Mittwoch, 23. August 2017
14.07.2016
 
 

Unheimliche Experimente: Bio-Cyborg aus Herzmuskeln und Goldfasern

Andreas von Rétyi

Ein US-Wissenschaftler hat eine bizarre Kreatur geschaffen – einen winzigen »Rochen«, der auf Lichtsignale reagiert. Von einem Durchbruch ist bereits die Rede. Das künstliche Tier gilt als nächster wichtiger Schritt zum Bio-Cyborg. Sein Rückgrat besteht aus Gold. Und Muskelzellen aus Rattenherzen treiben das Wesen voran. Was kommt da auf uns zu?

 

Wissenschaftler um den Harvard-Physiker Kit Parker haben vor Kurzem ihre ureigenste Biotech-Schöpfung präsentiert: ein so winziges wie unheimliches Wesen. Dieses »Etwas« gleicht einem Mini-Rochen, nur so groß wie eine Fünf-Cent-Münze. Der Körper besteht aus Gummi, das Skelett aus Goldfasern, der Bewegungsapparat aus Muskelzellen. Genauer gesagt, stammen sie aus den Herzen von rund zwei Tage alten Rattenembryonen.

Rund 200 000 dieser Kardiomyozyten waren nötig, um den etwa zehn Gramm leichten und 16 Millimeter langen Bio-Roboter anzutreiben. Und was treibt seinerseits Kit Parker an, solch ein kleines Monster ins »Leben« zu rufen?

 

Das Ganze sei eine Übung, um ein weit größeres Ziel zu erreichen, so heißt es. Denn Parker, ein Experte für angewandte Physik, will ein künstliches Herz schaffen.

 

Diese Idee ließ den Forscher nicht mehr los. Bei seinem Harvard-Kollegen, dem Biophysiker Sung-Jin Park, suchte er bald Unterstützung. »Ich habe mich mit ihm hingesetzt und gesagt: ›Wir werden eine Ratte zerlegen. Wir werden sie zu einem Rochen umbauen und Licht nutzen, um sie zu lenken.‹ Und sein Gesichtsausdruck spiegelte sowohl Besorgnis als auch Schrecken wider«, so gesteht Parker ein.

 

Was er da präsentierte, war im ersten Moment selbst für einen Fachkollegen zu viel. Allerdings nur für jenen ersten Moment. Parker konnte Park recht zügig für das Projekt begeistern. Bald kamen noch weitere Kollegen hinzu. In ihrer am 8. Juli im Fachblatt Science veröffentlichten Studie über »Phototaktische Steuerung eines aus Gewebe konstruierten Soft-Roboter-Rochens« erklären die Forscher stolz, dieser Durchbruch sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schaffung von »Multi-Level-Technologie«, die Elemente des Nervensystems mit Mechanik verbindet.

 

Die Herzmuskeln des künstlichen Wesens reagieren auf Lichtsignale und sorgen dafür, dass sich die winzigen Schwingen des Miniatur-Rochens auf und ab bewegen. Die Übertragung gelingt mithilfe eines lichtempfindlichen Ionenkanals. Hält man also eine Lichtquelle vor dieses bizarre (Experimen)Tier, beginnt es, sich zu bewegen und ihr zu folgen.

 

Videos zeigen, wie das kleine »Etwas« auf diese Weise in einer Nährlösung vorwärts schwimmt. Das wirkt nicht unbedingt spektakulär, doch die Forscher sind begeistert. Experimente dieser Art illustrieren vor allem wieder einmal klar die Stoßrichtung von Biotech & Co – ein zweischneidiges Schwert.

 

Mag sein, dass hier der Grundstein zur Entwicklung künstlicher Herzen gelegt wird, Organen, die einmal menschliches Leben verlängern und retten. Doch werden wesentlich verbesserte Varianten solcher Projekte unter Garantie auch weniger erfreuliche Entwicklungen mit sich bringen.

 

Die Experimentierwut der Wissenschaftler scheint bald keine Grenzen mehr zu kennen. Neugier und Ehrgeiz treiben die ungewöhnlichsten Blüten, erfahrungsgemäß treten die Konsequenzen aber oft erst viel später zutage. Und die Alternative? Stillstand in der Forschung? Nicht wirklich denkbar und wohl auch recht paradox.

 

Manchmal allerdings vielleicht doch wünschenswert. Insbesondere Verantwortung, an der es nicht so selten zu mangeln scheint. Allemal bringt gerade auch »Biotech« immer wieder höchst Bizarres zum Vorschein. Und einiges davon mutet nachgerade gefährlich an.

 

Abgesehen davon, welches Interesse das Pentagon an Biotechnologie für Kriege der Zukunft hegt, wird die Gesellschaft allgemein zunehmend mit einer neuen Form der Existenz vertraut gemacht, genau im Sinne jener Transhumanisten, die dafür plädieren, unsere Körper mit Technik vollzustopfen, darunter mit bedenklichen Chip-Implantaten.

 

Mittlerweile werden sie der breiten Öffentlichkeit als moderne Lebensphilosophie verkauft, ein praktischer Deckmantel für weitere Kontrolle und Überwachung, für bedenkliche Eingriffe in die Privatsphäre und in die Persönlichkeit. Mittlerweile sollen wir also akzeptieren, dass sogar invasiv in unseren Organismus eingegriffen wird. Schon die Anfänge dieser Entwicklung bieten genügend Anlass zur Sorge. Vorsicht ist dabei allemal geboten!

 

 

 

 

 

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