an Schwebeteilchen entsprechend verringert, weshalb die Sonne wieder heller strahlte.

 

Auch die Lichtstreuung hätte nachlassen müssen, wegen der geringeren Menge feiner Partikel. Doch aus Beobachtungen ergab sich das glatte Gegenteil. Forscher registrierten einen scheinbaren Anstieg diffusen Lichts.

 

»Wir standen hier vor einem Mysterium«, bestätigt Long. Irgendetwas in der Atmosphäre musste dafür sorgen, das Licht weiterhin zu streuen. »Kleine Eisteilchen passten hier ins Schema.« Der Forscher identifiziert den Luftverkehr als wahrscheinlichste Quelle. Nicht nur er ist überzeugt, dass die Kondensmuster eine Auswirkung auf das Klima haben.

 

Selbst wenn der Himmel wolkenfrei erscheint, bleiben die Eisteilchen in der Atmosphäre. Und während sie dort schweben, streuen sie das Licht. Für Nachschub ist ausreichend gesorgt. Während die einen Partikel nach unten sinken, werden in der Höhe zunehmend neue Teilchen von Flugzeugen ausgestoßen.

 

Kevin Trenberth vom US-amerikanischen Zentrum für Atmosphärenforschung kommentiert, Long »sieht hier ziemlich wahrscheinlich etwas Reales«. Doch seien wesentlich umfangreichere Forschungsarbeiten nötig, um den Fund zu bestätigen und vor allem einen klimatischen Einfluss nachzuweisen. Sein Kollege müsse gerade auch »den Grund für einen klaren Himmel« tiefer erforschen, so Trenberth.

 

Long selbst bestätigt, dass seine Studie derzeit mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Genau das aber zeigt: Hier besteht reichlich Forschungs- und Informationsbedarf. Long liegen vor allem umfangreiche Daten aus Oklahoma vor, doch benötigt er Material aus aller Welt, um zu sehen, wie sich der Himmel entwickelt, ob das klare Blau zunehmend einem trüben Grauschleier weicht, welche Auswirkungen der Luftverkehr hat und ob es noch andere, unbekannte Ursachen gibt. Auch in Deutschland hat die Zahl klarer Tage gerade über die Wintermonate hinweg nachgelassen, oft bleibt der Himmel permanent trüb. Hier ist ebenfalls Ursachenforschung angesagt.

 

Unübersehbar aber ist doch die Zunahme der Kondensmuster, die sich oftmals als riesiges Netz über den Himmel spannen. Was noch dahinter stecken könnte, diese Frage würde natürlich bereits wieder eine eigene, umfangreiche Diskussion öffnen.

 

 

 

 

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